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Wurzen Der Landkreis stromert
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00:30 01.05.2018
Ausbaupläne für die Elektromobilität . Quelle: dpa-Zentralbild
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Elstertrebnitz

„Liegengeblieben bin ich noch nicht“, meinte der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua auf die Frage, ob ihn sein E-Auto schon einmal im Stich gelassen hat. Beim Überlandgespräch zum Thema Elektromobilität war der Ortschef aus dem Wurzener Land am Donnerstagabend einer der wenigen, der standesgemäß im Stromer vorfuhr. „Noch sind die Zahlen der E-Fahrzeuge auch im Landkreis Leipzig überschaubar“, musste Landrat Henry Graichen (CDU) feststellen. Lediglich 51 reine Elektroautos seien zwischen Thallwitz und Narsdorf registriert. Dennoch sieht es der Landkreis auch als seine Aufgabe an, sich der Herausforderung E-Mobilität zu stellen. Der Landkreis verfüge als einer der ersten in Deutschland über ein umfassendes Elektromobilitätskonzept, betonte der Kreischef. Das Papier gibt unter anderem Empfehlungen, wo Ladepunkte errichtet werden sollen.

Bestandteil der Nachhaltigkeit in der Eisenmühle

Für die Hausherren Sabine und Jost Mucheyer gehört das Thema E-Mobilität zum Nachhaltigkeits-Konzept der Eisenmühle dazu. Das einzigartige technische Kulturdenkmal erlaubt nicht nur einen Blick in die Vergangenheit der Wasserkraftnutzung, sondern punktet auch mit einer nagelneuen E-Ladesäule vor der Haustür. Die Eisenmühle ist damit eine Oase inmitten der Ladewüste, die sich kurz vor der Grenze zu Sachsen-Anhalt auftut. Fernab von Autobahnen findet man hier kaum eine Möglichkeit, seinen Stromer aufzutanken. Die Experten, die im Podium Platz genommen hatten, hielten das allerdings nicht für besonders problematisch. „Die öffentliche Ladeinfrastruktur hat lediglich psychologische Bedeutung“, zeigte sich Sven Haase, Projektleiter E-Mobilität bei Envia M, überzeugt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Autos, die in wenigen Minuten betankt sind, müssten E-Autos über das Stromnetz aufgeladen werden, was mit teilweise noch langen Ladezeiten verbunden ist. Deshalb sei es wichtig, vielmehr im privaten Umfeld oder beim Arbeitgeber Kapazitäten zu schaffen. „Die Entwicklung im Bereich Elektromobilität verläuft sehr dynamisch. Hier wird in den nächsten ein, zwei Jahren einiges passieren“, zeigte sich der Projektleiter zuversichtlich. Zudem habe sich auch die Reichweite der Fahrzeuge weiter erhöht.

Sonnabend ist Tag der Erneuerbaren Energien

Den Wandel vom Mauerblümchen zum gefragten Anbieter verkörpert Stefan Moeller wie kein anderer. Der Sachse begann vor Jahren, E-Autos zu vermieten – im Gegensatz zu den Großen der Branche, die nach wie vor auf Benziner setzen. „Die Leute haben Lust auf E-Autos“, berichtete Moeller in Elstertrebnitz von einer zunehmenden Nachfrage. „Wenn ich mit einem E-Auto an der Autobahn lade, werde ich inzwischen mit Nachfragen bestürmt. Das Interesse ist groß.“ Moeller hat als „Strominator“ vor wenigen Jahren mit zwei E-Autos angefangen, mittlerweile zählt sein Fuhrpark 140 Fahrzeuge – Tendenz steigend. Die Entwicklung des Start-ups stehe beispielgebend für die Dynamik und den zu erwartenden Markthochlauf, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

Auch der Landkreis will den Anschluss nicht verpassen. So sollen 2019 drei Elektro-Dienstautos für Mitarbeiter des Landratsamtes angeschafft werden. „Und auch eine Lotsenstelle ist geplant“, so Graichen, „um das weitere Vorgehen zu koordinieren.“

„Elektromobilität erfahren“ heißt es Samstag ab 10 Uhr zum Tag der erneuerbaren Energien in der Eisenmühle Elstertrebnitz. E-Autos, E-Bikes und E-Lastenräder können in der Praxis getestet werden.

Von Simone Prenzel

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