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Wurzen Die hängenden Obstgärten von Wurzen
Region Wurzen Die hängenden Obstgärten von Wurzen
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00:36 24.09.2015
Am Amtsweg könnte ein Naturkleinod entstehen mit Sitzflächen auf den Terrassen und atmosphärischer Beleuchtung. Quelle: KaiUwe Brandt
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Damals im Jahre 2010 bewarb sich das Stadthaus mit dem Projekt-Dreiklang "Hafen zum Verweilen, KaK-Kunst am Klo sowie Kleinkunstkulisse auf historischem Grund" und ließ so manchen Konkurrenten weit hinter sich. Platz drei und damit 10 000 Euro Preisgeld waren der Lohn für die Mühen. Heute zieht der etwas andere Spielplatz gleich hinterm Alten Rathaus nicht nur die kleinen Städter magisch an, sondern ebenso die großen und sorgt für eine pulsierende Wenceslaigasse wenige Schritte vom Marktplatz entfernt.

Auf diesen Erfolg wollen Stadtmarketingkoordinator Peter Sauer und Katrin Hussock vom Verein Standortinitiative Wurzen nunmehr bauen. Ins Boot holten sie deswegen Schlossbesitzer Ronny Wedekind und weitere Partner. Denn auf dem Grundstück des einstigen Bischofssitzes und vielleicht dank der Siegerprämie könnte etwas ganz Besonderes entstehen: "Die hängenden Obstgärten von Wurzen". Bereits vorm Tag der Sachsen sandten Hussock und Sauer die Bewerbungsunterlagen ans Organisationsbüro "Ab in die Mitte" nach Leipzig; am 28. Oktober will die Jury dann auf Schloss Hartenfels in Torgau (Landkreis Nordsachsen) die Gewinner aus dem Reigen der 26 Teilnehmer ehren. Was hinter Wurzens Idee steckt, darüber klärt der 53-jährige Stadtmarketingkoordinator auf. "Nicht weniger als die Nutzgärten der Bischöfe von Meißen, die im 15. und 16. Jahrhundert im Schloss Wurzen residierten und deren Gartenanlagen sich bis weit ins heutige Stadtgebiet hineinzogen, sowie das Wurzener Land als traditionelles Obstanbaugebiet inspirierten uns."

Als Ort der Umsetzung nahmen die Initiatoren die bisher verwaisten und mit Efeu überwucherten Hänge des Schlosses und Domes ins Visier. Das 2235 Quadratmeter große Terrassen-Areal entlang des Amtsweges soll nämlich getreu des 2015er-Wettbewerbsmottos "Lebensgefühl Stadt - Tradition modern (er)leben" zu neuem Leben erwachen. "Durch die direkte Lage der Obstgärten am Innenstadtring, begehbar über zwei Eingänge am Schloss und Amtsweg, gibt es einen weiteren Anziehungspunkt in der Innenstadt", betont Sauer und fügt einen zweiten Aspekt an. Demnach könnten sich am Tag nach dem Wurzener Nachtshopping am Frühlingsfreitag ein kleines Obstblütenfest mit Direktvermarkter auf dem Schlosshof und ein Orgelkonzert am Abend anschließen. Selbst an kompetente Mitspieler haben die Ideengeber gedacht. So zum Beispiel an das Berufliche Schulzentrum mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft oder die Außenstelle des Bundessortenamtes in Wurzen und nicht zuletzt an den Verschönerungsverein "Die Stadtwandler".

Eine Dauerausstellung im Durchgang zum Schloss über die lange Tradition des Obstanbaus im Wurzener Land gehöre ebenfalls zum Gesamtkonzept, berichtet Sauer und lässt einmal mehr den Blick in eine mögliche Zukunft schweifen: "Die begehbaren Hänge werden mit modernem Sitzmobiliar und Kunstobjekten ausgestattet. Eine atmosphärische Beleuchtung in den Abendstunden macht die hängenden Obstgärten zu einem Ort mit besonderem Flair."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.09.2015

Kai-Uwe Brandt

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