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Wurzen Ein Bayer will Macherner Hochzeitsschloss das Ja-Wort geben
Region Wurzen Ein Bayer will Macherner Hochzeitsschloss das Ja-Wort geben
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16:57 06.07.2017
Das Schloss Hohenprießnitz im Landkreis Nordsachsen hat Konrad Obermüller – hier mit Frau und Tochter - aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Er ist auch an der Macherner Barockanlage interessiert.   Quelle: Anke Herold
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Machern

 Prunkvoll und romantisch zugleich können Paare auf Schloss Machern heiraten. Für die Gemeinde, Eigentümerin des prächtigen Barockbaus, stellte sich allerdings zuletzt die Frage: „Je t’aime - Wer mit wem?“ Denn händeringend suchte die Kommune nach einem neuen Pächter für ihr Aushängeschild.

In den vergangenen Jahren war die Anlage von der Schloss Machern Betriebsgesellschaft bewirtschaftet worden. Deren Geschäftsführerin Eveline Heigel hatte bereits 2015 erstmals erklärt, dass sie kein Interesse an einer Verlängerung des Vertrages habe. Der Kontrakt läuft Ende 2017 aus.

Schloss Machern soll eine Renaissance erleben

Die Gemeinde hatte das Schloss daraufhin im Frühjahr 2016 öffentlich ausgeschrieben. Erklärter Wunsch von Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) sowie den Gemeinderäten: Es solle eine Renaissance erleben - ähnlich der 90er Jahre; etwas mehr Kultur könne das Ortszentrum in Nachbarschaft des historischen Landschaftsgartens durchaus vertragen. Derzeit herrscht in der dreiflügeligen Anlage nur noch zu Tagungen oder Hochzeiten Betrieb. Konzerte, Theateraufführungen, Kabarettabende, die früher das ganze Jahr über stattfanden, waren zuletzt vom Muldentaler Publikum vermisst worden. Auch die Gasträume im Schloss öffnen nur noch sporadisch.

Konrad Obermüller aus dem bayrischen Bad Abbach lässt das Schloss Hohenprießnitz wieder auferstehen. Quelle: Alexander Bley

Der neue Interessent scheint entschlossen, dies grundlegend zu ändern. Bei dem Anwärter handelt es sich um Konrad Obermüller, Eigentümer einer Haus- und Wohnungsverwaltung in Regensburg. Nur wenige Kilometer von Machern entfernt hat der bayrische Unternehmer seine Liebe zu historischer Bausubstanz bereits unter Beweis gestellt. Im Jahr 2011 erwarb er das Schloss Hohenprießnitz in der nordsächsischen Gemeinde Zschepplin. Der Barockbau war heruntergewirtschaftet, dem Verfall preisgegeben. Inzwischen kann Obermüller auf erste Erfolge verweisen, hat das historische Kleinod zu neuem Leben erweckt. Schloss Hohenprießnitz hat sich inzwischen als Kultur- und Veranstaltungsstätte etabliert - dank des umtriebigen neuen Besitzers. Der barocke Glanz wurde aufgefrischt, das Anwesen Stück für Stück saniert. Sogar der 30 Hektar große Park und ein Sommer-Café locken in diesem Jahr erstmals Ausflügler.

Macherner Schloss als Ort für Trauungen gefragt

Auch für Machern sprüht der Schloss-Freund vor Ideen: „Das Anwesen hat Potenzial, ist auch in Leipzig vielen ein Begriff und als Trauungsort gefragt.“ Obermüller würde lieber heute als morgen zu Stuhle kommen, um auch Synergieeffekte durch die Bewirtschaftung von zwei Schlössern zu nutzen. Doch als Gemeindevertreter im Bayrischen und ehemaliger Kämmerer weiß er, dass parlamentarische Entscheidungsprozesse ihre Zeit brauchen.

 Noch wird über Details des Pachtvertrages verhandelt, doch eins scheint klar: Das Konzept hat die Macherner Verantwortungsträger offenbar überzeugt. „Ich denke schon, dass ich erfolgreich für meine Idee von einem Eventschloss werben konnte“, so Obermüller auf LVZ-Nachfrage. Er plane keine feste Gastronomie, verriet er. Festgesellschaften sollen frei sein in der Wahl ihrer Bewirtung. „Gäste, die es hochwertiger wünschen, buchen dann einen anderen Caterer als Freunde eher günstiger Preise.“ Mit dieser Variante macht er in Hohenprießnitz gute Erfahrungen. Tatendurstig hat der Bayer schon erste Kulturtermine für Machern eingefädelt. Und auch ein Schlossmanager, der Machern und Hohenprießnitz gemeinsam vermarkten soll, wurde bereits Anfang April eingestellt. „Hochzeitsbuchungen für 2018 laufen jetzt“, begründet Obermüller, weshalb er schon einen Ansprechpartner installiert hat. Und auch um Künstler müsse man sich rechtzeitig kümmern. So gibt es bereits handfeste Pläne für die erste Veranstaltungen im Dezember. Und natürlich die Hoffnung, dass die bisher sehr kooperativen Gespräche mit der Gemeinde zu einem positiven Ausgang führen.

 

Das Macherner Schloss, in dessen historischer Ritterstube sich auch das Standesamt befindet, ist bei Hochzeitspaaren besonders beliebt. Quelle: Archiv

Von Simone Prenzel

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