Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Ein-Euro-Jobber sagen Springkraut den Kampf an
Region Wurzen Ein-Euro-Jobber sagen Springkraut den Kampf an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 08.10.2010
Anzeige

. 20 Männer und Frauen rücken unter Regie des Vereins Interaktiv seit Mitte Juni Staudenknöterich, Bärenklau, Goldrute und Indischem Springkraut zu Leibe. Die Pflanzen wurden eingeschleppt und verdängen zunehmend einheimische Arten.

Ihnen den Garaus zu machen, das weiß Rainer Miska vom Amt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie nur zu genau, ist nicht einfach. Der Einsatz von Chemie scheidet auf Ödland, an Gewässern und Gräben aus, wo sich die Neulinge vorzugsweise ansiedeln. Die ungebetenen Gäste lassen sich nur mit Muskelkraft und Beharrlichkeit in ihre Schranken weisen. Mindestens drei Jahre müssen die Wurzeln ausgegraben werden, damit die Neophyten von einem Standort vertrieben sind.

Hier setzt der BGA an und unterbreitet Menschen aus seiner Kartei ein Angebot, das der Umwelt ebenso wie der sozialen Anbindung der Männer und Frauen nützt, die in Wurzen und der näheren Umgebung zum Teil schon zehn Jahre zu Hause sitzen. Als Ein-Euro-Jobber buddeln sie jetzt unter Regie von zwei Vorarbeitern aus ihren Reihen Springkraut und Co. samt Wurzeln aus und kompostieren das hartnäckige Unkraut, das sich in Bennewitz rund um die ehemalige Sandgrube ebenso angesiedelt hat wie am Schwarzen Weg, in der Querstraße und am Saubach.

„Wir sind sehr froh, dass uns der Verein Interaktiv unterstützt, die Projektteilnehmer an eine nützliche Arbeit heranzuführen", betont Sigrid Scholz vom BGA. Im Vordergrund würden dabei soziale Kontakte stehen, auch der Austausch über Lebensumstände, die sich bei den Männern und Frauen gleichen. Unter Leitung von Holker Hartig würden bei der täglichen Arbeit von fünf Stunden nicht nur fachliche Betreuung, sondern auch sozialpädagogische Begleitung gefördert. Wenn die Gemeinde Bennewitz weiter mitspiele, solle das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Träger auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Bei einem kleinen Herbstfest wurde gestern eine erste Zwischenbilanz gezogen. Sie bestärkte die Initiatoren darin, mit dem Projekt sowohl für die Umwelt als auch die soziale Integration der Teilnehmer vorangekommen zu sein.

„Haut schon hin" kann als Einschätzung der Ein-Euro-Jobber wohl als Lob durchgehen. „Ich bin froh, dass ich das hier habe, zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf", wird eine Frau noch deutlicher. „Ich habe wieder etwas zu sagen, habe in mein altes Leben zurückgefunden", stellt ein Mittfünfziger fest, der zudem bei der Maßnahme eine Freundin und seinen persönliches Weg aus der Isolation gefunden hat. Auch im Drei-Minuten-Gespräch vermittelt er ein Stück von dem, was Scholz vom BGA nach eigenem Bekunden immer wieder beobachten kann: Viele blühen richtig auf, wenn sie im Team wieder einer sinnvolle Aufgabe nachgehen.

 

Ingrid Leps

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:php1EQJCc20101006161707.jpg]
Hohburg. Seit dem 22. September verzichtet der Hohburger Bürgermeister Uwe Weigelt auf seine tägliche Rasur.

07.10.2010

[image:php88f8ff6c2d201010051912.jpg]
Grimma. Werden die Finanzämter Borna und Grimma zusammengelegt? Gut möglich, denn der sächsische Finanzminister Georg Unland (CDU) will das Prinzip ein Landkreis = ein Finanzamt, das nach der Kreisreform obsolet wurde, erneut umsetzen.

06.10.2010

Thallwitz/Böhlitz. Ein Treffen in XXL stellte der Böhlitzer Zweig der Familie Pöge am Wochenende auf die Beine. Aus einer weitverzweigten Sippe kamen von der Ostsee bis nach München, von Kempten bis Senftenberg 93 Familienmitglieder aus nunmehr sechs Generationen zusammen.

06.10.2010
Anzeige