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Wurzen Denkmal der Freundschaft wird in Wilsdruff runderneuert
Region Wurzen Denkmal der Freundschaft wird in Wilsdruff runderneuert
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00:18 21.05.2017
Das Denkmal bekommt bis Jahresende eine Frischekur. Quelle: Foto: Stadtverwaltung Wurzen
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Wurzen

Es ist einsam geworden im Ehrenhain des Wurzener Stadtparks. Denn nachdem Ende des Vorjahres die Büste des KPD-Politikers Albert Kuntz (1896 – 1945) verschwand, herrscht nun auch gähnende Leere auf dem Sockel, den bislang ein lebensgroßer sowjetischer Offizier und deutscher Arbeiter zierte. Während der Kopf des Widerstandskämpfers gegen das NS-Regime demnächst wieder montiert werden soll, muss das Werk des Bildhauers Wolfgang Eckart (1919–1999) zur Frischekur nach Wilsdruff, unweit von Dresden.

Wie berichtet, bringt die Stadtverwaltung derzeit den Stadtpark auf Vordermann. Neben der Bestandsaufnahme des 16 Hektar großen Areals gehört dazu ebenfalls die Erneuerung der Denkmale. Daher wurde bereits Anfang Dezember die Kuntz-Plastik aus Bronzeguss abgebaut und durch den Wurzener Metallbildnermeister und staatlich geprüften Restaurator Thomas Müller aufgearbeitet. Der Stadtverwaltung zufolge sei mittlerweile die Sanierung der Büste beendet und das Konterfei mit einer Schicht mikrokristallinen Schutzwachses versehen. „Wir werden den Kopf in den kommenden Tagen anbringen, so dass wir uns über einen ersten Teilschritt der Erneuerung dieses Gesamtensembles freuen können“, versichert Kathrin Höhme, Sachbearbeiterin für Grünflächen und Gewässer in der Kommunalbehörde.

Jedoch nagte der Zahn der Zeit nicht allein an Albert Kuntz. Wind und Regen setzten gleichsam der dünnen Metallhaut des Freundschaftsdenkmals zu – insbesondere an den Nähten. Anfang der 50er-Jahre hatte die damalige Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft das Werk in Auftrag gegeben. Bis zur Einweihung des Ehrenhains am 6. Oktober 1974 befanden sich der Soldat und der Arbeiter vorm Südflügel des Stadthauses. Ein sowjetischer Militärangehöriger vom Flugplatz Polenz sowie ein Brandiser Bürger standen dem Bildhauer Eckart übrigens seinerzeit Modell, der die Gipsvorlage in seinem Waldsteinberger Atelier anfertigte. Wegen der Mangelwirtschaft benutzte der volkseigene Betrieb Maschinenfabrik und Eisengießerei Wurzen für die Endfassung anstatt Buntmetall den eher unüblichen Grauguss als Mantelmaterial.

Für die Wilsdruffer Fachwerkstatt Ostmann & Hempel gibt es jedenfalls die nächsten Monate einiges zu tun. „Abstrahlen, konservieren und mit einem neuen Anstrich versehen“, umreißt Uwe Ostmann die anstehenden Arbeiten. Den jetzigen Zustand beschreibt der diplomierte Metallrestaurator mit wenigen Worten: „Na ja! Es sieht so aus, wie es aussieht, wenn lange nichts daran gemacht wurde.“ Einen neuen Anstrich oder eine Hohlraumkonservierung hätte aus einer Sicht das Denkmal der Freundschaft schon verdient. „Beim Auto denkt man auch daran.“ Ursprünglich, so Ostmann, seien die Figuren heller gewesen – „fast weiß“. Ob das Pärchen nach der Instandsetzung eventuell wieder dem Original gleicht, kann der Fachmann heute nicht sagen: „Wir werden sehen. Das besprechen wir mit den Denkmalschützern.“

Bis zum Jahresende, schätzt Sachbearbeiterin Höhme, dauert es sicherlich, bis der Ehrenhain des Stadtparkes im neuen Glanz erstrahlt. Schließlich will sie noch die Mauer reparieren lassen. Darüber hinaus wurden alle Namenstafeln entfernt. Wie das Denkmal gehen sie zur Runderneuerung.

Von Kai-Uwe Brandt

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