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Wurzen Dornreichenbach eröffnet Pilgerrast entlang des Jacobsweges
Region Wurzen Dornreichenbach eröffnet Pilgerrast entlang des Jacobsweges
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Ort der Begegnung: Die neue Pilgerrast in Dornreichenbach nahe dem Tiergehege ist nach sechsmonatiger Bauzeit eingeweiht worden. Quelle: Frank Schmidt
Lossatal/Dornreichenbach

"Die große Herausforderung war, die alte Bausubstanz - bestehend aus einem alten Garagenschuppen - in das neue Gebäude zu integrieren, damit für dieses Projekt Fördermittel genutzt werden konnten", sagte der Lossataler Bürgermeister Uwe Weigelt. Und so verfügt das Gebäude über einen großzügigen und lichtdurchfluteten Gemeinschaftsraum. "Der zukünftig für verschiedene Aktivitäten im Dorf genutzt werden kann und soll", ermutigte Weigelt Vereine, Bewohner und Kindereinrichtungen ausdrücklich. Für Pilgerer, Wanderer und Gäste der Region stehen von außen zugängliche und teils barrierefreie Toilettenanlagen zur Verfügung. Von diesem etwa 370.000 Euro teuren Projekt profitiert das ganze Umfeld, was mit Parkplätzen, Wasser-, Abwasser- und Telefonanschlüssen aufgewertet wurde. Kernpunkt sind aber Informationstafeln, die auf Attraktionen am Pilgerweg aufmerksam machen. "Zum Beispiel das Tiergehege und Schloss in Dornreichenbach, die Bockwindmühle in Kühnitzsch und die Kirche aus dem 12. Jahrhundert in Körlitzsch bis rüber in die Dom- und Ringelnatzstadt", schlug Weigelt einen weiten Bogen. All das mit der Absicht, sich mit den Nachbarkommunen abzustimmen, wenn es um die Entdeckung einer ganzen Region geht. "Das dürfte besonders für Großstädter Anreiz sein, hier raus zu kommen und einen Tag auf einem ganz bestimmten Abschnitt zu pilgern, auf dem man unwahrscheinlich viel erleben kann", machte der Gemeindechef Werbung für das sehenswerte Lossatal.

Von Gerd Pettrich, dem Jugendwart im Kirchenbezirk Leipziger Land werden die rein touristischen Ambitionen dieser Pilgerrast etwas relativiert. "Zweifellos ist diese Station ein wichtiger Baustein auf dem Jacobsweg, denn in Wurzen gibt es eine Station und auch in Nepperwitz, wo pro Jahr bis zu 100 Pilgerer anklopfen. Aber Pilgern hat mit Tourismus nur bedingt etwas zu tun. Das Pilgern ist eine Lebensart. Wer auf dem Jacobsweg unterwegs ist, sucht nicht in erster Linie touristische Ziele. Was jedoch nicht die Begegnungen und Kontakte mit den Menschen der Regionen ausschließt", sagte Pettrich. Peter Brendler, Ortsvorsteher von Hohburg ist der Meinung, "dass dieses Objekt gut für den Pilgerweg ist aber auch für den Tourismus. Ich denke, man kann das nicht so streng trennen." Ähnlich sah es Reinhard Otto, er ist Ortsvorsteher in Dornreichenbach. Ich hab das von Beginn an gesagt, dass damit der Ort aufgewertet wird. Und ich freue mich über den schönen Raum, in den wir sicher öfter zu unserer Ortschaftsratssitzung einladen."

Frank Schmidt