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Wurzen Dorfkirche in Körlitz erstrahlt nach Sanierung wieder in neuem Glanz
Region Wurzen Dorfkirche in Körlitz erstrahlt nach Sanierung wieder in neuem Glanz
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11:00 01.10.2016
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Lossatal/Körlitz

Klein, schlicht , sehr alt und Zentrum des Dorfes – das ist die Kirche Körlitz. Mittlerweile erstrahlt das Gotteshaus im neuen Glanz. Denn erst vor kurzem – am 5. September – erfolgte die Abnahme durch den Denkmalschutz. Und eben das Ende der umfangreichen Restaurierungsarbeiten will die Kirchgemeinde am morgigen Sonntag ab 10.15 Uhr mit jenen feiern, die ihr Scherflein dazu beitrugen. Vor allem mit den zahlreichen Spendern und Gönnern, da ohne sie das benötigte Eigenkapital von über 40 000 Euro nie zusammen gekommen wäre, um den maroden Dachreiter und -stuhl zu retten.

Mit der Sammelaktion hatte die Kirchgemeinde bereits 2008 begonnen – von Haustür zu Haustür. „Damals noch unter Pfarrer Jürgen Schneider, der den Anstoß für die Sanierung gab, und später unter Pfarrer Stephan Rost “, erinnert sich Kirchenvorstand Beate Scheeler. Es folgten Benefizveranstaltungen zugunsten der Kirche und immer wieder kleine wie große Gaben von Privatpersonen und von Vereinen. Sogar fünfstellige Summen flossen, zum Beispiel 10 000 Euro von der Firma Thiele AG Körlitz. Ebenfalls 10 000 Euro steuerte die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Kiba) bei. Der Spendeneifer nötigt Scheeler Respekt ab und deswegen sind zur Einweihung jede Menge Ehrengäste geladen, darunter auch der Unterstützer und Kabarettist Gunter Böhnke.

„Nach dem Gottesdienst präsentieren wir ab 12.30 Uhr eine Bilderschau des Baugeschehens. Um 20 Uhr wird außerdem erstmals der Kirchturm beleuchtet“, freut sich Scheeler auf hoffentlich viele neugierige Besucher. Fürs Licht griffen übrigens wiederum die Körlitzer in die eigene Tasche.

Was sich während der Monate nach Beginn der Arbeiten im Dezember 2014 alles im und auf dem Gotteshaus im romanischen Stil getan hat, weiß Jochen Ritter-Müller vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Leipzig am besten. Schließlich ließ das desolate Dach lange Zeit Regenwasser und Schnee im Winter eindringen. Der „Echte Hausschwamm“ verursachte gravierende Schäden an den Holzbalken der Dachkonstruktion, dem Tragwerk und am Dachreiter. Bis zu 15 Zentimeter hing die Holzbalkendecke durch. Geschätzte Baukosten: weit über 240 000 Euro.

Der erste Finanzierungsversuch 2012/2013 beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien schlug jedoch fehl. Erst im zweiten Anlauf, so Ritter-Müller, gelang 2014 eine Mischfinanzierung dank Geldern der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Kiba, aus dem Landesprogramm des Denkmalschutzes und der kirchlichen Eigenmittel. Allein der erste Bauabschnitt umfasste 107 000 Euro. Das Tragwerk im Außenbereich wurde saniert, die Lastableitung des Dachreiters auf dem Schiff und die Schiffdecke notgesichert. „Wir ergänzten darüber hinaus den Glockenstuhl für eine zweite Glocke“, erzählt Ritter-Müller. Das alte Geläut aus dem Jahre 1477 musste zur Reparatur ins Glocken-Schweißwerk Lachmeyer nach Nördlingen, Landkreis Donau-Ries in Bayern. Ferner errichteten Zimmerleute zwei neue Holzstrebewerke. Keinesfalls vergessen will der Diplom-Bauingenieur die Erneuerung der Uhr inklusive Zifferblatt. Mit dem Probeläuten der Glocke am 7. Juli des Vorjahres endete schließlich die erste Etappe.

Im Oktober 2015 und nach Unterstützung aus dem Sonderprogramm der Denkmalpflege ging es für den Planer in die zweite Phase – diesmal mit Sohn Matthias an der Seite. „Und begleitet durch einen Artenschutzbeauftragten wegen der Fledermäuse sowie von vornherein im guten Zusammenspiel mit Thomas Brockow vom Landesamt für Denkmalpflege, Karin Siebert von der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Baupfleger des Regionalkirchenamtes Leipzig, Tillman Dorn.“

Der Leistungsumfang von Oktober bis jetzt im Schnelldurchlauf: Laternenspitze und Traufbereiche saniert, währenddessen zu Tage getretene Tragwerksschäden behoben, Dachreiter geschiefert und mit Blech versehen sowie Fassade und Fenster gestrichen. „Alles in allem betrug der Gesamtaufwand rund 310 000 Euro. Mehr als angedacht, insbesondere wegen der unvorhersehbaren Probleme bei solchen Denkmalvorhaben.“

Noch bis zuletzt in dieser Woche erledigten die Handwerker Restarbeiten, damit sich die Dorfkirche in Körlitz am Sonntag zur Einweihung mit Erntedankgottesdienst picobello präsentiert.

Von Kai-Uwe Brandt

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