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Wurzen Die Lage ist ernst: Gefahr der Schweinepest für Sachsen
Region Wurzen Die Lage ist ernst: Gefahr der Schweinepest für Sachsen
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22:18 07.03.2018
Expertenrunde zur Schweinepest: Georg-Ludwig von Breitenbuch als Jagdpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, Frank Pfeil vom Umweltministerium, Stephan Koch vom Sozialministerium und Torsten Müller vom Veterinäramt im Erzgebirgskreis (v.l.) im Dialog auf Schloss Trebsen. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig/Trebsen

Ob und wann die Afrikanische Schweinepest (ASP) – eine hochansteckende Tierkrankheit – aus Osteuropa nach Sachsen eingeschleppt wird, sei heute kaum absehbar. Die Politik zeigt sich aber alarmiert, weshalb die CDU-Landtagsfraktion Experten der Veterinärmedizin, aber auch Vertreter der Land-, Forst- und Jagdwirtschaft auf Schloss Trebsen für einen Dialog an einen Tisch holte.

„Etwa 300 Kilometer weiter östlich gibt es einen bestätigten Fall der ASP“, ließ Asja Möller Dienstagabend aufhorchen. Die promovierte Amtstierärztin im Landkreis Leipzig weiß auch, dass dort der „Mensch als schwächstes Glied in der Verhinderungskette dieser Tierseuche“ Schuld am Verbreiten der ASP habe. Natürlich seien die bereits getroffenen Maßnahmen reine Prophylaxe. Doch weil die ASP irgendwann auch die Region erreichen kann, so die Amtstierärztin, „wird man natürlich mit dem Näherkommen der Tierseuche immer nervöser.“

Folgen wären dramatisch

Die Folgen wären für Tierhalter und Lebensmittelindustrie „dramatisch“, denn die Sperrmaßnahmen in Ausbruchsgebieten würden mit mindestens 18 Monaten langwierig ausfallen. Dennoch sei man der nahenden Tierseuche nicht ohnmächtig ausgeliefert. „Es werden Strategien verfolgt, die eng mit den schon betroffenen Nachbarländern abgestimmt sind, um aus ihren bisherigen Erfahrungen im Umgang mit der ASP zu lernen“, weiß Möller.

Dennoch konstatierte Gerald Lehne (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises Leipzig, dass dieser Dialog zwar zu begrüßen, jedoch aus seiner Sicht überfällig ist. „Ich mache mir große Sorgen, weil die Schwarzwildpopulation in den Wäldern nicht geringer geworden ist.“ Gleichwohl schon eine überdurchschnittliche Zahl Schwarzwild zur Strecke gebracht worden sei. Deshalb beunruhigt Lehne, „dass wir viele noch unbeantwortete Fragen haben, jedoch als politische Ebene im Landkreis noch nicht eingebunden sind, um Antworten und Maßnahmen zur ASP nach unten transportieren zu können.“ In diesem Kontext mahnt er „praxisgerechte Lösungen“ an. Beispielsweise könne es angesichts der ernsten Situation nicht sein, dass bei der Bejagung mit Hunden im Randbereich der Pächter ein Einspruchsrecht hat.“ Deshalb fordert Lehne ein „gemeinsames Handeln“.

Freistaat startet Maßnahmen zur Prävention

Als Vertreterin der Staatsregierung war die Gesundheits- und Sozialministerin, Barbara Klepsch (CDU), in Trebsen. „Wir müssen vorbereitet sein. Deshalb wollen wir mit diesem Dialog sensibilisieren und aufklären. Sowohl die Jäger und Landwirte als auch die Bevölkerung, denn wir wissen, die ASP im Nachbarland wurde durch weggeworfene Lebensmittel übertragen, also vom Menschen verbreitet.“ Bereits vor einem Jahr haben das Sächsische Sozial- und das Umweltministerium eine Übung durchgeführt, um den ASP-Ausbruch durchzuexerzieren und das Prozedere rund um und mit dem einzurichtenden Krisenstab zu üben. Gegenwärtig sei man dabei, mit mehrsprachigem Informationsmaterial an Autobahnen und Raststätten Aufklärung zu betreiben, benannte die Ministerin nur eine der aktuellen Maßnahmen. „Und natürlich stehen wir im engen Austausch mit den Landkreisen. Ich glaube, wir sind mit unserer Prävention gut aufgestellt“, sagte die Ministerin.

Von Frank Schmidt

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