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Wurzen Einwohnerversammlungen zum Breitband-Ausbau in Brandis
Region Wurzen Einwohnerversammlungen zum Breitband-Ausbau in Brandis
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00:31 02.03.2018
Michael Kölling, Bürgermeister Arno Jesse und Oliver Frieske (v.r.) sehen gespannt der Nachfragebündelung in Brandis entgegen. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

„Gemeinsam in Richtung Zukunft!“ In Glas geschliffen, steht das Motto auf dem Tisch des Brandiser Bürgermeisters Arno Jesse (SPD). Michael Kölling, Regionalmanager der Deutschen Glasfaser (DG), übergab sie zusammen mit Projektmanager Oliver Frieske vor dem Start der Nachfragebündelung in Brandis. Bereits im Dezember hatten Jesse und DG eine Kooperation zum Netzausbau unterzeichnet. Sie sieht vor, die Kommune mit Glasfaserleitungen zu versorgen, angeschlossene Haushalte können Geschwindigkeiten von mindestens 100 Mbit/s im Up- wie Download nutzen.

Per Brief in jeden Haushalt hat die DG am Wochenende bereits über ihr Vorhaben informiert, vier Einwohnerforen folgen, sie beginnen jeweils 18.30 Uhr:

– am 28. Februar im Forum der Oberschule Brandis, Poststraße 20

– am 1. März in der Turnhalle der Grundschule Beucha, Kleinsteinberger Straße 20

– am 2. März im Bürgerhaus Polenz, Zur Rodelbahn 6

– am 8. März im Eiscafé Lilly Vanilly in Waldsteinberg, Naunhofer Straße 30.

„Darüber hinaus werden wir am 3. März einen Servicepunkt am Markt 7 in Brandis eröffnen“, informiert Nancy Pfaff vom Marketing. „Dort können sich die Bürger auch persönlich beraten lassen.“ Über die Hotline 02861/8133427 können Haustermine vereinbart werden, und während der dreimonatigen Nachfragebündelung wird ein Infomobil die Ortsteile anfahren. „Wir wollen Ansprechpartner vor Ort sein“, betont Pfaff. Zur Aktionspalette gehört deshalb auch ein für den 21. April geplantes Bürgerfest, in das die DG die örtlichen Vereine einbinden möchte.

Jesse sieht im Engagement der DG die „wahrscheinlich letzte Chance, Glasfaser bis in jede Wohnung gelegt zu bekommen – ohne dass Hauseigentümer oder die Kommune für die Anschlüsse etwas zahlen müssen“. Bekanntlich hatte NGN aus München vergangenes Jahr nicht die für einen wirtschaftlichen Ausbau angepeilten 60 Prozent Zuspruch erreicht. Die DG hängt die Latte mit 40 Prozent niedriger.

Eine von der Stadt beauftragte Machbarkeitsstudie hatte für Brandis 15 Millionen Euro Investitionsbedarf ergeben. „Das ist so viel wie unser gesamter Haushalt und allein nicht stemmbar“, verdeutlicht Jesse, auf Fördermittel will er nicht setzen. Die DG geht allerdings von nur 3,27 Millionen Euro aus. „Das hängt mit dem von uns angewandten Trenching und einer mindertiefen Verlegung, in Gehwegen etwa 35 Zentimeter tief, zusammen“, erklärt Frieske. Trenching beschreibt Verfahren zur Rohrverlegung, bei dem Böden nur aufgeschlitzt werden. Das beanspruchen weniger Platz und Zeit. „Wir schaffen bis 600 Meter am Tag“, sagt Kölling.

Wenn sich die Brandiser für die DG entscheiden, geht Kölling von einer Signalwirkung aus. In Thallwitz ist sie bereits beim Netzausbau, in Borsdorf hat sie sich vergangene Woche im Gemeinderat vorgestellt, auch Machern bekundete Interesse. „Bis Ende 2020 wird sich der Bedarf bis 400 Mbit/s bewegen“, prognostiziert er. „Dann werden andere nachziehen.“

Von Ines Alekowa

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