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Wurzen Der Spielberg ruft
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05:00 20.08.2010
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. Das mit zwölf Jahren älteste Bergfilmfestival Deutschlands ist das einzige unter freiem Himmel, das einzige mit sportlichem Mitmachangebot, das einzige mit Zuschauern als Juroren.

Zwar wird in jenem Vulkanfelsen aus Quarzporphyr, der einst auch für den Bau des Völkerschlachtdenkmals ausgeschlachtet wurde, schon seit 1996 gekraxelt. Doch waren es der Wurzener Bergfreund Holger Kühne und der Leipziger Kletterausrüster Andersen Teubert, die im Steinbruch nicht etwa nur den bizarren hohlen Zahn sahen, sondern darin das etwas andere Amphitheater entdeckten. Sie hatten die zündende Idee, Bergfilme im Fackelschein zu zeigen – vom Klassiker bis zur Welturaufführung. Sie sprachen den Bennewitzer Kletterer und Filmemacher Peter-Hugo Scholz an, der sofort Feuer und Flamme war.

Lokalmatador Scholz ist gerade noch rechtzeitig zum Festival eingetroffen. Mit der Kamera begleitete er noch vor wenigen Tagen Hallenser Kletterer, die in den Albanischen Alpen die Arapiwand erklommen. „Eine Pioniertat, denn es war die bis dahin letzte undurchstiegene 1000-Meter-Felswand Europas", so Scholz. Während dieser Film erst im nächsten Jahr zu sehen sein wird, läuft sein Streifen „Hochhaus-Klettern in Halle" bereits morgen, 20.30 Uhr, außer Konkurrenz. Er handelt von Unentwegten, die einen zum Abriss freigegebenen Neubaublock als Kletterparadies eroberten.

Um die von Leipzigs Turnlegende Erika Zuchold gestaltete Trophäe wetteifern diesmal fünf Filme, die allesamt von der Interessengemeinschaft (IG) Klettern ins Rennen geschickt werden: Darunter eine Schweizer Produktion vom Dach der Welt sowie ein Beitrag aus Wales über das 17-jährige Ausnahmetalent Ioan Doyle, das schon jetzt zu extremen Touren aufbricht. Mit Spannung erwartet wird der Film über den blinden alpinen Kletterer Andy Holzer aus Österreich, dessen Augen die Finger sind, wie er sagt. Vielbeachtet dürfte auch der Zwölf-Minuten-Streifen von Fridolin Baur sein. Er beleuchtet die unglaubliche Leistung des an Multipler Sklerose erkrankten und dadurch an den Rollstuhl gefesselten Markus Hermann. Nach drei Jahren Training klettert er schon Routen im vierten Grad. Am Start ist auch „Gipfelbiwak" von 1987. Der Film beschreibt die gewagte Winterbegehung des Elbrus – fünf Sachsen bei minus 39 Grad im Kaukasus. Schon heute flimmern die ersten Beiträge über die in den Fels gehangene Leinwand: 21 Uhr läuft die spannende Saga einer außergewöhnlichen Familie, die über

70 Jahre Alpinismus dokumentiert. Danach sind Dias des gebürtigen Wurzener Kletterers Denis Thomas zu sehen, der sich im Morgengrauen auf Motivsuche in der Sächsischen Schweiz begab – aus der Perspektive des Falken wohlgemerkt.

144 Schweizen gibt es weltweit. Eine davon befindet sich in Nordwestsachsen: die Hohburger Schweiz mit dem Spielberg. Hier balancieren morgen Mutige auf dem Seil, versuchen sich bei Bogenschießen, Schnupperklettern und Skilanglauf. Hier bekommt Patrick Kliszak, Vorsitzender der IG Klettern und Veranstalter des Festivals, die Ehrenurkunde der Bundesinitiative „365 Orte im Land der Ideen" überreicht.

Haig Latchinian

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