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Einmaliges Tennis-Projekt wackelt

Einmaliges Tennis-Projekt wackelt

„Schön locker bleiben. Immer auf den Ball schauen, ihn nicht löffeln“, schallt es über die rote Asche. Butterweich spielt Reiner Danneberg die Bälle übers Netz.

Wurzen. So, dass seine Eleven die Filzkugel gut erreichen können. Manches Luftloch wird dennoch geschlagen. Macht nichts. Die Siebtklässler sind gerade dabei, die Sportart erst kennenzulernen. Das fast einmalige Tennisprojekt am Wurzener Lichtwer-Gymnasium wackelt allerdings.

Während die Tennis-Profis in New York gerade die Saison ausklingen ließen, fliegen in Wurzen die gelben Bälle noch durch die Luft. Der 63-jährige Danneberg unterrichtet die Sieben- bis Zwölftklässler des Gymnasiums auf zwei schuleigenen Plätzen. Seit 2002 kann sich die Wurzener Schule über zwei Tenniscourts freuen, kann als einziges Gymnasium Sachsens Tennisunterricht im Fach Sport direkt vor der Haustür anbieten. Am Nachmittag werden die Plätze im Rahmen des Ganztagsangebotes ebenfalls rege genutzt.

Ob das Projekt „Tennis“ im kommenden Schuljahr allerdings so wie bisher weiter geführt werden kann, ist offen. Grund: Danneberg wird als Honorarkraft über den Gymnasiums-Förderverein als Techniktrainer und Praktiker beschäftigt. Nach dem Schuljahr 09/10 geht er in Rente. „Was dann wird, wissen wir noch nicht“, sagen die Sportlehrer Dirk Zweigert und Regina Pörschel. „Wir hoffen, dass es irgendwie weiter geht.“

Der Tennisunterricht ist zwar mit dem Weggang Dannebergs nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Doch das Niveau des Trainings ist gefährdet, denn Danneberg spielt seit 40 Jahren Tennis, ist mit dem „weißen Sport“ besser vertraut als die Sportlehrer. Es geht nicht nur um Qualität und Betreuung der Schüler. „Danneberg kümmert sich auch um die Pflege der Plätze – eine aufwändige Sache, die allein mit Kehren und Wässern nicht getan ist“, erläutert Annett Brinkhaus. Die Vorsitzende des Fördervereins kündigt, wenn die neuen Förderprogramme – vermutlich im Herbst – raus sind, einen „hartnäckigen Kampf um Mittel“ an. „Wir wollen das einzigartige Projekt keinesfalls aufgeben.“ Als zweite Herausforderung gilt das Finden eines geeigneten Tennisfreundes, der mit Fleiß und vergleichbarem Engagement in die Fußstapfen Dannebergs treten könnte.

Die Idee, für die Schüler kostenlosen Tennisunterricht anzubieten, ist dem einstigen Schulleiter Dieter Mannel und dem Förderverein des Gymnasiums zu verdanken. „Wir waren damals begeistert, als wir die Plätze bauen konnten“, erinnert sich Lehrerin Regina Pörschel. Ideologische Hemmschwellen, dass Tennis etwa ein elitärer Sport sei, habe es nicht gegeben. Im Gegenteil. „Erstens kann jeder Schüler kostenfrei das Spiel erlernen. Zweitens ist es eine ideale Bewegungssportart, drittens passt es zur akademischen Ausbildung, die die Gymnasiasten ja anstreben und schließlich wird gerade an Unis vielfach Tennis gespielt“, nennt Reiner Danneberg Vorteile.

Das gymnasiale Tennis-Angebot will allerdings keine Schmiede für Profis sein. „Die Schüler sollen das Spiel kennenlernen, ein Gefühl dafür kriegen“, erklärt Danneberg. „Wer mehr will, geht dann in einen Verein.“ Im Sommer fliegen die Bälle auf den Gymnasiumsplätzen, im Winter kann in der Sportmühle Nischwitz trainiert werden. Durchaus erfolgreich, wie die regelmäßigen Teilnahmen von Wurzener Gymnasiasten an Landesfinals beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ zeigen.

Interessenten, die dem Förderverein bei der Fortsetzung des Tennisangebots ab Sommer 2010 helfen wollen – bitte melden im Schulklub, Tel.: 03425/903941

Drago Bock

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