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Wurzen Doppelausstellung würdigt Georg Bötticher
Region Wurzen Doppelausstellung würdigt Georg Bötticher
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05:00 16.05.2011
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. Unter dem vielsagenden Titel „Meisterhaft – Musterhaft" würdigt sie mit Georg Bötticher einen Mann, der auf verschiedenen Ebenen Großes geleistet hat.

Diese Feststellung bezieht sich beileibe nicht nur darauf, dass er mit Joachim Ringelnatz einen bedeutenden Künstler zeugte und prägte. Bötticher senior war – das trug Museumsleiterin Sabine Jung kenntnisreich vor – vor allem ein unglaublich begabter Musterzeichner. Über 13 fruchtbare Jahre arbeitete er für die Wurzener Tapetenfabrik, wobei er seine in den Vorjahren unter anderem in Paris und Mannheim erworbenen Fähigkeiten kultivierte.

Obwohl Böttichers Schöpfungen seinerzeit weit über Deutschlands Grenzen hinaus Abnehmer fanden, habe sich die Suche nach Originalen keineswegs einfach gestaltet, sagte Jung. „Sein Name ist unter Fachleuten zwar durchaus ein Begriff." Einzelne Muster könnten ihm aber nur selten zugeordnet werden. „Das Wissen darum ist teilweise verloren gegangen." Schließlich gelang es den Organisatoren aber doch, einige beeindruckende Beispiele seines Schaffens aufzutreiben.

So werden in der Ausstellung neben einigen farbigen Entwürfen des gebürtigen Jenaers auch 48 Muster präsentiert, die mit ihrer Detailfülle beredtes Zeugnis vom Können Böttichers ablegen. In Zeiten, da allerorten die Raufasertapete dominiert, ist die Ausstellung schon wegen der verspielten Vielgestaltigkeit der Bötticher-Entwürfe zu empfehlen.

Nicht ohne Grund betonten Jung und Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) aber zu Beginn der Vernissage die Doppelbegabung Böttichers. Tatsächlich hatte der sich neben seinem Broterwerb, der Gebrauchsgrafik, auch erfolgreich mit der Literatur befasst. Dies hob die ehemalige Vorsitzende des Ringelnatzvereins, Angelika Wilhelm, in ihrer Laudatio hervor.

Als Humorschriftsteller habe es Bötticher zu seiner Zeit zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht, so Wilhelm. In den beinahe hundert Jahren seit seinem Tod ist dieser Ruhm allerdings weitgehend verblasst – was durch den Zusatz „fast vergessener Künstler" im Titel der Ausstellung auch herausgestellt wird. Mehrere Expositionen würdigten Bötticher in den vergangenen Jahren zumindest am Rande. Jetzt widmet sich ein beachtlicher Teil der neuen Ausstellung seinem Engagement für die Leoniden, jenem Bund von Kunstsinnigen, den er 1909 mitbegründete.

Zahlreiche Originaldokumente aus dem Vereinsleben der Leoniden, die sich nach einem alljährlich im November niedergehenden Sternschnuppenschauer benannt hatten, werden in der Galerie gezeigt. Auch Zeichnungen und kurze Charakterisierungen zu etlichen der Leoniden-Mitglieder sind bis zum Festwochenende zu sehen.

Markus Tiedke

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