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Demografischer Wandel ist ein Risikofaktor für die Finanzkraft von Bennewitz

Doppik Demografischer Wandel ist ein Risikofaktor für die Finanzkraft von Bennewitz

46.608.831 Euro – mit diesem Kapital startet die Gemeinde Bennewitz in die doppische Haushaltführung. Zur jüngsten Ratssitzung wurde die Eröffnungsbilanz zum Stichtag 1. Januar 2013 festgestellt, seit dem die Doppik auch im Bennewitzer Haushalt angewendet wird. Die Eröffnungsbilanz wurde jetzt nachgereicht. Aktuell, 2015/16, arbeitet die Gemeinde mit einem Doppelhaushalt.

Zum Infrastrukturvermögen mit einem Gesamtwert von 25 528 665 Euro zählen neben Entwässerungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen, wie hier der Kläranlage in Bennewitz, auch Brücken, Tunnel, Straßen, Wege, Plätze und Verkehrslenkungseinrichtungen.

Quelle: Thomas Kube

Bennewitz. 46.608.831 Euro – mit diesem Kapital startet die Gemeinde Bennewitz in die doppische Haushaltsführung. Zur jüngsten Ratssitzung wurde die Eröffnungsbilanz zum Stichtag 1. Januar 2013 festgestellt, seit dem die Doppik auch im Bennewitzer Haushalt angewendet wird. Die Eröffnungsbilanz wurde jetzt nachgereicht. Aktuell, 2015/16, arbeitet die Gemeinde mit einem Doppelhaushalt.

Zum Infrastrukturvermögen mit einem Gesamtwert von 25528 665Euro zählen neben Entwässerungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen, wie hier der K

Zum Infrastrukturvermögen mit einem Gesamtwert von 25.528 665.Euro zählen neben Entwässerungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen, wie hier der Kläranlage in Bennewitz, auch Brücken, Tunnel, Straßen, Wege, Plätze und Verkehrslenkungseinrichtungen.

Quelle: Thomas Kube

Der erste Schritt bei der Erstellung der Eröffnungsbilanz war die Erfassung sämtlicher Vermögensgegenstände und Schulden der Gemeinde. „Die Bewertung des Anlagevermögens erfolgte im Wesentlichen durch Ersatzwertbewertungen, da die Belege durch das Hochwasser 2002 vernichtet wurden“, erklärt Kämmerin Andra Grunwald im Rechenschaftsbericht zur Bilanz. Und Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) konstatierte im Gemeinderat: „Die Einführung der Doppik bedeutete für die Gemeinde einen erheblichen Aufwand – durch Schulungen des Personals, Umstellung der Software sowie durch die Inventur“, denn man wollte die Umstellung vorwiegend aus eigener Kraft erreichen, Fremdfirmen unterstützten nur in ausgewählten Bereichen.

28 Prozent des Anlagevermögens entfallen auf bebaute Grundstücke – wie die Bennewitzer Grundschule

28 Prozent des Anlagevermögens entfallen auf bebaute Grundstücke – wie die Bennewitzer Grundschule...

Quelle: Thomas Kube

Das Ergebnis entspricht laut Thomas Schmechel von der Komm-Treu Markkleeberg den gesetzlichen Vorschriften. Die Eröffnungsbilanz, so der Wirtschaftsprüfer im Gemeinderat, vermittele „ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gemeinde“, zu erwartende positive Entwicklungen und mögliche Risiken seien plausibel dargestellt.

oder der Kindertagesstätte Zwergenland in der Leulitzer Straße

...oder der Kindertagesstätte Zwergenland in der Leulitzer Straße.

Quelle: Thomas Kube

Konkret besteht die Aktivseite der Bilanz(-Waage), die die Mittelverwendung zeigt, zu 83 Prozent aus Sach- und zu fünf Prozent aus Finanzanlagen und damit größtenteils aus langfristig gebundenem Vermögen. Für Kommunen sei das aufgrund ihrer Aufgabenstellung der Regelfall, bedeute aber auch hohe Fixkosten durch Abschreibungen und Instandhaltungen – der Anlagenabnutzungsgrad betrug zum Stichtag rund 50 Prozent –, so Schmechel. Das Umlaufvermögen hingegen beträgt nur zwölf Prozent. – Hauptbestandteil des Anlagevermögens bildet mit 62 Prozent die Infrastruktur (60,4 Kilometer Straßen, dazu Wege Plätze, Brücken, Durchlässe, Bushaltestellen und Abwasserbeseitigungsanlagen einschließlich Grund und Boden). 28 Prozent entfallen auf bebaute Grundstücke (14 Wohnhäuser mit 84 Wohneinheiten, Rathaus, Grundschule, zwei Sporthallen, Kegelbahn, vier Feuerwehren, zwei Gemeinschaftshäuser, drei Kindertagesstätten, Garagen, Bauhof).

Gemeinde hatte Bank- und Barbestände von 4,5 Millionen Euro

Weitere sechs Prozent sind Beteiligungen der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft an der Envia und am Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen, drei Prozent Maschinen und technische Anlagen. Hauptbestandteil des Umlaufvermögens sind mit 80 Prozent liquide Mittel – die Gemeinde hatte Bank- und Barbestände von 4,5 Millionen Euro und damit „deutlich mehr als zur Deckung kurzfristiger Verbindlichkeiten erforderlich ist“.

Zum 31. Dezember 2015 erhöhte sich der Bestand sogar auf 6,127 Mio Euro, weil der laufenden Verwaltungstätigkeit nur geringe Investitionen gegenüberstanden, denn der Fokus lag auf der aus Landesmitteln finanzierten Hochwasserschadensbeseitigung, und die geplante Anbindung des Gewerbegebietes Deuben an die B 6 verzögerte sich. Mit je zehn Prozent gehören zum Umlaufvermögen aber auch Vorräte wie Heizöl sowie Forderungen zum Beispiel aus Grundsteuern und Elternbeiträgen.

Auf der Passivseite der Bilanz, die Auskunft über die Mittelherkunft gibt – also Schulden oder Eigenkapital – bilden Rückstellungen und Verbindlichkeiten von drei Prozent das Fremdkapital der Gemeinde. Der Verschuldungsgrad ist also gering. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug zum Stichtag 262,60 Euro. Nur gemessen an den Bankverbindlichkeiten von 586.000 Euro lag sie sogar nur bei 117,58 Euro und damit „deutlich unter dem sächsischen Durchschnitt kreisangehöriger Städte und Gemeinden von 674 Euro“.

Demografischer Wandel als „bedeutendes Risiko“

Das 30,328 Mio Euro umfassende Basiskapital als Differenz zwischen Aktiva und Passiva, sowie Investitionszuschüsse und Kostenerstattungen – zusammen das Eigenkapital der Gemeinde – machen insgesamt rund 97 Prozent des Gesamtkapitals aus. Aber: „Da die Abschreibungen, wie sich bereits in den Haushaltsatzungen seit 2013 widerspiegelte, nicht vollständig erwirtschaftet werden können, ist mit Fehlbeträgen zu rechnen, die das Eigenkapital jährlich vermindern“, warnen Kämmerin und Bürgermeister.

Denn der demografische Wandel – die Einwohnerzahl ist seit 2007 um 283 auf 4927 in 2015 bei steigendem Durchschnittsalter gesunken – geht mit der sich dadurch verändernden Finanzausstattung des Haushaltes einher bei gleichzeitiger Notwendigkeit weiterer Investitionen in Infrastruktur und Sanierung sozialer Einrichtungen. Er wird in der Eröffnungsbilanz als „bedeutendes Risiko“ genannt. Chancen hingegen könnten sich aus dem Neuaufbau des Tourismus ergeben. Da sich Investitionen in den kommenden Jahren aber auf Abschreibungen als auch auf die Liquidität auswirken, müssten sie genau geprüft werden. „Nicht nur die Finanzierung muss gesichert sein, sondern auch Folgekosten und Dauerhaftigkeit des Bedarfs müssen betrachtet werden“, sagte Laqua.

Die Gemeinde setzt sich so in der Eröffnungsbilanz zwar das Ziel, durch mittel- bis langfristige Investitionen ihre Attraktivität als Wohn-, Schul- und Wirtschaftsstandort weiter zu erhöhen beziehungsweise zu erhalten, betont aber zugleich, dass im Vordergrund die Erfüllung der Pflichtaufgaben stehe. Laqua: „Die Pflicht zur Aufstellung eines Haushaltsstrukturkonzeptes besteht bisher nicht. Dennoch wird die Gemeinde weiter an der Konsolidierung arbeiten müssen, um die Investitionskraft zu stärken und dem Werteverzehr des Vermögens mit angemessenen Maßnahmen zu begegnen.“

Von Ines Alekowa

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