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Wurzen Denkmalschutz lenkt beim Tiergehege Dornreichenbach ein
Region Wurzen Denkmalschutz lenkt beim Tiergehege Dornreichenbach ein
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14:00 26.11.2018
Aufgrund des langen und heißen Sommers verzeichnete das Tiergehege mit über 40 000 Gästen einen Besucherrekord. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Lossatal

Ende gut, alles gut: In Sachen Tiergehege Dornreichbach herrscht wieder Frieden zwischen der Gemeinde Lossatal und dem Denkmalschutz. Dazu beigetragen hat unlängst ein Vororttermin mit Vertretern der Landesregierung, des Landkreises und Bürgermeister Uwe Weigelt. Nach drei Stunden fanden die Gesprächspartner einen Kompromiss, dem jetzt der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung im Kulturhaus Hohburg seinen Segen gab.

Zur Vorgeschichte: Der 2002 gegründete Tiergehegeverein als Träger der Anlage wünscht seit längerem den Neubau eines Wirtschaftsgebäudes mit Werkstatt, einen Raum zur Tierpflege sowie ein Strohballenlager. Doch bislang verweigerten die Denkmalschützer strikt ihr Votum, weil sich das Gehege am Rande des Kulturdenkmals Schlosspark Dornreichenbach befindet.

Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich im Tiergehege zu Gast

Erst nach vielem Hin und Her sowie dem Besuch des ehemaligen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) im Vorjahr erhielt das Rathaus am 6. Juli eine Baugenehmigung. Allerdings spickte die Denkmalschutzbehörde jenen Hoffnungsschimmer mit einer Auflage, die den Verein schlichtweg überforderte. Demnach sollte die Gemeinschaft für das zehn Hektar große Gelände ein sogenanntes Parkpflegewerk erstellen. Die Dokumentation muss zum Beispiel die Historie aller Bäume sowie detaillierte Vegetationsperioden beinhalten und wäre für die Ehrenamtler eine Sisyphusarbeit geworden.

Katharina Landgraf, Uwe Weigelt, Reinhard Otto, Stanislaw Tillich und Henry Graichen (v.l.)beim Besuch des Tiergeheges Dornreichenbach im vergangenen Jahr. Quelle: Frank Schmidt

Schon deshalb legte die Gemeindeverwaltung Widerspruch gegen die Auflage ein und strengte zugleich einen Rechtsstreit vorm Verwaltungsgericht an.

Dazu wird es nicht kommen, denn das Landesamt für Denkmalschutz lenkte ein. Das Zugeständnis aus Dresden lautet: Der Tiergehegeverein erhält die Baugenehmigung für den künftigen Wirtschaftshof ohne vorher ein Parkpflegekonzept zu erstellen. Vom Tisch ist die Analyse aber deswegen nicht. Im Gegenzug verpflichtete sich vielmehr die Gemeinde, Fördergelder zu akquirieren, um die Expertise in Fachhände zu legen.

Der Vergleich sät Zuversicht bei Vereinschef Reinhard Otto und den gut 80 Mitgliedern. Bürgermeister Weigelt rechnet sogar damit, dass die Arbeiten im Frühjahr 2019 beginnen können.

Die kleinen Erdhörnchen sind die Stars des Tiergeheges in Dornreichenbach.. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Stadtrat besiegelt Übereinkunft für Tiergehege

Einen eigentlichen Schlussstrich unter dem hart erkämpften Friedensvertrag setzte hingegen das Parlament, indem es nunmehr die ausgehandelte Übereinkunft besiegelte. Danach verabschiedeten die Volksvertreter vier Punkte:

Die geforderte Auflage zur Erstellung eines Parkpflegewerkes wird von der Baugenehmigung entkoppelt. Die Landesdirektion Sachsen hebt die Bedingung im anhängenden Widerspruchsverfahren auf.

Die Gemeinde verpflichtet sich, von einem Fachplaner das Parkpflegekonzept erstellen zu lassen.

Für die Erstellung des Gutachtens erhält die Gemeinde Lossatal seitens des Landesamtes für Denkmalpflege Fördergelder in Höhe von 85 Prozent, und

Lossatal nimmt die Klage beim Verwaltungsgericht Leipzig zurück.

Das letzte Wort in der Angelegenheit Tiergehege Dornreichenbach führte Bürgermeister Weigelt: „Wir gehen mit dem Beschluss in Vorleistung, und ich hoffe, dass es mit den Unterschriften nicht mehr so lange dauert.“

Von Kai-Uwe Brandt

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