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Der mutige Löwen-Bändiger und mehr - Spannendes aus Machern auf 400 Seiten

Der mutige Löwen-Bändiger und mehr - Spannendes aus Machern auf 400 Seiten

Sie darf nicht fehlen, die Geschichte des mutigen Macherner Löwenbändigers. Wie ein Schutzmann aus Machern 1913 in Leipzig acht ausgebrochene Zirkus-Löwen jagte, ist in einer Neuerscheinung zum Ortsjubiläum ebenso nachzulesen wie zahllose weitere Episoden.

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Manfred Lukaseder hat am neuen Buch "Machern im Zeitgeschehen" tatkräftig mitgewirkt.

Quelle: Thomas Kube

Machern. Einem Ur-Macherner ist es zu verdanken, dass vieles nicht dem Vergessen anheim fiel. Willi Schmidt, 1912 in Machern geboren, interessierte sich von jeher für seinen Heimatort. Er hinterließ einen riesigen Fundus an Niederschriften und Aufzeichnungen, die er über Jahre angehäuft hatte. Seine Notizen sind die Grundlage für das Heimatbuch "Machern im Zeitgeschehen", das der Regionalverein zur 1000-Jahr-Feier herausbringt.

Gelernt hatte Willi Schmidt Bäcker, später bugsierte er das Gepäck Tausender Reisender mit der Stechkarre über den Leipziger Hauptbahnhof, stieg vom einfachen Gepäckarbeiter zum Lademeister auf. Erst im Alter von 71 Jahren fasste er den Entschluss, ein Heimatbuch zu verfassen. Doch dessen Erscheinen erlebte er nicht mehr. Bis zu seinem Tode 2001 blieb es ein Traum, das angesammelte Wissen zu publizieren.

"Bei den Vorbereitungen zur 1000-Jahr-Feier stand wieder die Frage im Raum: Warum verfügt Machern eigentlich über keine Chronik", erinnert sich Manfred Lukaseder vom Regionalverein. "Ein glücklicher Umstand half uns dann weiter. Über einen Bekannten kam der Kontakt zu den Erben von Willi Schmidt zustande", berichtet der 59-Jährige ehemalige Banker. Und im Nachlass fand sich tatsächlich das unveröffentlichte Manuskript des Schmidt'schen Heimatbuches. "Es handelt sich dabei nicht um eine Chronik von Machern. Das hat auch Willi Schmidt zu Lebzeiten betont. Er verstand sich nicht als Ortschronist, sondern er schrieb auf, was ihm wichtig erschien." So enthält das Werk auch Jugenderinnerungen oder schildert, mit welchen Spielen sich Kinder früher die Zeit vertrieben. "Welcher seriöse Chronist würde so etwas für die Nachwelt festhalten? Willi Schmidt hat es getan, und genau das macht seine Aufzeichnungen so wertvoll und authentisch."

Sechs Monate heftigster Arbeit liegen hinter den Machern des Buches. 15 Aktenordner mit insgesamt über 400 eng beschriebenen Seiten mussten gesichtet, historische Details überprüft, Archive bemüht werden. Eine Behindertenwerkstatt in Köln hat die Aufzeichnungen digitalisiert. Leider war bei Willi Schmidts Schreibmaschine stets das "e" verrutscht, und die Buchstaben lagen nicht exakt auf einer Linie, so dass das Einscannen nicht funktionierte. "Die Partner in Köln mussten die Notizen deshalb Zeile für Zeile abtippen." Eine Heidenarbeit. Nicht weniger Mühe machte es Student Niklas Frechen und Manfred Lukaseder, die Texte zu bearbeiten. "Wir mussten sie kürzen und dem heutigen Sprachempfinden anpassen", erläutert Lukaseder. Weitere Mitstreiter wie Erhard Proß, Maren Anton, Wolfgang Bubenik und Christine Gafert halfen, das Buch bis zur Druckreife zu führen. Der Leser hält dafür nun eine Zeitreise in Händen, die einen sehr persönlichen Blick auf die Macherner Geschichte erlaubt und auch skeptische Kommentare Schmidts nicht ausspart.

"Gestoßen sind wir in den Unterlagen auf ein Schriftstück, das Machern mit Luther in Verbindung bringt." In einem Text von 1921 schildert der damalige Ortspfarrer, wie fortschrittlich die Macherner Rittergutsbesitzer, die Grafen von Lindenau, eingestellt waren. Albrecht der II. von Lindenau war nicht nur Mundschenk des damaligen sächsischen Kurfürsten, er begleitete Luther auch zum Reichstag nach Worms und war am fingierten Überfall auf den Reformator beteiligt, um Luther auf der Wartburg in Schutz zu nehmen. "Machern", bringt es Lukaseder auf den Punkt, "war schon damals eine sehr fortschrittliche Ecke." So habe der Pfarrer noch drei Jahre vor Luther geheiratet.

Diese und noch weitere Erkenntnisse offenbart das Buch, das in Form einer Zeittafel von den Anfängen der Besiedlung bis zum Jahr 1990 berichtet. Die Auflage beträgt 150 Stück. Eine Finanzspritze machte das Erscheinen überhaupt erst möglich, betont Manfred Lukaseder. Der Lions-Club Graf Lindenau habe die Publikation mit 1500 Euro großzügig gefördert.

 

 

Information: Buchpräsentation und Verkaufsstart "Machern im Zeitgeschehen", Mittwoch, 17. Juni, 19 Uhr, in der Ritterstube des Macherner Schlosses.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2015
Simone Prenzel

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