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Wurzen Eigenbetrieb mit langer Leitung
Region Wurzen Eigenbetrieb mit langer Leitung
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05:00 05.02.2012
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. Der Eigenbetrieb Abwasserentsorgung hat bislang unbekannte Leitungen entdeckt, deren Verwendbarkeit jetzt geprüft wird. Unterdessen wird Kritik an der Vorgehensweise des Betriebes laut.

Anton Pausch hatte recht. In der Sondersitzung des Betriebsausschusses des Eigenbetriebs vor gut zwei Wochen berichtete der ehemalige CDU-Oberbürgermeister von Rohrleitungen aus DDR-Zeiten, die vor dem Grundstück an der Dresdener Straße unter dem Gehweg verlegt seien. Betriebsleiter René Rätze stritt die Existenz von Abwasserrohren in diesem Bereich zunächst ab, sagte aber schließlich vor dem Gremium eine Prüfung der näheren Umstände zu.

Nach ersten Untersuchungen vor Ort ist nun klar: Dort ist tatsächlich ein Kanal vorhanden. Die Leitungen verlaufen Rätze zufolge allerdings nicht unter dem Gehweg, sondern im Bereich des Straßengrabens und dort in vergleichsweise geringer Tiefe von nur etwa einem Meter. Darüber wachsen teilweise Bäume. Zum allgemeinen Zustand konnte Rätze noch kein belastbares Ergebnis liefern. „Wir haben bereits mehrere Einbrüche am Kanal festgestellt. Weitere Untersuchungen laufen derzeit." Ergebnisse sollen kommende Wochen vorliegen.

In den Unterlagen des Eigenbetriebs seien die Leitungen bislang nicht verzeichnet gewesen, beteuerte der Betriebsleiter weiter. Sobald die Kanalprüfung abgeschlossen ist, will Rätze von einem Ingenieursbüro den Aufwand für eine Wiederherstellung der Rohre abschätzen lassen. Auch wenn der Kanal theoretisch einen günstigeren Anschluss des Cryotec-Grundstücks an die öffentliche Kanalisation ermögliche, könne sich die Herrichtung bei zu großen baulichen Schäden als unwirtschaftlich erweisen.

Unterdessen übte Stadtrat Peter Konheiser (SPD) Kritik am Vorgehen des Eigenbetriebes. „Gut 20 Jahre nach der Wende sollte der Betrieb sein Leitungsnetz eigentlich kennen", sagte er. Dies gelte um so mehr, weil aus den Beschlussvorlagen des Stadtrates zum Verkauf des Betriebsgrundstücks hervorging, dass die Erschließung gesichert sei. Dies könne Interessenten täuschen. Zudem sei der Betrieb nach dem Grundbuchbereinigungsgesetz verpflichtet gewesen, bis Ende 2010 alle öffentlichen (Abwasser-)Anlagen grundbuchlich eintragen zu lassen. Diese Pflicht sei offenbar verletzt worden. Konheiser kündigte an, das Thema zum nächsten Stadtrat anzusprechen. Cryotec habe Anspruch auf einen Anschluss ans öffentliche Abwassernetz. Dies bestritt auch Rätze nicht: „Nur die Art und Weise des Anschlusses ist unsere Sache."

Markus Tiedke

Markus Tiedke

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