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Wurzen Der Kampf gegen Krebs hat ein Gesicht: Macherner sammeln für Paul
Region Wurzen Der Kampf gegen Krebs hat ein Gesicht: Macherner sammeln für Paul
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16:37 06.12.2017
Paul Ondrej ist Patient auf der Station für Pädiatrische Onkologie des Universitätsklinikums Leipzig. Quelle: Foto:
Machern

Mit ihrem Mann Vlado arbeitet sie im Atelier in der Leipziger Spinnerei, gilt in Mitteldeutschland als erste Adresse für Radierungen und hat auch im Muldental Spuren hinterlassen: Die Glocke für die Altenbacher Kirche, der Hör-Thron für den Kaditzscher Juttapark, der Brunnen für den Macherner Markt – die Macherner Künstlerin Maria Ondrej vergisst ihre Wurzeln nicht. Die Idee zu ihrem Werk „Blaue Blume“ kam ihr bei einem Spaziergang durch den örtlichen Park, danach widmete sie sich dem Projekt „Böse Blumen“. Eine Vorahnung?

Seit einem Dreivierteljahr kämpft ihr älterer Sohn Paul gegen den Krebs. Und die Macherner kämpfen mit. „Maria Ondrej unterstützt uns seit Jahren tatkräftig“, sagt Eveline Heigel, Geschäftsführerin des Hotels Kavalierhaus und langjähriges Mitglied des Kulturvereins Schloss Machern: „Für unsere Versteigerungen zugunsten krebskranker Kinder hatte sie oft eigene Bilder zur Verfügung gestellt – nicht wissend, dass sie selber mal persönlich mit dem Thema konfrontiert würde.“

Paul ist bekannt in Machern und Umgebung. Hier ging er in Kindergarten und Grundschule. Hier spielte er bis zu seiner Erkrankung begeistert Hockey. Hier lernt der 14-Jährige am Gymnasium. Kein Wunder, dass ihn Vereinsmitglieder und Brandiser Lehrer sogar am Krankenbett besuchen. Sie staunen, wie tapfer er alles erträgt. Wohl auch ein Grund dafür, dass ihn das MDR-Fernsehen begleitet. „Kinder auf der Krebsstation“ – der Beitrag soll noch vor Weihnachten laufen.

Wie jedes Jahr sammelte der Lions Club Leipzig 2000 auf dem Macherner Weihnachtsmarkt auch diesmal wieder. Geld, das unter anderem dem Verein Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung zugute kommt. Von Bratwurstverkauf bis Büchsenwerfen – an vier Ständen standen die Lions, etwa Zahnärztin und Präsidentin Medi Weich, Ingenieur Jörg Hanke, Radiologin Regine Kluge. Deren Mann, ein leidenschaftlicher Jäger, schoss extra zwei Wildschweine, um sie für die gute Sache überm Grill zu drehen.

Unabhängig von dieser Aktion initiierte Eveline Heigel, selbst ein Lion, zusammen mit ihrem Mann Günter und Auktionator Michael Ulbricht eine Versteigerung für Paul: „Der Kampf gegen Krebs hat für mich nun ein Gesicht“, sagt die Ideengeberin. Im Salon Graf Lindenau kamen Gemälde, Zeichnungen und Grafiken etwa von Max Klinger, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Neo Rauch unter den Hammer. Der in Machern lebende Auktionator verzichtete zugunsten von Paul auf seinen Gewinn. In die Spendenbox wanderten auch sämtliche Trinkgelder des Hotelpersonals.

„Den Erlös überreichen wir dem Künstlerehepaar am Freitag“, kündigt Eveline Heigel an. Man habe genügend eingenommen, um Paul zwei Wünsche zu erfüllen: Er bekommt einen eigens auf ihn zugeschnittenen Schreibtischstuhl, den er dringend braucht, nachdem ihm drei Rippen entfernt wurden. Und er darf sich auf einen neuen Hockeyschläger freuen. „Denn wenn er gesund ist, möchte er wieder Hockey spielen“, weiß die Initiatorin der Spendenaktion. Der Junge arbeitet im Krankenhaus so oft es geht auf sein sportliches Comeback hin. „Als Paul aus der Narkose erwachte, hat er als erstes gefragt, wann er wieder Sport treiben kann“, erinnert sich seine Mutter. Das Krafttraining helfe ihm, den Kopf freizubekommen und nicht zu viele Muckis zu verlieren. Am liebsten spielt er Tischtennis: „Ich brauche das, sonst bin ich ganz unruhig“, sagt Paul. Sein Gegenspieler ist kein geringerer als Markus Wulftange, ehemaliger Profi bei Fußballbundesligist VfB Leipzig. Eveline Heigel: „Auch durch unsere Spendengelder können Sporttherapeuten wie Herr Wulftange finanziert werden.“

Von Haig Latchinian

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