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Wurzen Die Molkerei und Weichkäserei Zimmermann GmbH hat seit 1. Juni einen neuen Besitzer
Region Wurzen Die Molkerei und Weichkäserei Zimmermann GmbH hat seit 1. Juni einen neuen Besitzer
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00:19 26.06.2017
Die Produktion von Käse hat in Falkenhain eine über 100-jährige Tradition. 1931 übernahm Albert Zimmermann die Dampfmolkerei Falkenhain und baute den Betrieb kontinuierlich aus. Quelle: Foto:
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Lossatal/Falkenhain

Seit Anfang des Monats ist die Falkenhainer Molkerei und Weichkäserei K.-H. Zimmermann GmbH nicht mehr in Familienbesitz. Wie Wolfram Ebert auf Nachfrage bestätigte, wurde das Unternehmen zum 1.  Juni verkauft. Mehr wollte der ehemalige Geschäftsführer und Gesellschafter nicht sagen. „Ich bin jetzt Angestellter, ebenso wie meine Frau.“ Lediglich den neuen Besitzer des Betriebes verriet er – die Heinrichsthaler Milchwerke GmbH mit Sitz in Radeberg (Landkreis Bautzen).

Doch auch der jetzige Eigentümer hielt sich mit Informationen bedeckt. „Ich möchte dazu nichts sagen“, ließ Geschäftsführer Uwe Lammeck zunächst ausrichten. Später dann bestätigte er aber persönlich den Kauf der Feinkäserei Zimmermann. Als Grund für die karge Auskunft gab Lammeck an: „Sie müssen verstehen, wir haben erst seit kurzem Einblick in die Produktion und in die Bücher. Frühestens in vier, fünf Wochen wissen wir mehr.“ Vorerst bleibe in Falkenhain „alles bestehen, wie es ist“.

Mit der Heinrichsthaler Milchwerke GmbH erhält der Falkenhainer Betrieb in der Karl-Marx-Straße 90 einen neuen Besitzer, der gleichfalls auf eine lange Tradition und wechselvolle Geschichte schauen kann, die bis 1880 reicht. In jenem Jahr legte Agathe Zeis den Grundstein für die Meierei Heinrichsthal als Muster- und Lehrmeierei für landwirtschaftliche Töchter. 1947 erfolgte die Überführung in die sogenannte Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) Molkereigenossenschaft Radeberg. Zu DDR-Zeiten war die Molkerei das größte Käsereiunternehmen für Weich-, Schnitt- und Hartkäse. Seit 1994 betreibt die Molkereigenossenschaft Radeberg die 1992 gegründete Heinrichsthaler Milchwerke GmbH als Eigner.

Ende 2009 eröffnete die Gesellschaft ein hochmodernes Logistikzentrum, das zur Lagerung und Reifung von Käseprodukten dient. Auf einer Gesamtfläche von knapp 6000 Quadratmetern entstand innerhalb von nur acht Monaten eine Halle, die Stellplätze für circa 6000 Paletten bereit hält. Dies entspricht einer Menge von etwa 4000 Tonnen Käse, der bei einer Temperatur von vier bis sechs Grad Celsius lagert. Mittlerweile werden Käsespezialitäten von Radeberg aus in die ganze Welt verschickt. Zu den größten Abnehmern gehören zum Beispiel typische Käseländer wie Frankreich und Spanien, aber auch Ungarn, Skandinavien und Osteuropa.

Für die Feinkäserei Falkenhain endete hingegen zum 1. Juni eine Familiengeschichte, die eng mit dem Namen Zimmermann verbunden ist. Denn 1931 erwarb Molkereimeister Albert Zimmermann den Klinkerbau am Ortsrand, baute die Firma kontinuierlich aus. Sohn Karl-Heinz stieg nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Bereits in den 1960er-Jahren erreichte die tägliche Milchproduktion mit 14 000 Litern ihre Kapazitätsgrenze. Zimmermanns Rosengarten machte daher 1970 Platz für eine neue Käserei. Kurz darauf enteignete die DDR-Obrigkeit das Privatunternehmen und wandelte es zum „Volkseigenen Betrieb“ (VEB) um. Karl-Heinz Zimmermann blieb zumindest Chef des VEB.

1990 erhielt die Familie die Produktionsstätte zurück, investierte 1992 neuneinhalb Millionen D-Mark in einen Neubau und moderne Technik. Zuletzt verließen jährlich rund 500 Tonnen Altenburger Ziegenkäse und etwa genau so viele andere Käsesorten die Molkerei & Weichkäserei  GmbH, welche in dritter Generation von der Enkelin des Firmengründers, Ulrike Ebert, geborene Zimmermann, und ihrem Mann Wolfram geleitet wurde. Dem neuen Geschäftsführer Uwe Lammeck ist die Falkenhainer Historie bestens bekannt. „Ich kenne sogar noch den alten Herrn Zimmermann.“

Von Kai-Uwe Brandt

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