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Wurzen Edle Pläne: Rittergut Trebsen rüstet sich für neue Steinzeit
Region Wurzen Edle Pläne: Rittergut Trebsen rüstet sich für neue Steinzeit
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10:59 18.02.2016
Schüler als Steinbeißer: Hauptschülerin Letitzia Krieger beißt sich im neuen Pilotprojekt der Steinwerkstatt handwerklich durch das Gestein.  Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

 Der Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege mit Sitz im Rittergut Trebsen ist zu neuen Ufern aufgebrochen. Vom einstigen Vorzeigeprojekt, die Ausbildung von Stuckateuren und Restauratoren, ist nur noch der Vereinsname „Handwerk und Denkmalpflege“ übrig geblieben. Das Hauptaugenmerk wird zukünftig im Bereich der kulturellen Bildung liegen.

„Wir stehen vor großen und massiven Umwälzungen im Verein“, beginnt Vereinschef Uwe Bielefeld darüber zu erzählen. Und das habe mit der Einstellung des inzwischen 20-jährigen Bildungsbetriebes Ende vergangenen Jahres begonnen (die LVZ berichtete). „Wenn die Mitgliederversammlung im zweiten Quartal des Jahres diesen Veränderungen zustimmt“, fährt Bielefeld fort, „dann werden wir höchstwahrscheinlich Förderverein Rittergut Trebsen heißen und uns somit innerlich neu strukturieren.“

Damit bekomme der Verein eine neue Satzung, in der neue Inhalte fixiert sein werden. Zu den günstigen Voraussetzungen der Neuorientierung gehöre unter anderem die Förderung durch den Kulturraum Raum Leipziger Raum, die zwar geringer geworden sei, jedoch mit 90 000 Euro eine gute Grundlage darstelle. „Damit möchten wir uns neben den sehr erfolgreich laufenden kulturellen Veranstaltungen auf den Geopark Porphyrland konzentrieren. Unser großes Ziel für die nächsten Jahre ist die Einrichtung einer Steinwerkstatt, in der sich vor allem Kinder und Jugendliche mit dem Thema Stein beschäftigen können“, blickt Bielefeld optimistisch in die Zukunft. Damit verbunden sei eine Dauerausstellung zum Thema „Edle Steine in Sachsen – Schätze in Porphyr“.

Das Rittergut soll im Porphyrland zum Standort für die Präsentation von regionalen Edelsteinen werden. Alles, was man hier in unserem kulturellen Raum findet, etwa Achate, Amethyste, Jaspis und verkieselte Hölzer, würden im Rittergut von privaten Sammlern präsentiert. Und der ehemalige Ochsenstall biete sich als Werkstatt an. Im Obergeschoss, so die Visionen, könnten dann Sonderausstellungen zu aktuellen Themen im Geopark eingerichtet werden.

Zudem werde hinter dem Inspektorenhaus in Richtung Park ein Gesteingarten entstehen, um Architekturgesteine und sächsische Natursteine zeigen zu können. Zielgruppe dafür sind natürlich Touristen, vor allem aber Schüler der Trebsener Oberschule. Wie berichtet, wurde bereits ein Pilotprojekt gestartet, um gemeinsam mit der Universität Leipzig das Thema Stein umzusetzen. „Mit den Schülern möchten wir im Laufe der Zeit die Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen, um beispielsweise Mauern im Gesteinsgarten zu errichten. Für dieses Projekt haben wir seit November bereits zwei neue Mitarbeiter bekommen, die über das geförderte Projekt der sogenannten sozialen Teilhabe im Arbeitsleben Unterstützung geben“, freut sich Bielefeld.

Damit verbunden ist zum Jahresende die Einstellung des Projektes „Sächsische Bauteilearchiv“ sowie die Auflösung des Bergelagers in der ehemaligen Papierfabrik. Allerdings wolle man Teile davon im Rittergut deponieren. Ein Teil davon ist schon umgelagert worden, so dass es weiterhin möglich sein wird, historische Baustoffe zu erwerben – freilich nur so lange es der Fundus hergibt.

Von Frank Schmidt

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