Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Dorfkirchennacht kommt in Fahrt – Busshuttle für Besucher
Region Wurzen Dorfkirchennacht kommt in Fahrt – Busshuttle für Besucher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:31 15.06.2016
André Rotter hat für die Dorfkirchennacht zwei Busse gechartert, damit möglichst viele Besucher bequem zu den Kirchen gelangen können – ein Pilotprojekt. Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Bennewitz/Altenbach

Mehr als 30 Kirchen öffnen zur 10. Nacht der offenen Dorfkirchen am 2. Juli ihre Pforten, die meisten locken zudem zwischen 18 und 24 Uhr mit einem eigens zusammengestellten Programm. Doch in diesem Jahr gibt es noch eine Innovation besonderer Art. Damit die Angebote von möglichst vielen Besuchern wahrgenommen werden können, hat der Altenbacher Andrè Rotter (46) zwei Busse gechartert, die interessierte Kirchennachtbesucher – zunächst erst einmal als Pilotprojekt im Wurzener Westen – von Kirche zu Kirche fahren.

Eigentlich könnte Rotter mit dem Anklang, den die Dorfkirchennacht in seinem Heimatort Altenbach findet, zufrieden sein. „Hier hat sich eine Initiativgruppe gebildet, die mit viel Liebe alles plant und durchführt und damit unser Dorf lebenswerter macht. In den vergangenen Jahren hatten wir immer etwa 250 Besucher“, sagt Rotter von der Initiativgruppe. „Aber ich wünsche eine solche Resonanz auch den anderen Kirchen“, erklärt der 46-Jährige, der erst 2001 von Leipzig ins Muldental gezogen ist und von 2002 bis 2008 bereits im Kirchenvorstand der Schwesterkirchgemeinde Machern-Altenbach-Leulitz-Zeititz mitwirkte und bis vor Kurzem die Junge Gemeinde leitete. „Mein Herz schlägt für die 2007 vom Mutzschener Pfarrer Henning Olschowsky initiierte Dorfkirchennacht, denn sie bietet die Chance auf Feststimmung, die man sonst nur noch in Haupt- und Stadtkirchen findet.“ Es ist ein bunter Mix aus Musik, Theater, Literatur, Film, Ausstellung, Meditation, Führungen, an das die Vorbereitungsteams in den Orten viel Engagement und Kreativität investiert haben. Manche Kirchen – Einzelheiten im Programmheft – öffnen auch nur, auf dass Besucher die Stille des Raumes auf sich wirken lassen können. „Das Angebot ist offen für alle und soll Menschen ansprechen, die neugierig auf Kirchenraum sind, vielleicht Informationen über das Gemeindeleben suchen oder dieses aktiv erleben wollen“, sagt Rotter.

Wer die von ihm organisierten Busse nutzt, hat die Chance, an diesem Abend nicht nur eine Kirche besuchen zu können, sondern gleich mehrere. Über der Idee mit dem Bus brütet der Altenbacher schon lange. Jetzt hat er das Pilotprojekt für den Wurzener Westen privat angeschoben. „Die zehnte. Dorfkirchennacht bot sich an, etwas Besonderes zu machen.“ Zwei bei Naundorf- Reisen in Nerchau gecharterte Busse starten 17 Uhr in Trebsen in entgegengesetzte Richtung zu einem Rundkurs. An der Strecke liegen Altenhain, Ammelshain, Klinga, Naunhof, Erdmannshain, Albrechtshain, Beucha, Brandis, Polenz, Machern, Nepperwitz, Deuben, Altenbach, Leulitz, Bennewitz, Schmölen, Pausitz und Bach. Zwischen 17 und 24 Uhr wird jede Haltestelle achtmal – viermal pro Richtung – angesteuert. In den Städten – Naunhof, wo eine Ausstellung zu sehen ist, ausgenommen – ist nur Ein- und Ausstieg, ebenso in Bach, wo es keine Kirche gibt, und in Bennewitz. In Beucha kann man dafür gleich in zwei Gotteshäuser gehen – in die Bergkirche und die Katholische Kapelle. Insgesamt sind von 19 Kirchen am Weg 15 geöffnet. „Mit fünf Euro ist man dabei“, sagt Rotter, Kinder in Begleitung haben freie Fahrt. Ein Kontrollband am Handgelenk zeigt, dass der Obolus entrichtet ist, und berechtigt zum erneuten Zustieg. Der Preis sei so gewählt, dass er gerade die Unkosten deckt. „Denn wir wollen den Kirchen an der Strecke nicht die Spenden abziehen“, betont Rotter, der selbst als einer von zwei Busbegleitern mitfahren und nicht nur die Kassierung übernehmen, sondern auch Wissenswertes zum Programm und den Orten am Wege erzählen wird.

Beispiel Altenbach: Hier öffnet die Kirche bereits 17.30 Uhr. Den Auftakt bildet das Puppenspiel „Wie die Welt der Stockwusel aus den Fugen geriet“, das Rotters Frau Angelika geschrieben hat und zusammen mit Nachbarn und Freunden aufführt. 18.30 Uhr erklingt Irish Folk mit Thomas Carl aus Machern, bevor Julia Riedel, die im Max-Planck-Institut Leipzig arbeitet, ab 20 Uhr einen Vortrag über „Wilde Schimpansen im Regenwald“ hält. 22 Uhr steht ein Gospelkonzert mit dem Großpösnaer Kantor Maik Gosdzinski und Therese Galetzka auf dem Programm sowie um 23.30 Uhr eine Andacht mit Pfarrerin Barbara Lötzsch. Natürlich gibt es auch einen Imbiss, um über Einnahmen daraus sowie Spenden die Ausgaben zu bestreiten. Bei Duftwerk im Räucherzelt klingt der Abend aus. – „Das Potenzial in den Dörfern, einen solchen Abend mit Inhalt zu füllen, ist eigentlich gigantisch“, meint Rotter. „Und es ist spannend, es für solche Ereignisse wie die Dorfkirchennacht zu heben.“

Das Busangebot richtet sich nicht nur an alle diejenigen, die das Auto mal stehen lassen wollen. „Ich hoffe, so auch Leute zu erreichen, die sonst nicht zur Kirchennacht kommen, zum Beispiel aus Seniorenheimen“, sagt Rotter. Die Haltepunkte seien extra so gewählt, dass es maximal 150 Meter bis zu jeder Kirchentür sind. Auch an Schüler denkt er, „schließlich spiegeln Kirchen, meist das älteste historische Gebäude im Ort, auch ein Stück Heimatgeschichte.“

„Wir werden sehen, ob es funktioniert“, sagt er. Denn da es die Dorfkirchennacht nur im Leipziger Land gibt, könne man nicht auf Erfahrungen anderer zurückgreifen. 1500 Euro hat Rotter in seine Idee – inclusive 320 Programmhefte – investiert. „Wir bräuchten 230 Mitfahrer, damit das Geld wieder reinkommt“, rechnet er vor, für den Notfall hätten sich einige Spender bereiterklärt, das Defizit auszugleichen. Und wenn sich die Sache trägt? „Dann finden sich vielleicht Engagierte und Sponsoren, und es gibt 2017 weitere Buslinien. Dann käme die Dorfkirchennacht richtig in Fahrt.“

Weitere Informationen unter: dorfkirchennacht-2016-bus.jimdo.com

Von Ines Alekowa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ob Löschangriff oder Hindernisstaffel: Wenn die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren zu Hilfe eilen, geht es um Perfektion und Tempo. Um beides zu trainieren, ist der Feuerwehrsport eine gute Möglichkeit. In Narsdorf gibt es perfekte Wettbewerbsbedingungen, wie sich bei den Meisterschaften am Sonnabend wieder gezeigt hat.

14.06.2016

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag im Bennewitzer Ortsteil Pausitz (Landkreis Leipzig) einen Zigarettenautomaten gesprengt und wurden dabei von einer 79-Jährigen bei ihrer Tat beobachtet. Die Seniorin wählte umgehend den Polizei-Notruf.

14.06.2016

Der Stadtrat von Wurzen hat ein Sparpaket beschlossen, um die Kommune zu stärken. Zwei Sporthallen sollen geschlossen, mehr Einnahmen durch Blitzer, Parkautomaten und höhere Elternbeiträge erzielt werden.

14.06.2016
Anzeige