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Eberhardt Purrucker stellt in Polenz aus

Kunst Eberhardt Purrucker stellt in Polenz aus

Naturmotive zogen Eberhardt Purrucker schon immer magisch an. Der gebürtige Polenzer, der inzwischen in Berlin wohnt, feiert seinen 90. Geburtstag. Das ist noch einmal Anlass für eine Ausstellung im Dreiseithof in der Straße der Einigkeit 4.

Mit großen Aquarellen war Eberhardt Purrucker auch schon in Wurzen präsent.

Quelle: Klaus Peschel (Archiv)

Brandis/Polenz. Wasser hat Eberhardt Purrucker schon als Kind magisch angezogen. Die von Schilf bewachsenen Tümpel und Gewässer des Polenzer Umlandes beflügelten seine Fantasie. Das Geäst alter Bäume und die ins Uferlose driftenden Wolken prägten den Knaben bei Streifzügen mit dem Vater, Förster im Rittergut, tiefer als er damals ahnte. Wasser, so zeigt eine Ausstellung in Polenz, fasziniert Purrucker noch immer. Es wird ihm mit seinen Spiegelungen zum Fluidum, in dem sich Abstraktion und Gegenständlichkeit überblenden. Die Kamera hält einen Zustand fest, der nur für Bruchteile von Sekunden existiert. Das Ausloten von Reflexionen schafft ungeahnte Assoziationsräume. Auch mit diesen Fotografien von Wasseroberflächen, die der Verein Einigkeit 4 bis September im Kuhstall zeigt, bleibt Purrucker an seinem großen Thema, der Natur in all ihren Spielarten. Ihr verlieh er im Laufe seines Lebens Ausdruck - mit Vorliebe im großformatigen Aquarell, aber seit etwa zehn Jahren verstärkt mit der Kamera. Purruckers lebenspralle Landschaften und Blumenstilleben sind von enormer Ausstrahlung. Brillant leuchtende Farben zaubern sommerliche Üppigkeit, lassen frühlingshafte Düfte ahnen oder im Vorgefühl künftigen Welkens Melancholie aufstrahlen. Und gleichgültig, welche Jahressignatur die Aquarelle und Fotografien tragen: Sie spiegeln einen jungen, wachen Geist. Dabei feiert Eberhardt Purrucker am 29. Mai in Berlin seinen 90. Geburtstag.

Erst Mitte 50 erfüllte er sich den Lebenstraum, als Maler so ganz aus dem Vollen zu schöpfen und ging als Pädagoge vorzeitig in Pension. Purrucker hatte früh begriffen, dass er materielle Sicherheit braucht, um als Künstler zur eigenen Handschrift zu finden. Mit dieser Einsicht studierte er in Westberlin nach vier Semestern an der Leipziger Graphikakademie ab 1952 Kunstpädagogik. Jahrzehnte war er mit Leidenschaft Lehrer an einem Berliner Gymnasium. Eigenes künstlerisches Tun blieb auf die Ferien beschränkt.

Der große Durchbruch kam 1985 im flirrenden Licht von Südfrankreich. Nach der Rückkehr sprangen Purrucker die Motive geradezu ins Auge: in verwilderten Gärten, an Uferrändern, überall dort, wo sich Natur ungebändigt entfaltet oder wieder Besitz ergreift von den Spuren menschlichen Lebens, von Portalen im Mittelmeerraum oder Ladentüren, seit Jahrzehnten verschlossen.

Der Künstler ist ein durch und durch kreativer Mensch. Typisches Beispiel sind seine witzigen Geburtstagstorten. Das originelle Backwerk konnte auf einem Fundament von Nusskuchen mit einem Aufbau ohnegleichen punkten. Eine Sternstunde erlebte Purrucker, als seine Mutter in Polenz zu ihrem letzten Geburtstag, dem 92., darauf drängte, das Fleisch anzubraten, das er ihr da mitgebracht hatte. Das war für ihn der Beweis, dass die Farbgestaltung der Marzipanmasse für das Torten-Stillleben, Hommage an die deftigen Mahlzeiten der alten Dame, hundertprozentig gelungen war.

„Man ist ein Stück Natur, nichts anderes“, sagt Purrucker. Dieser Grundgedanke hat ihn zur Philosophie geführt, auch auf das Terrain fernöstlicher Weltsicht. Seine Verwurzelung in Sachsen jedoch ist tiefgreifend. Bis vor einigen Jahren hatte Purrucker neben seiner Berliner Wohnung ein Wochenendgrundstück in Machern. Mit Ausstellungen auf der Leisniger Burg Mildenstein, in Machern, Naunhof, Wurzen und natürlich in Polenz hat der Maler diese Verbundenheit stets bekräftigt.

Auf dem Aquarellkarton entfacht Purrucker ein Feuerwerk der Farben. Er beherrscht die Klaviatur der Nuancen, setzt Flächen und Linien in der Sicherheit des Virtuosen. Doch einer dauerhaften schöpferischen Anspannung ist der Künstler mit den Jahren nicht mehr gewachsen. Gesundheitliche Malaisen blieben nicht aus. Die Arbeit mit der Kamera erweist sich da als hoch willkommenes Ausdrucksmittel, die Vorbereitung von Ausstellungen als Jungbrunnen. Eine Jubiläumsschau mit „Fotogemälden“ rückt zu seinem Geburtstag auch im Kulturhaus Spandau Eindrücke aus Berlin, Brandenburg und Venedig in den Fokus. Hier zeigt Purrucker erstmals ein Kuriosum: sein allererstes Ölgemälde, das er in Polenz mit zehn Jahren nach dem Titelbild eines Kalenders kopierte. Natürlich eine Landschaft, was sonst.

Von Ingrid Leps

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