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Wurzen Dürre: LVZ-Wanderer lernen Nöte der Bauern kennen
Region Wurzen Dürre: LVZ-Wanderer lernen Nöte der Bauern kennen
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14:22 30.08.2018
Die LVZ-Wanderung führt in diesem Jahr am Findling in Geithain vorbei. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Dass das Einbringen der Mais-Ernte und die 25. LVZ-Wanderung sich auf seinem Wickershainer Hof überschneiden könnte, musste Christian Landwehr im Frühjahr vermuten. Der heiße, viel zu trockene Sommer sorgte indes dafür, dass der Mais längst vom Acker geholt ist – allerdings mit Einbußen von 40 Prozent. Wenn die Leipziger Volkszeitung am 15. September mit Lesern und Freunden durch Fluren südlich von Geithain wandert, werden sie einen Eindruck gewinnen, wie dieser Sommer Landschaft und Landwirtschaft zusetzte. Unterwegs-Station ist die Geithainer Landwirtschaftsgesellschaft in Bruchheim, ehe auf dem Hof von Barthel & Landwehr ab Mittag das Wanderfest gefeiert wird – mit regionalen Anbietern und Blasmusik.

Der Kurs der 25. LVZ-Wanderung am 15. September 2018. Quelle: Ines Wrana

Bauern beklagen extreme Einbußen bei den Erträgen

„Der Sommer 2003 war schon sehr trocken, aber so extrem war es nicht“, sagt Christian Landwehr, Betriebsleiter der 1991 gegründeten GbR. Seit 2007 konzentriert sich das Unternehmen neben dem Getreideanbau auf die Bioenergie-Produktion (Nebenprodukt Spargel, der deutlich früher als anderswo reift). In beide Geschäftsfelder wurde zuletzt kräftig investiert; die neuen Silotürme und ein Gasspeicher zeugen davon. Doch die Ernte 2018 ist mit der Vokabel bescheiden beschönigend umschrieben: Beim Getreide fehlen 20, beim Mais, wichtiger Grundstoff für das Biogas, gar 40 Prozent des erwarteten Ertrags. „Wir haben Vorräte aus dem vergangenen Jahr, doch unter Umständen muss ich irgendwann den Strom drosseln“, sagt Landwehr. Das bedeute weniger Einnahmen, aber Landwirte, die um die Versorgung ihrer Tiere fürchten müssten, stünden noch schlechter dar. Deshalb liege es ihm fern zu klagen. Vielmehr möchte er als Gastgeber des LVZ-Wanderfestes gern etwas über die Biostrom-Erzeugung erzählen.

Technikschau auf dem Hof in Bruchheim

„Die Lage ist sehr problematisch“, bestätigt Jörg Vollert, Betriebsleiter der Geithainer Landwirtschaftsgesellschaft. Zurzeit säe man Raps, doch der brauche absehbar Regen; bleibe der weiter aus, müsse man auch um die Ernte 2019 fürchten. Selbst wenn man mit den Älteren spreche, werde deutlich: An so ein verrücktes Jahr für die Landwirtschaft könne sich keiner erinnern. Der in Bruchheim ansässige Betrieb mit sieben Mitarbeitern und zwei Lehrlingen hat sich auf den Anbau von Marktfrüchten spezialisiert. Wenn die LVZ-Wanderer auf dem Betriebshof eine kurze Rast einlegen, gibt es nicht nur eine Erfrischung, sondern vor allem Informationen über das Unternehmen und eine kleine Technikschau.

Wanderfest in Wickershain

Um die Landwirtschaft geht es auch beim Wanderfest in Wickershain. Wegen des Jubiläums gibt es einen kleinen regionalen Markt. Die Kelterei Schauß, die die Mosterei Geithain betreibt, bietet Fruchsäfte und –weine aus Obst von heimischen Gärten und Wiesen an. Die Hausschlachterei Berthold aus Bruchheim bietet hausschlachtene Wurst. Die Kohrener Landmolkerei will ebenso vor Ort sein. Nicht zu vergessen die Stände des Staatsbetriebs Sachsenforst, des Tourismusvereins Borna und Kohrener Land und das Glücksrad des Bad Lausicker „Riffs“. Um die Gastronomie zum Fest kümmert sich die Freiwillige Feuerwehr Geithain. Bürgermeister Frank Rudolph (UWG), der die Veranstaltung maßgeblich unterstützt, gewann das Blasorchester des Musikvereins Geithain für ein Konzert.

Wer am 15. September mit von der Partie sein möchte, meldet sich bis zum 10. September an unter der Telefonnummer 03433/270721. Das Telefon ist von 10.30 bis 15 Uhr besetzt. Dann erfährt jeder die Startzeit seiner Wandergruppe. Erwachsene zahlen einen Unkostenbeitrag von drei Euro, Kinder bis 15 Jahre von einem Euro.

Von Ekkehard Schulreich

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