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Wurzen Der Mit-Mach-Stadt Brandis fehlt es an Beteiligung
Region Wurzen Der Mit-Mach-Stadt Brandis fehlt es an Beteiligung
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15:31 12.02.2017
In einem Workshop ziehen die Macher des einjährigen Bürgerbeteiligungsprojektes von Brandis Bilanz. Quelle: Thomas Kube
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Brandis

Dass Brandis eine Mit-Mach-Stadt ist, bemerkt man auch beim Abschluss-Workshop der einjährigen Arbeit des Bügerbeteiligungsprojekts in der Musikarche. Nicht nur der Name verrät es am Freitagabend: Die eigene Aktivität ist gefragt.

Zu Beginn liegen A5-große Zettel aus, auf denen zwei Fragen stehen. Erstens: Welche Möglichkeiten hat die Innovationskommune eröffnet? Und zweitens: Das Beste an der Mit-Mach-Stadt Brandis ist für mich? Dann schreiben die Teilnehmer, zusammengesetzt aus Verwaltungsangestellten, Geschäftstreibenden und Bürgern der Stadt, munter drauf los. Da es allen Brandiser Einwohnern und auch allen anderen Interessierten offen stand an dem Workshop teilzunehmen, sind die etwa 20 Anwesenden eine etwas spärliche Ausbeute. Wir kommen später darauf zurück. Diese beteiligen sich jedoch rege. Die Ergebnisse werden in der Runde präsentiert. Jeder sagt etwas zu seiner Person und beantwortet die gestellten Fragen. Die Antworten der ersten schneiden sich. Einigkeit in dem Punkt: Es ist eine gute Sache. Hervorstechen die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung, die Informationsweitergabe aus der Verwaltung über die entstandene Internetplattform und das Brandiser Stadtjournal sowie das verbesserte Image und der gestiegene Bekanntheitsgrad der Stadt. Es wird zudem deutlich, dass die Brandiser besonderen Gefallen an der innerstädtische Bus-Linie finden, auch wenn diese nicht innerhalb des Projekts der Mit-Mach-Stadt entstanden ist, wie der ebenfalls anwesende Bürgermeister Arno Jesse (SPD) bemerken muss.

Um die zweite Frage gänzlich beantworten zu können, sind viele der Anwesenden überhaupt erst gekommen. Sie wollen wissen, was die sieben Mitarbeiter des Design Research Lab der Universität der Künste Berlin in einem Jahr Arbeit geschaffen haben. Und so beginnt ein kleiner Teil des Projektteams, bestehend aus Jennifer Schubert, Florian Sametinger und Bianca Herlo, die Ergebnisse vorzustellen. „Wir gingen von dem Punkt aus: Was gibt es schon in Brandis und wie können wir es miteinander verbinden“, beschreibt Jennifer Schubert den Ansatzpunkt ihrer Arbeitsgruppe. Herauskamen beispielsweise der Briefkasten auf dem Marktplatz, der eingeworfene Postkarten direkt digitalisiert und für jedermann sichtbar macht; die Mit-Mach-Plattform, die Brandisern mit wenigen Schritten ermöglicht Kontakt und Beteiligung ihrer Mitbürger zu erzeugen und die Brandiser Geschichten-Werkstatt, die Geschichten zu einzelnen Brandiser Gebäuden, Ereignissen und das Stadtarchiv für alle zugänglich macht.

Für diese Mit-Mach-Werkzeuge brauche man nun aber Paten, die die Betreuung übernehmen, sobald das Team der Universität der Künste nicht mehr in Brandis ist. Das sei einer der großen Knackpunkte, die es nun zu klären gilt, damit das Projekt nach einem Jahr nicht einfach einschlafe. „Die Plattformen sind in der Testphase angekommen“, verdeutlicht Projektleiterin Bianca Herlo, „sie weiterzuführen ist jetzt die nächste Phase.“ Ganz wichtig sei es, die Aufgaben nicht auf wenigen breiten Schultern zu verteilen, sondern breit auf vielen Schultern. Das was eine Mit-Mach-Stadt eben ausmache.

Einige der Anwesenden erklärten sich bereits im Vorfeld bereit eine Patenschaft zu übernehmen, die noch offenen Stellen hofft man nun in naher Zukunft besetzen zu können. Dazu konnte immerhin der Termin für ein regelmäßiges Fortsetzungstreffen vereinbart werden. Dieses findet nun an jedem zweiten Mittwoch des Monats um 18.30 Uhr in der Musikarche am Grimmaischen Platz 8-10, beginnend am 8. März, statt. Und dazu sei jeder herzlich eingeladen.

Die Ergebnisse sind auf www.mit-mach-stadt.de und auf www.geschichtswerkstatt.brandis.eu zu finden.

Von Matthias Schönknecht

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