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Wurzen Die Panitzscher Parkbühne lebt und bebt
Region Wurzen Die Panitzscher Parkbühne lebt und bebt
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11:40 27.08.2018
Begeisterte Zuschauer verfolgten das bunte Programm, das der Verein "Panitzsch erleben" am Samstagabend auf die Parkbühne zauberte. Quelle: privat
Borsdorf/Panitzsch

Man wolle einmal testen, „ob die Bühne auch heute noch diese Magie alter Zeiten hat und ein charmanter Veranstaltungsort sein kann“ , hatte Kerstin Dittrich, die Vorsitzende des Vereins „Panitzsch erleben – gestern, heute, morgen“, angekündigt. Und ja, die Parkbühne lebte und bebte am Samstagabend. Über 300 Besucher erlebten ein buntes Programm mit Musik, Spaß und Informationen. Da bereits vor Veranstaltungsbeginn alle Sitzgelegenheiten besetzt waren, wurde kurzerhand Nachschub aus umliegenden Gehöften herbeigeholt.

Koffer voll Historie

Schon am Vormittag hatte der sonst so verträumte Ort ein lange nicht gekanntes Gewusel gesehen: Bühne und Filmleinwand wurden aufgebaut, Strom gelegt, Buden und Biertischgarnituren aufgestellt, Bierwagen und Grill einsatzbereit gemacht. Die Freunde der Feuerwehrhistorik erklommen die Bäume, um mit Beleuchtung gemütliche Sommernachtsatmosphäre zu zaubern.

Erna stellte dann auch fest, dass in Panitzsch mächtig was los sei. Sie eröffnete den Abend auf ihre charmante Art mit dem neuesten Klatsch. Dann entdeckte das SEP-Trio – Sylvia, Evelyn und Peter – in einem alten Koffer Interessantes zur Parkbühnengeschichte. Besonders bemerkenswert, dass es der 1880 als Tonnengewölbe erbaute Eiskeller und die 1961 davor errichtete Freilichtbühne bis auf die Liste der sächsischen Kulturdenkmäler geschafft haben, außerdem gab es hier mal einen Zoo.

Musik und Theater

1958 begannen an dieser Stelle die ersten Veranstaltungen, unter anderem mit der Liedertafel Panitzsch, deren damaliger Chorleiter Harry Künzel es sich trotz seiner 86 Jahre und Hochzeitstag nicht nehmen ließ, als Überraschungsgast mit Moderator Matthias Schwarzmüller über alte Zeiten zu plaudern. Dabei verriet er, dass Dr. Margarete Blank eigentlich seine musikalische Ader entdeckte. Mit Ohrwürmern auf Klarinette und Saxophon versetzte er die Zuhörer in die Swinging Time der 1960er-Jahre.

Zur Kräftigung der Lachmuskeln trug das musikalische Märchen „Rotkäppchen für Erwachsene“ bei. Die Vereinsmitglieder interpretierten die Grimmsche Vorlage neu und gaben den einzelnen Figuren liebenswerte, freche Charaktere. Doch auch die Liedertafel erfreute, auf wohlbekannte Titel reagierte das Publikum mit lautstarkem Mitsingen. Nicht zuletzt bereicherte Paulin Fisch mit gefühlvollem Spiel am E-Piano die Veranstaltung. Sogar der Wettergott spielte mit, sodass das Kino wie geplant unterm Sternenhimmel stattfinden konnte. Vor dem Kultfilm „Saturday Night Fever“ lief natürlich wie damals der „Augenzeuge“, der die fleißigen Vorbereitungen für die Sommernacht dokumentierte.

Erinnerung an alte Zeiten

Viele ältere Besucher erzählten an diesem Abend, was sie schon alles an der Parkbühne erlebten, dass sie sogar schon selbst darauf standen und wie toll es ist, an diesem Ort wieder einander zu begegnen und miteinander zu feiern, ob Jung oder Alt, Ur-Panitzscher oder Zugezogene. Besonderes Interesse weckten die Fotos, worauf so mancher Panitzscher einen seiner Vorfahren entdeckte.

Apropos Fotos: Erstmals an diesem Abend wurde auch der von Olaf Bendrat herausgegebene 368 Seiten starke Bildband „750 Jahre Borsdorf-Panitzsch“ gezeigt und von Vielen als Erinnerung an diese tolle Festwoche sofort erworben.

Das Vereins-Motto „Mit Liebe handgemacht“ war an diesem Abend deutlich spürbar, und ein begeistertes Publikum belohnte dies mit tosendem Beifall. Der Dank galt auch den Vereinsmitgliedern, die im Bierwagen und am Grill im Dauereinsatz waren. Und auch die Unterstützung durch die Gemeinde Borsdorf und deren Bauhof war ein wichtiger Teil zum Erfolg. Das einhellige Fazit der Besucher und der Akteure des Abends: „Ein gelungenes Fest. Gerne immer wieder.“

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