Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Deubener Teichkurven: Markranstäder Blitzer nimmt künftig Raser auf der B6 ins Visier
Region Wurzen Deubener Teichkurven: Markranstäder Blitzer nimmt künftig Raser auf der B6 ins Visier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:33 15.12.2016
Sie waren 2011 der Aufreger schlechthin: die Rüttelstreifen auf der B 6 in Deuben. Bei den jüngsten Bauarbeiten wurden sie neu aufgebracht und können jetzt nicht mehr umfahren werden. Quelle: Thomas Kube
Bennewitz/Deuben

Die Deubener Teichkurven an der B6 zählten noch vor zehn Jahren zu den absoluten Unfallschwerpunkten in der Region. Nirgends sonst im Wurzener Land krachte es so häufig und mit so verheerenden Folgen. Allein im Zeitraum von 1996 bis 2006 waren neun Verkehrstote zu beklagen. Seit 2007 werden alle Register gezogen, um die Gefahrenstelle zu entschärfen.

Den neuralgischen Abschnitt auf der Trasse zwischen Leipzig und Wurzen passieren täglich rund 15 000 Fahrzeuge. Pendler, die auf der B 6 unterwegs sind, haben deshalb aufmerksam registriert, dass seit Erneuerung der Fahrbahn im Oktober die stationären Blitzer verschwunden sind. Doch bald wird es auch westlich von Bennewitz wieder heißen: Achtung, teure Fotos!

Eine Säule stellte bis vor kurzem Temposünder in Markranstädt. Künftig soll die Technik den Verkehr auf der B 6 in Höhe der Deubener Teichkurven ins Visier nehmen. Quelle: LVZ

„Durch zahlreiche Maßnahmen ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, die Zahl der Unfälle erheblich zu reduzieren“, erklärt Klaus-Thomas Kirstenpfad, Leiter des Amtes für Rechts-, Kommunal- und Ordnungsangelegenheiten im Landratsamt. Deshalb habe man die Entscheidung getroffen, auch künftig den Verkehr in den Deubener Teichkurven weiter zu überwachen.

Die Deubener Blitzer, von denen es zuletzt drei an der Zahl gab, sind der älteste Blitzerstandort im Landkreis Leipzig. 2007 wurden die Starenkästen installiert, um Raser einzubremsen und für mehr Sicherheit zu sorgen. Welcher Blitzer scharf war, erfuhr der eilige Kraftfahrer immer erst, wenn es zu spät war. Die Kamera, die Raser dingfest machte, wanderte stets zwischen den drei Standorten hin und her. Die Zahl der Mess-Stationen, so Kirstenpfad, wird sich allerdings nach den Bauarbeiten auf der B 6 reduzieren. „In Höhe der Einmündung zur Regionalbus Leipzig GmbH wird in Zukunft keine Anlage mehr stehen.“ Im unmittelbaren Kurvenbereich soll es aber wieder einen stationären Blitzer geben. Neu angeschafft werden muss die Technik nicht, verriet Kirstenpfad am Mittwoch. „Wir verwenden dafür die Säule aus Markranstädt, die dort nicht mehr zum Einsatz kommt“, erklärte der Amtsleiter auf Nachfrage. In Markranstädt hatte die Kreisbehörde erst vor wenigen Tagen den Blitzer-Platz geräumt, nachdem es zu rechtlichen Zweifeln gekommen war. Auf Grund eines zu geringen Abstandes zu einer dortigen Tempo-30-Beschilderung hatte die Säule stadteinwärts seit Monaten zwar noch ausgelöst, Verstöße waren aber vom Landratsamt nicht mehr geahndet worden. Schließlich wurde die Markranstädter Säule Anfang Dezember abgebaut.

Mit einem konkreten Termin, wann sie in Deuben ihren neuen Standort einnimmt, kann die Kreisbehörde noch nicht dienen. „Grundstücksfragen sind in dem Zusammenhang noch zu klären“, erläuterte Kirstenpfad. Außerdem sei die Installation auch vom Wetter abhängig. Um die Kraftfahrer bis dahin zu achtsamem Fahren zu ermuntern, werde in der Zwischenzeit der Einsatz mobiler Geräte erfolgen. Steht die Säule einmal, wird sie den Verkehr in beiden Fahrtrichtungen im Visier haben. Das sei technisch möglich.

Dass sich die Maßnahmen insgesamt bewährt hätten, zeige die Statistik, so die Kreisbehörde. Durch die Blitzer habe sich die Zahl der Unfälle deutlich verringert. Im Jahr 2004 wurden noch 59 Crashs mit neun Verletzten registriert. 2005 waren es 58 Unfälle mit zwölf Personenschäden. 2006 krachte es 43 Mal, wobei 13 Personen zu Schaden kamen. Mittlerweile habe sich die Zahl der Crashs mehr als halbiert. „2013 wurden zwölf, 2014 vier und im Jahr darauf zwölf Unfälle registriert“, so Kirstenpfad. Die Blitzer hätten – gemeinsam mit den 2011 aufgebrachten Rüttelstreifen – sichtbar Wirkung gezeigt. Im Jahr 2013 waren in den Teichkurven laut Statistik 3190 Kraftfahrer zu schnell unterwegs, im Jahr 2014 wurden 2627 Verstöße geahndet. Im Vorjahr gab es für 2564 Raser einen Denkzettel.

Wer nicht durchgeschüttelt werden will, geht auf der B6 bei Deuben vor den Rüttelstreifen vom Gas. Quelle: Thomas Kube

Apropos Rüttelstreifen: Auch diese wurden im Zuge der jüngsten Baumaßnahme optimiert. „Bisher wechselten viele Fahrer die Spur, um die Rüttelstreifen zu umgehen und gefährdeten so nicht nur sich, sondern auch den Gegenverkehr“, schildert Kirstenpfad. Das sei durch die nahezu parallele Anordnung in beiden Fahrtrichtungen nun nicht mehr möglich.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wo soll die Reise beim Thema Stadtentwicklung hingehen? Wie soll Brandis 2030 aussehen? Fragen, die jetzt im Rahmen eines Leitbildes beantwortet werden. Unter dem Titel „Spur der Steine“ soll unter anderem ein touristisches Konzept entstehen.

15.12.2016

In den Sommerferien 2017 soll eigentlich die Sanierung des Schulhofs an der Macherner Grundschule beginnen. Doch der Technische Ausschuss lehnte es vorerst ab, ein vorliegendes Planer-Angebot anzunehmen. Das Rathaus solle erst nachverhandeln.

16.12.2016

Einen Katalog von Forderungen muss der Investor der geplanten Paintball-Anlage im Macherner Tresenwald erfüllen. Dazu gehört unter anderem die Ausgliederung des Geländes aus dem Landschaftsschutzgebiet.

13.12.2016