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Wurzen Die Kanonade von Körlitz
Region Wurzen Die Kanonade von Körlitz
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05:00 23.07.2010
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Falkenhain/Körlitz

Sie kommen in großen Schwärmen. Und sie sind sehr hungrig. Tausende Stare könnten in den kommenden Tagen massive Schäden am Sauerkirschbestand der Wurzen Obst anrichten, glaubt Torsten Kühne, der Geschäftsführer des Unternehmens. Deshalb ergreift der Obstbaubetrieb Vergrämungsmaßnahmen, die den Spagat zwischen Tierschutz und Rettung der Ernte ermöglichen sollen – Knallkanonen.

„Kanonen sind es ja eigentlich nicht“, so Kühne. Denn selbstverständlich werde nicht wirklich geschossen. „Die Geräte funktionieren auf Gasbasis und haben sich bei der Vergrämung von Kormoranen an Fischteichen bewährt.“ Alle fünf Minuten erzeugten die zwei beschafften Geräte einen Knall. Wie laut? „Ziemlich laut“, gibt Kühne unumwunden zu. Anderenfalls würden sich die Stare schnell daran gewöhnen und trotzdem auf der Plantage einfallen. Bislang seien Geräte im Einsatz, die die Vögel durch für diese unangenehme Geräusche verscheuchen. „Aber deren Reichweite ist begrenzt.“ Um die gefiederten Strolche in den nächsten zwei Wochen verlässlich fernzuhalten, muss schwereres Geschütz her.

„Uns bleibt keine andere Wahl“, erklärt Kühne. Auf rund 15 Hektar Anbaufläche könnten im Idealfall bis zu hundert Doppelzentner Sauerkirschen geerntet werden. „Die sollen in den Spreewald verkauft werden.“ Der Erlös betrage marktabhängig zwischen 50 000 und 100 000 Euro. Viel Geld für das Unternehmen. „Wenn Tausende Stare einfallen, ist die Ernte binnen kurzer Zeit ruiniert.“ Was die Vögel nicht komplett verspeisten, sei meist angepickt und somit unverkäuflich. „Da droht Totalverlust.“

Die Kanonade wird während der jetzt anlaufenden Kirschernte täglich um 7 Uhr beginnen und bis 20 Uhr anhalten. Juristisch gesehen sei alles geklärt, so Kühne. Das Ordnungsamt habe den Einsatz genehmigt und die Polizei sei verständigt. Letzteres sei schon deshalb nötig, weil bei einem „Probeschuss“ vor kurzem ein zufällig vorbei kommender Reiter glaubte, unter Beschuss geraten zu sein und prompt die Polizei rief.

Dass sich Anwohner durch die Knallerei belästigt fühlen, ist Kühne völlig klar. Deshalb habe das Unternehmen in Körlitz um Verständnis geworben. „Die Leute sind informiert und wir haben auch extra Hinweisschilder aufgestellt.“ Zudem seien die beiden Knallgeräte möglichst weit von der Ortschaft entfernt platziert worden. Für die unvermeidbaren Belästigungen entschuldigt sich Kühne im Vorfeld. „Ich denke, jeder in Körlitz weiß, dass wir das nicht aus Spaß machen.“ Auch im Ort hingen Arbeitsplätze am Wohlergehen des Unternehmens.

Markus Tiedke

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