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Wurzen Doppelt so viele Einsätze: Stürme fordern Macherner Kameraden
Region Wurzen Doppelt so viele Einsätze: Stürme fordern Macherner Kameraden
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00:32 17.03.2018
Jahreshauptversammlung der Gemeindewehr Machern im Sportpark Tresenwald. Quelle: Feuerwehr Machern
Machern

Kaum Zeit zum Verschnaufen blieb den Macherner Kameraden im vorigen Jahr. „Im Vergleich zu 2016 waren doppelt so viele Einsätze zu absolvieren“, bilanzierte Gemeindewehrleiter David Kolodziej zur jüngsten Jahreshauptversammlung. Im Sportpark Tresenwald waren die Mitglieder der vier Ortswehren Machern, Gerichshain, Püchau und Lübschütz zusammengekommen, um Rückschau und Ausblick zu halten. „Besonders Sturmtief Xavier und Orkantief Herwart verlangten uns im Oktober alles ab.“ Im gesamten Gemeindegebiet waren die Wehren im Dauereinsatz. Dass dies nur ein Probelauf für Orkan Friederike war, ahnte 2017 noch keiner.

Umgestürzte Bäume haben Brände in der Statistik längst auf der Spitzenposition abgelöst. Insgesamt 27-mal musste die Wehr im Vorjahr zur Beseitigung von Sturmschäden ausrücken. 14-mal waren Flammen zu löschen. Insgesamt wurden bei 66 Einsätzen rund 580 Einsatzstunden absolviert. Hinzu kamen rund 4200 Ausbildungsstunden. „Erfreulich ist, dass die Gemeindewehr Zuwachs erhielt“, erklärte Kolodziej. Dies sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass die neu gegründete Kinderfeuerwehr Gerichshain nun mit erfasst wird. Damit besteht die Gemeindewehr aktuell aus 167 Personen, davon 82 in der aktiven Abteilung, 26 in der Jugendwehr und 13 in den Kinderfeuerwehren Machern und Gerichshain. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören 46 Mitglieder ab.

Nötige Investitionen

Neues Löschfahrzeug: Die Ortswehr Gerichshain erhält ein neues Löschfahrzeug. Der Auftrag konnte nach europaweiter Ausschreibung an die Firma Rosenbauer vergeben werden. Mit knapp 360 000 Euro blieb das Angebot 20 000 Euro unter den eingeplanten 380 000 Euro. Angestrebter Liefertermin ist im November.

Technik-Investitionen: Für rund 35 000 Euro wurde im Vorjahr neue Technik angeschafft, unter anderem ein Türöffnungs- und ein Atemschutznotfallset. Um den Unfallverhütungsvorschriften gerecht zu werden, wurden außerdem die Tore des Macherner Gerätehauses komplett ausgetauscht.

Neue Kleidung: Dringend erneuert werden müsse auch die Einsatzbekleidung, die teilweise noch aus dem Jahr 2000 stammt, erklärte Wehrleiter David Kolodziej. Allein dafür müssten in diesem Jahr 85 000 Euro aufgewendet werden. Um einen noch größeren Investitionstau zu vermeiden, sollte der Posten noch im Haushalt 2018/2019 berücksichtigt werden, wünscht sich die Gemeindewehr.

Sorgen bereitet nach wie vor die tägliche Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Brandschützer. „Gerade unterhalb der Woche haben wir von 6 bis 18 Uhr damit die größten Probleme“, bekannte Kolodziej. Lediglich rund 10 bis 15 Prozent der Kameraden seien in dieser Zeit vor Ort. „Damit bleibt weiterhin das Ärgernis, dass zwei Ortswehren tagsüber fast durchweg nicht einsatzbereit sind und somit rund 40 Prozent der Alarmierungen nicht abarbeiten konnten.“ So rückte die Ortswehr Püchau in vier Fällen nicht aus, in Lübschütz blieb die Technik neun Mal im Depot. Erstmals in der Geschichte der Gemeindewehr sei es erfreulicherweise gelungen, einen Kameraden bei der Gemeinde anzustellen. „Natürlich hilft das weiter, ist aber andererseits nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Was die Ehrenamtlichen leisten, werde dabei allzu leicht als Selbstverständlichkeit abgetan. Doch ein Schulterklopfen reicht in den Augen Kolodziejs längst nicht mehr: „Die vielen Ausbildungsstunden, die Einsätze rund um die Uhr, weil eine Brandmeldeanlage zum zehnten Mal in der Nacht anschlägt. Am Ende noch das Selbstverständnis, die Feuerwehr macht das schon. Aber hier sei mal die Gegenfrage erlaubt: Wer macht eigentlich was für uns, die immer da sind und die immer helfen?“ Gegen die Personalnot bei den Rettern bedürfe es dringend neuer Anreize, forderte der Wehrchef mit Nachdruck. „Ob dies ein Stiefelgeld ist, eine Anrechnung der aktiven Dienstzeit auf die Rente oder eine Zusatzrentenversicherung wie in Sachsen-Anhalt - Ideen gibt es genug. Fakt ist aber, es muss endlich etwas passieren.“

In die Kritik an der neuen Regionalleitstelle mag der Macherner hingegen nicht einstimmen. „Auch eine Leitstelle Grimma wäre bei den Herbststürmen oder Orkan Friederike an ihre Grenzen gestoßen.“ Deshalb sei für ihn die polemisch geführte Diskussion nicht nachvollziehbar. „Gerade im Alltagsgeschäft läuft die Zusammenarbeit mit der Leitstelle in Leipzig problemlos.“ Erkannte Mängel gelte es gemeinsam abzustellen. „Eine Rückkehr zur Leitstelle Grimma wird es jedenfalls nicht geben“, bezog sich Kolodziej auf entsprechende Forderungen. „Somit sind alle gefordert, das Beste aus der Situation zu machen.“

Von Simone Prenzel

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