Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Eiscafé in der Orangerie? – Machern will einige Kübelpflanzen retten
Region Wurzen Eiscafé in der Orangerie? – Machern will einige Kübelpflanzen retten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 02.12.2015
Für Oleander und Palmen ging es kürzlich ab ins Winterquartier.  Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Machern

 „Andere bauen Bungalows um ihre Kamelien und wir verscherbeln unsere Kübelpflanzen!“ Das Unwohlsein der meisten Macherner Gemeinderäte mit den jüngsten Sparplänen brachte Gemeinderat Gunter Bergt (Linkspartei) auf die Palme. Wie berichtet, denkt die Gemeinde darüber nach, sich von ihrem exotischen Pflanzen-Bestand zu trennen. „Die Verwaltung braucht eine Entscheidung, was aus den rund 100 Pflanzen werden soll“, appellierte Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) im jüngsten Verwaltungsausschuss an die Parlamentarier, sich zu positionieren.

 „Wir brauchen für beide Alternativen zeitlichen Vorlauf. Wollen wir die Pflanzen behalten, müssen wir ihre Pflege ab Mai 2016 neu ausschreiben. Wollen wir uns von ihnen trennen, bedarf das ebenfalls der Vorbereitung.Beispielsweise könnte ein Aufruf im Amtsblatt veröffentlicht werden, dass Bürger sich um die Pflanzen bewerben können.“ Der Ausschuss lehnte es vorerst mehrheitlich ab, die Exoten 2016 zu verkaufen. Allerdings will man den Bestand nach Möglichkeit reduzieren. „Es ist sicher nicht nötig, dass wir alle Pflanzen behalten“, deutete Gemeinderätin Petra Puttkammer (CDU) den Willen zu Einsparungen an. Als frühere Leiterin der Parkdirektion hat sie den Bestand mit aufgebaut.

 Die Geschäftsführerin der Firma Macherner Grünprofis warb für ihre Idee, die wertvollsten Exemplare auszuwählen. „Große Palmen, Zitrus, Orangen und Mandarinenbaum sollten wir nicht leichtfertig weggeben.“ Petra Puttkammer kann sich stattdessen vorstellen, damit in der Orangerie ein subtropisches Flair zu zaubern. Die Orangerie wäre der passende Ort, um auch im Winter südländisches Flair unter Palmen zu genießen – ein Eis schleckend und in Vorfreude auf einen Spaziergang durch den historischen Landschaftsgarten. Weniger wäre es diesem Fall mehr. „Es reicht völlig, 20 bis 25 der schönsten Pflanzen zu behalten.“

Das meiste Geld kostet das Gießen - „etwa 6000 Euro im Jahr“, vielleicht könne hier ja auch mal ein Hausmeister in Diensten der Kommune aushelfen, so Puttkammers Vorschlag. Ob man die Pflanzen überhaupt los würde, wollte Jana Strehle (Wir sind Machern) wissen. „Es ist vielmehr so, dass uns die Leute ihre zu groß gewordenen Exemplare schenken, weil sie nicht wissen, wohin damit“, entgegnete Puttkammer. „Statt sich den Keller zu blockieren, gehen die Leute im Frühjahr lieber in den Baumarkt und kaufen sich einen neuen, kleineren Oleander.“ Manfred Schubert (FWG) betonte, die Pflanzen würden auch einen ideellen Wert darstellen. Er schlug vor, Oleander und Co. vielleicht an Hochzeitsgesellschaften zu vermieten. „Dafür bezahlt man sonst ein Schweinegeld.“

Das gehöre nun wirklich nicht zum Kerngeschäft einer Verwaltung, wehrte die Bürgermeisterin ab. Valentin Theil (SPD) riet, nichts zu überstürzen: „Wir werfen unser Tafelsilber auf den Markt – alles unter dem Deckmantel der Konsolidierung! Nach vielen Jahren des Sparens sind uns jetzt noch ein paar Pflänzchen geblieben, wenigstens deren Erhalt sollte uns gelingen.“ Vielleicht ergebe sich mit dem neuen Schloss-Betreiber eine Option. Vereinbart wurde, die Pflanzen für ein weiteres Jahr zu behalten. In der Zeit soll nach Lösungen gesucht werden.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Steinarbeiterhaus Hohburg dreht sich die Adventsausstellung dieses Jahr um weihnachtliche Volkskunst und den 100. Geburtstag von Ursula Böstel (1915 – 2007). Die Polenzerin hinterließ dem Hohburger Museum echte Schmuckstücke.

29.11.2015

Der Bedarf ist größer als die Möglichkeiten. Von den kreiseigenen Straßen im Landkreis Leipzig sind 190 Kilometer reparaturbedürftig. Dafür stehen aber mit Fördermitteln nur etwa sechs Millionen Euro zur Verfügung. Damit lassen bestenfalls zehn Straßenkilometer instandsetzen.

28.11.2015

Das DRK Muldental will weitere Unterkünfte für junge Asylbewerber schaffen. Vorgesehen ist die Nutzung zweier Objekte in Hohburg sowie möglicherweise auch des Jugendhauses in Bennewitz. Dafür werden neue Mitarbeiter benötigt.

30.11.2015
Anzeige