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Wurzen Dresdener Orgelbauer machen Königin der Instrumente flott
Region Wurzen Dresdener Orgelbauer machen Königin der Instrumente flott
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19:00 11.06.2018
Noch bis Anfang Juli sind Paul Schröer (in Bild) und sein Kollege Andreas Kulitza in Wurzen, um die Jehmlich-Orgel der Herz-Jesu-Kirche zu reparieren und zu säubern. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Sie ist gewiss nicht die älteste, aber schon aufgrund der Zeit ihrer Herstellung besonders – die pneumatische Orgel in der Herz-Jesu-Kirche Wurzen. Errichtet wurde die Königin der Instrumente (opus 508) nämlich nur drei Monate nach Beginn des Zweiten Weltkrieges von der berühmten Firma Gebrüder Jehmlich aus Dresden und erklang erstmals am 24. Dezember 1939. Zur feierlichen Weihe durch Pfarrer Franz Wörner sei sie allerdings noch unvollständig gewesen und erst einige Wochen später komplettiert worden, weiß Orgelbauer Paul Schröer nach Aktenstudium zu berichten.

Kleinere Reparaturen für einen besseren Klang

Der 28-Jährige und sein Kollege Andreas Kulitzka von der Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH sind seit Ende Mai dabei, das Instrument mit 1200 Pfeifen, 16 Register auf zwei Manuale und ein Pedal in Schuss zu bringen. Bis Anfang Juli erledigen die beiden Fachleute kleinere Reparaturen. Sie wechseln die Leder-Membrane und tauschen die Filze aus. Ferner werden die verstaubten Pfeifen allesamt gebürstet sowie gewaschen, sodass die Wurzener Organistin und Chorleiterin Rosemarie Schimmel demnächst bald wieder ihre Freude am Spiel haben wird.

Spenden und Eigenmittel der Gemeinde

Die Kosten in Höhe von 26 500 Euro stemmt die katholische Gemeinde Herz-Jesu aus eigener Tasche und mit Hilfe vieler privater Spender. Als ein Beispiel nennt Pfarrer Uwe Peukert die Volks- und Raiffeisenbank Muldental, die allein 1000 Euro beitrug. Fast 800 Euro spielte zudem die Kollekte des Benefizkonzertes mit Jonas Wilfert im März ein. Der Musiker wuchs in Hohburg auf, erhielt ab dem sechsten Lebensjahr Klavier- und mit zwölf zusätzlich Orgelunterricht. „Eine weitere Veranstaltung mit ihm ist bereits geplant. Dann aber an der restaurierten Orgel“, so Peukert.

Weitaus problematischer als die Mängel an der Orgel sei der Zustand der Glocken des Gotteshauses in der Torgauer Straße. Experte Sebastian Ruffert stellte Rost und Risse am Eisenhartguss-Geläut aus dem Jahre 1924 fest. Seither, informiert Peukert, schweigen die Klangkörper im genieteten Glockstuhl, der gleichermaßen auf eine Erneuerung wartet. Das Projekt ab 2019 veranschlagte der Geistliche mit 130 000 Euro. Eine ähnliche Summe will die katholische Gemeinde mit ihren 930 Mitgliedern dann ein Jahr später in die Sanierung des Daches und der Fassade stecken.

Es kann nicht immer nach Plan laufen

Ob alles so kommt, wie gedacht, kann Peukert heute nicht sagen. Immerhin wurde einst der Aufbau der Jehmlich-Orgel um zwei Jahre verschoben, da das Geld für den Moment an anderer Stelle dringender gebraucht wurde.

Die der Romanik nachempfundene Herz-Jesu-Kirche direkt an der Via Regia entstand 1899 nach den Plänen des Wurzener Baumeisters Gustav Schmidt. Am 4. Mai erfolgte die Grundsteinlegung und bereits zum ersten Advent am 3. Dezember 1899 die sogenannte Einsegnung (Benediktion). Danach dauerte es noch einmal zehn Jahre, bis Bischof Aloys Schäfer endlich das Gotteshaus zu Christi Himmelfahrt am 5. Mai 1910 weihte (Konsekration).

Von Kai-Uwe Brandt

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