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Wurzen Ein Filetstück der Strecke
Region Wurzen Ein Filetstück der Strecke
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05:00 19.07.2011
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. Er ist nicht zum ersten Mal als Pilger unterwegs. Vor gut einer Woche startete der 58-Jährige in Görlitz und kam gestern in Wurzen an. Über Nacht geblieben ist er aber nicht – dafür kann er ein paar gute Gründe vorweisen.

Vor drei Jahren ist Reiß die Strecke ein erstes Mal gelaufen. „Da habe ich schon in Wurzen Station gemacht und alles abgefasst", erzählt er. Museum und Ringelnatz sind ihm dabei vor allem in Erinnerung geblieben. Und zwar der Letztere ganz besonders. „Ringelnatz war für mich ein Muss. Es gibt doch kaum etwas Köstlicheres." Schön finde er die Stadt Wurzen, die aus der Sicht des Pilgers bis heute erahnen lasse, wie Fahrensleute früher in eine Stadt kamen.

Der Unterschied zum Erreichen einer Großstadt wie Leipzig sei jedenfalls frappierend. „All die Energiestränge, die auf so eine Stadt zuführen", schildert Reiß Eindrücke von seiner ersten Pilgertour. Autobahn, Zuggleise und Straßen – diese aufeinander zustrebenden Baulichkeiten wirkten auf ihn zugleich beeindruckend und bedrückend. „Hier in Wurzen spüre ich das nicht." Wenn er dennoch nicht in der Geburtstadt von Ringelnatz übernachtet, hat das nichts mit der erst jüngst eingeweihten Pilgerherberge in der Jacobsgasse zu tun. „Ich habe einfach noch Lust weiterzugehen." Nach der Tour, die gestern Vormittag in Börln begann, blieben offenbar genug Körner für den Weitermarsch nach Machern.

Ausdrücklich preist der Hallenser Ausbau und Beschilderung der Gegend um Wurzen. „Die ist wirklich ein Filetstück auf der Strecke. Einmalig schöne Gegend, gut ausgeschildert und viele offene, aufgeschlossene Menschen." Und Reiß hat da durchaus Vergleichsmöglichkeiten. Nicht nur, dass er die Strecke von Görlitz nach Naumburg schon einmal abgelaufen ist. Durch Thüringen und Hessen ist er auch schon bis ins bayrische Würzburg gepilgert. Eine Tour bis nach Ulm ließ er dagegen wieder fallen. „Weil das Ländle zu stark asphaltiert und gepflastert ist. Nicht so gut für die Knochen", fügt Reiß hinzu und lacht.

Der Leistungsgedanke ist ihm übrigens fremd. „Ich gehe nach Herbergen, nicht nach Kilometern." Dass er die Tour von vor drei Jahren noch einmal absolviert, hängt mit zwei Landesausstellungen zusammen. Der zur „Via regia" in Görlitz und den „Naumburger Meistern" am Endpunkt seines zweiwöchigen Pilgermarsches. „Das ist doch auf jeden Fall lohnend", sagt Reiß, bevor er wieder zum Pilgerstab greift.

Markus Tiedke

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