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Drei Kandidaten ausgewählt: Wurzener-Land-Werke-Projekt auf der Zielgeraden

Strategischer Partner Drei Kandidaten ausgewählt: Wurzener-Land-Werke-Projekt auf der Zielgeraden

„Es ist Zeit um auf die Zielgerade einzubiegen“, sagt der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) und meint damit die Gründung der Wurzener-Land-Werke. Zur jüngsten Gemeinderatssitzung informierte er über den aktuellen Stand des Projektes.

Vier Kommunen des Wurzener Landes wollen selbst Gestalter und Nutznießer der Energiewende zu werden. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Bennewitz. „Es ist Zeit um auf die Zielgerade einzubiegen“, sagt der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) und meint damit die Gründung der Wurzener-Land-Werke. Zur jüngsten Gemeinderatssitzung informierte er über den aktuellen Stand des Projektes. Die Absicht dahinter ist, „dass das Geld, das die Einwohner für Energie ausgeben, in der Region bleibt und hier auch wieder eingesetzt wird“, sagte Laqua.

Bernd Laqua

Bernd Laqua: Der Bennewitzer Bürgermeister berichtete im Gemeinderat über den Fortschritt bei der Vorbereitung der Wurzener-Land-Werke-Gründung.

Quelle: privat

Der Beirat aus Gemeinderäten der künftigen Mitgliedsgemeinden Wurzen, Bennewitz, Thallwitz und Lossatal hat seit seiner Konstituierung im September 2015 die auf dem Weg liegenden Hürden genommen. „Zwischen Oktober und Januar wurden eine Reihe von Stadtwerken besichtigt, um bestehende Modelle kennen zu lernen“, berichtete Laqua. So standen in Wolfshagen/Harz Stadtwerke schon zur Verfügung, seit 2008 wird die Bevölkerung mit eigenem Strom aus erneuerbaren Energien versorgt.

Katalog mit 43 Fragen erarbeitet

In Königslutter/Niedersachsen kümmert sich ein Zusammenschluss von drei Kommunen um Stromerzeugung und -vertrieb. Und in Görlitz hat sich die Kommune einen strategischen Partner an die Seite geholt – eine Konstruktion, wie sie auch im Wurzener Land angestrebt wird. „Das Fazit lautet: Mit der eigenen Erzeugung kann man für die Bürger billigen Strom herstellen, die Preise liegen im Marktvergleich im unteren Drittel“, so Laqua.

Für die Wurzener-Land-Werke stehen drei strategische Partner in der engeren Wahl: Envia, Stadtwerke Leipzig (SWL) und Veolia. Um die Kandidaten vergleichen zu können, habe der Beirat einen Katalog mit 43 Fragen erarbeitet, berichtete Laqua. Die Antworten präsentierten die Bewerber am 2. März – Envia in Bennewitz, SWL im Lossatal, Veolia in Wurzen. Alle drei seien erst einmal nicht von einem Gewinn, sondern vielmehr von einem Minus über sechs und acht Jahre ausgegangen. „Jede Investition verursacht erst einmal Kosten“, kommentierte dies Gemeinderätin Ulrike Böhme (Linke). Sie sehe die Landwerke als „Investition in die Zukunft“.

Nachdem der Beirat die Präsentation ausgewertet und offene Fragen herausgearbeitet hatte, beispielsweise wie mit der in Wurzen vorhandenen Wärmeerzeugung umgegangen werden soll, fand am 11. April eine zweite Lesung statt. „Alle drei Partner betonten hier, dass sie Entscheidungen in den Land-Werken den Kommunen überlassen wollen und eine Holding befürworten. Bei der Frage der Anteilshöhe sei Wurzen den Landkommunen entgegengekommen, berichtete Laqua, und beanspruche statt 48 Prozent – entsprechend seiner Größe – nur 40, Bennewitz, Lossatal und Thallwitz wären mit je 20 Prozent dabei. Allerdings: „Falls die Landwerke scheitern, übernehmen die kleinen Gemeinden Wurzens Schulden mit“, gab Gemeinderat Wolfram Böttger (CDU) zu bedenken. „Aber auch die Gewinne werden entsprechend verteilt“, erwiderte Laqua.

Beirat wählt unter drei Kandidaten aus

Für die jeweiligen Produkte, beispielsweise für Windenergie, sollen Tochtergesellschaften gegründet werden. „Wir müssen entscheiden, mit welchen Produkten wir beginnen“, so Laqua, „um nicht mit Vielem nichts, sondern mit Wenigem das Maximum zu erreichen.“ Dass zurzeit mit Energielieferanten noch Konzessionsverträge laufen, verschaffe Zeit zum Überlegen. „Womit wir beginnen, wird auch davon abhängen, welcher Bieter den Zuschlag erhält“, sagte Gemeinderat und Beiratsmitglied Klaus-Dieter Kaschmierzeck (Linke). Fraktionskollegin Ina Adler schlug vor, angesichts von Stromüberschuss in Sachsen sich „nicht von vornherein auf Strom festzulegen“, sondern den Fokus auf Speicherung zu legen. Konsens indes bestehe schon jetzt, eine Gesellschaft für Breitband-Internet zu integrieren – die vier Kommunen arbeiten seit einem Jahr gemeinsam an dessen Ausbau.

Nachdem der Beirat die Entscheidung für einen strategischen Partner vorbereitet hat, werden am 21. April die Bürgermeister mit einem Rechtsanwalt den Gründungsbeschluss entwerfen. Dessen erste Lesung ist nach einer Beiratssitzung am 9. Mai für den 18. Mai im Gemeinderat Bennewitz vorgesehen, am 25. Mai folgt Wurzen, tags darauf Thallwitz, am 8. Juni Lossatal. Der Beschluss zur Gründung der Land-Werke soll in einer gemeinsamen Ratssitzung am 20. Juni in der Kulturscheune Thallwitz erfolgen.

Von Ines Alekowa

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