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Die Sieben Kreiswunder – ein neues Wahrzeichen für Wurzen?

Projekt "Hängende Gärten" Die Sieben Kreiswunder – ein neues Wahrzeichen für Wurzen?

Die Ringelnatzstadt Wurzen plant ein Architekturprojekt, das an die Hängenden Gärten von Babylon erinnert, eines der Sieben Weltwunder. Ob Tempel, Pyramiden und Skulpturen – im Landkreis Leipzig gibt es bereits ein paar prominente Orte, die den früheren Weltwunder ähneln. Wir haben sie aufgespürt.

Wunder gibt es immer wieder: Die Sieben Weltwunder und ihre Zwillinge im Landkreis Leipzig.

Quelle: Zeyen/Schmidt/Kempner/Taubert/Wikipedia

Landkreis Leipzig. Die Ringelnatzstadt Wurzen plant ein Architekturprojekt, das an die Hängenden Gärten von Babylon erinnert, eines der Sieben Weltwunder. Ob Tempel, Pyramiden und Skulpturen – im Landkreis Leipzig gibt es bereits ein paar prominente Orte, die den früheren Weltwunder ähneln. Wir haben sie aufgespürt.

Die hängenden Gärten von Babylon in Wurzen

Öko-Projekt: Das Vorbild stand im versunkenden Babylon. In Wurzen sollen die Gärten ebenso bunt werden.

Quelle: Kai-Uwe Brandt/Wikipedia

Was für eine (weltwunderliche) Idee: Wurzens lässt die hängenden Gärten wiederauferstehen. Auf den Terrassen am Schlosshang, wo jetzt noch Unkraut und Efeu wuchern, sollen bald Apfelbäume und Beerensträucher wachsen. Pflanzen, die vom ortsansässigen Bundessortenamt gezüchtet werden. Vorbei der Dornröschenschlaf auf dem Areal, das einst im 15. und 16. Jahrhundert gärtnerisch die Bischöfe formten.

Beim Städtewettbewerb "Ab in die Mitte!" heimste die Ringelnatzstadt schon im Oktober 2015 eine 30.000-Euro-Siegprämie für das Vorhaben ein – eine nette Finanzspritze. Die Gesamtkosten stünden noch aus, so Stadtmarketing-Koordinator Peter Sauer, einer der Initiatoren. Zunächst müsste das Gelände vermessen, der Baugrund untersucht werden. Baubeginn ist somit frühestens im Herbst dieses Jahres.

Die hängenden Obstgärten von Wurzen - ein Name, der die Vorstellungskraft beflügelt. "Da der angestrebte Obstgarten in Hanglage liegt", sagt Sauer, "war die Assoziation zu den Hängenden Gärten von Babylon naheliegend." Bei diesem Namen habe jeder ein Bild vor Augen. Es erzeugt sofort eine positive Vorstellung, einen Ort, den man unbedingt entdecken möchte. Verbunden sei mit dem Vorhaben die Hoffnung, zusätzliches Grün ins Wurzener Zentrum zu holen, mehr Touristen in die Domstadt zu locken und auf Schautafeln über die Gartenbaukultur der Region zu informieren.

Die Sieben Weltwunder der Antike

 

Fahren Sie mit der Maus über die Karte: Die klassischen Sieben Weltwunder waren im Mittelmeerraum und Vorderasien, in den heutigen Ländern Ägypten, Türkei, Griechenland und Irak, verortet. Einzig die Pyramiden blieben erhalten. Fotos: Screenshot Google Earth, Wikipedia

Der Pharos-Leuchturm auf dem Wachtelberg

Wer kopiert hier wen? Wurzens Bismarcksäule ähnelt dem Leuchtturm.

Wer kopiert hier wen? Wurzens Bismarcksäule ähnelt dem Leuchtturm.

Quelle: Klaus Peschel/Wikipedia

Zugegeben, trotz Neuseenland, Leuchttürme gibt es rund um Leipzig nicht gerade wie Sand am Meer. Optisch jedoch, würde der Wurzener Bismarckturm durchaus als kleiner Bruder des Pharos-Giganten durchgehen. In Deutschland ist der 18 Meter hohe Aussichtspunkt auf dem Wachtelberg in bester Gesellschaft - 146 Bismarcktürme existieren noch. 47 von gehen auf den Entwurf "Götterdämmerung" des Architekten Wilhelm Kreis zurück. Ursprünglich thronte auf dem Wurzener Turm eine Schale. An besonderen Gedenktagen wurde in ihr - zu Ehren des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck - ein Feuer entzündet.

Der Artemis-Tempel von Markkleeberg

Beides waren oder sind Touristenmagneten: Der antike Artemis-Tempel lockt Pilger an, der Musentempel in Markkleeberg die Liebespaare.

Beides waren oder sind Touristenmagneten: Der antike Artemis-Tempel lockt Pilger an, der Musentempel in Markkleeberg die Liebespaare.

Quelle: André Kempner/Wikipedia

Glamour hat sich auch über Leipzigs Süden gelegt: Ein Kleinod ist der Markkleeberger Agra-Park, einst Sommer-Landsitz des Leipziger Verlegers und Politiker Paul Herfurth. Neben Nachbildungen barocker Plastiken und dem herrschaftlichen Weißen Haus sticht auf einer Insel am Teich der schicke Musentempel hervor - ein beliebter Treffpunkt für Liebespaare. Im Jahr 1900 entstand der kreisrunde Pavillon mit seinen acht ionischen Säulen und gewölbten Dach im Herzen des 100 Hektar großen Gartenreiches. Und brachte etwas Griechen-Flair in die nach englischem Vorbild gestaltete Parklandschaft.

Das Mausolos-Grabmal von Nischwitz

Für die Ewigkeit gebaut: Das Grabmal des Mausolos diente vielen berühmten Ruhestätten als Vorbild – wie dem Mausoleum in Nischwitzer Schlosspark.

Für die Ewigkeit gebaut: Das Grabmal des Mausolos diente vielen berühmten Ruhestätten als Vorbild – wie dem Mausoleum in Nischwitzer Schlosspark.

Quelle: Christian Fest/Wikipedia

Einige haben es dem Griechen-Fürsten gleichgetan und sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Im Wurzener Land gehörte die Adelsfamilie von Ritzenberg einst zur Regional-Prominenz, als sie im Nischwitzer Schlosspark bei Thallwitz ein stattliches Mausoleum, eine Art Mini-Tempel, errichten ließ. Und wer berühmt war, kommt auch nach seinem Tod nicht zur Ruhe. Zu DDR-Zeiten zerstörten Vandalen einige wertvolle Steinsarkophage. Heute ist der sanierte Säulenbau aus der Zeit des Klassizismus neben Schloss und Park ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Koloss von Espenhain

Der eine steht, der andere gräbt: Der Koloss von Rhodos wie auch die Schaufelradbagger sind keine Winzlinge.

Der eine steht, der andere gräbt: Der Koloss von Rhodos wie auch die Schaufelradbagger sind keine Winzlinge.

Quelle: A. Döring/Wikipedia

Vom Koloss der Antike zum Giganten der Neuzeit: Schaufelradbagger zählen zu den weltweit größten Landfahrzeugen, wie etwa der monströse SRs 2000-1552, einer der größten im Mitteldeutschen Revier. Der Riese von Espenhain (40 Meter hoch, 32 Meter breit und 80 Meter lang) verrichtet zurzeit im Braunkohle-Tagebau Vereinigtes Schleenhain seinen Dienst. Ein 2380-Tonnen-Prachtkerl, dessen Riesenrad-Zähne sich unbeugsam durch sächsischen Boden graben, um das "braune Gold" für die Stromerzeugung zu fördern.

Die große Pyramide in Machern

Die Pyramide von Machern holte Ägypten ins Muldental.

Die Pyramide von Machern holte Ägypten ins Muldental.

Quelle: Wolfgang Zeyen/Wikipedia

Rätsel und Mythen ranken sich auch um die Macherner Pyramide. Errichtet wurde sie ab 1792, war gewissermaßen die kleine Ausgabe der großen Cheops-Pyramide. Deren Kopie lässt einen Hauch von Ägypten durch den Macherner Schloss- und Landschaftspark wehen. Ursprünglich war das 12-Meter-Kuriosum als gräfliche Begräbnisstätte von Carl Graf von Lindenau gedacht, doch beerdigt wurde in der Krypta niemand. Legenden zufolge, soll die gräfliche Familie einige Male in der Pyramide gespeist und gefeiert haben - bewiesen ist das aber nicht.

Die göttliche Statue von Frohburg

Göttliche Statuen: Zeus und Zentauren entstammen der griechischen Mythologie.

Göttliche Statuen: Zeus und Zentauren entstammen der griechischen Mythologie.

Quelle:

Sie allerdings kehrte nach einer Odyssee zum Ursprungsort zurück: Die Zentaurenstatue des Dresdner Bildhauers August Herzig aus Frohburg. Das filigrane Standbild zeigt den Kampf eines drachenähnlichen Fabelwesens gegen einen Zentauren, einen Pferdemenschen aus der griechischen Mythologie, deren Gestalt sie Zeus verdanken. 1899 wurde die Bronzefigur auf den Marktbrunnen gesetzt, im Zweiten Weltkrieg vom Sockel genommen, aber glücklicherweise nicht eingeschmolzen, sondern in einem Leipziger Gartenlokal aufgestellt. 1953 dann das Comeback: Die Statue kehrte auf den Marktplatz zurück.

Die 7 – eine perfekte Zahl

Rom wurde auf sieben Hügeln errichtet, das Witterung am Siebenschläfertag (27. Juni) bestimmt dem Volksmund nach das Wetter der nächsten sieben Wochen und James Bond ermittelt als "007". Was macht die Sieben so besonders? Erklärungsversuche gibt es viele, "Siebenheiten" auch. Viele Kulturen und Völker verbinden die Zahl mit Glück und Vollendung. Bei den Ägyptern und Babyloniern ist die Sieben die Summe der drei Lebenszahlen (Vater, Mutter, Kind) und vier Himmelsrichtungen (Nord, Ost, Süd, West). Den antiken Mathematikern galten (Drei)eck und (Vier)eck als vollkommene Gebilde.

Die Addition der Ziffern 1+2+3+4+5+6+7=28 ergibt die Tage eines Mondzyklus. Für Mohammedaner ist der "siebte Himmel" das Paradies. Auch in der jüdischen und christlichen Symbolik nimmt die Zahl eine Sonderstellung ein: Gott erschuf die Welt in sechs Tagen, am siebten Tag (dem Sabbat) legte er einen Ruhetag ein. Die Sieben ist die Kombination der Heiligen Dreifaltigkeit und der vier irdischen Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft). Häufig taucht die Zahl in Buchtiteln, Märchen, Filmen und Liedern auf. Gefürchtet sind die sieben Todsünden und bei Ehen das verflixte siebte Jahr. Und wer auf Reisen geht, packt seine Siebensachen.

Die klassischen Sieben Weltwunder waren auch jene prachtvollen Bau- und Kunstwerke, die in keinem antiken Reiseführer fehlen durften, spielten sie doch in der Liga der Superlative. Erstmals schriftlich festgehalten wurden die Großtaten von dem phönizischen Schriftsteller Antipatros von Sidon, die vollständige Weltwunder-Liste geht auf den griechischen Historiker Herodot (etwa 450 vor Christus) zurück.

Von Benjamin Winkler

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