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Düstere Aussichten für Domherrenkurie

Düstere Aussichten für Domherrenkurie

Wurzen. Es ist amtlich: Leslie Gosling, Besitzer der Domherrenkurie am Domplatz 6 in Wurzen, will das Gebäude verkaufen. Schon lange hatte es Gerüchte in diese Richtung gegeben: Nun hat die Deutsche Grundstücksauktionen AG das Objekt in ihrem neuesten Katalog aufgelistet.

rem neuesten Katalog aufgelistet. Dort werden in kleinen Texten die Gebäude vorgestellt, die am 18. September um 11 Uhr versteigert werden sollen.

Vor rund einem Monat bat Gosling das Unternehmen, das fast 500 Jahre alte Gebäude wieder zu versteigern. Wie schon im Jahr 2008 liegt das Mindestgebot bei 6000 Euro. Damals hatte Gosling für einen Preis von 14 000 Euro zugeschlagen. „Wahrscheinlich wird er mit einem Verlust rechnen müssen", sagt Cornelia Klinnert, die für das Auktionshaus den Leipziger Raum betreut. „Denn soweit ich weiß, hat Herr Gosling nichts an dem Gebäude gemacht."

Die Domkurie verfällt immer mehr. Dabei hatte sich Gosling vor zwei Jahren mit viel Enthusiasmus als neuer Inhaber vorgestellt. Er schwärmte geradezu von seinem Kauf. Hochwertige Ferienwohnungen für britische Touristen sah der Engländer in dem verfallenen Haus. Der Zustand schrecke ihn nicht ab, beteuerte er: „In Mittelengland bewohne ich eine alte Windmühle. Als ich die kaufte, war nicht mal mehr ein Dach vorhanden", sagte er damals dieser Zeitung. Doch ein Jahr später war von den hochtrabenden Plänen noch nichts realisiert. Gosling – so hatte es den Anschein – bekam kalte Füße.

Der Wurzener Architekt Andreas Kewitz begleitete Gosling in den ersten Wochen nach dem Kauf, stellte für

ihn mehrere Sanierungskonzepte auf. Alle bewegten sich im Rahmen von 500 000 Euro bis eine Million Euro. Gosling Unternehmergeist war verflogen, wie Kewitz schildert. Er bat sich Bedenkzeit aus. „Im Juni vergangenen Jahres habe ich die letzte Mail von Herrn Gosling erhalten", sagt Kewitz. „Danach bestand nie wieder ein Kontakt." Schon damals sprach der Eigentümer davon, das Haus wieder zu verkaufen. Nun macht er den Plan wahr.

Kewitz bezweifelt, dass die Domkurie bald einen adäquaten Besitzer finden wird: „Es müsste schon ein ganz

spezieller Interessent sein. Denn die Kosten für die Sanierung sind erheblich." Erst Ende vergangenen Jahres

meldete sich eine Leipziger Immobilienfirma, die Einzelheiten über die Domkurie wissen wollte. „Es hieß, spanische Investoren würden mit einem Kauf liebäugeln", so Kewitz. Er hörte nie wieder etwas von diesem Interesse.

Was mögliche Käufer vor allem abschreckt, ist der Zustand des Gemäuers: Im Auktionskatalog liest es sich noch verharmlosend, wenn vom „stark sanierungs- und modernisierungsbedürftigen Zustand, Dachundichtigkeiten, Deckendurchbrüchen" die Rede ist. Pilze, Schwämme und der Holzwurm setzen den Jahrhunderte alten Konstruktionen massiv zu. Der Dachstuhl fällt bereits zu Teilen ein. Das Haus ist zu großen Teilen baufällig, es wird der Witterung komplett überlassen. Wer das Objekt kauft, muss viel Potenzial darin sehen – oder ein wirklicher Liebhaber sein. Die Zeit, in der eine Restaurierung des Objektes noch realisierbar ist, wird durch die Schwierigkeiten immer knapper. Eine Refinanzierung der Arbeiten wird immer unwahrscheinlicher. Deswegen sieht auch Kewitz schwarz: „Ich gehe davon aus, dass das Gebäude in ein paar Jahren vollkommen eingestürzt ist." Kai Kollenberg

Kai Kollenberg

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