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Wurzen Eiszeit in Cafés des Landkreises Leipzig: Hitze verprellt Kunden
Region Wurzen Eiszeit in Cafés des Landkreises Leipzig: Hitze verprellt Kunden
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16:56 26.07.2018
Anna-Katharina, Heike, Jenny und Emely freuen sich auf die Erfrischung aus verschiedenen Eisbechern. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Wenn an diesen heißen Tagen der Sprung ins Kühle Nass nicht möglich ist, dann geht auf jeden Fall immer ein leckeres Eis. Und eigentlich auch überall: In jeder Gaststätte sowie im Supermarkt um die Ecke gibt es die schnelle Erfrischung für zwischendurch. Doch der Weg in die Eisdiele lohnt: Dort findet man ein mehr Vielfalt, Kreativität und Genuss – und vor allem ganz viel Liebe zum Eis.

Nur die besten Zutaten

Natürliche Zutaten liegen den Eismachern am Herzen, und das wissen die Kunden auch zu schätzen: „Milch, Sahne und Zucker in bester Rohstoffqualität sind für uns die wichtigsten Zutaten, denn der Kunde schmeckt sofort, ob er billig hergestelltes Eis vorgesetzt bekommt“, weiß Gerlinde Helke im Eiscafé Capri in Grimma-Hohnstädt. „Aber ganz wichtig sind auch immer frische Früchte“, fügt sie hinzu.

Für Anke Mühlner im Eisgarten Trebsen ist ein Angebot von laktose- und glutenfreiem Eis ganz wichtig. Ansonsten vertraut sie auf den Geschmack der Kunden und bereitet danach ihr Eisangebot mit 14 Sorten in zwei Truhen auf.

Rezepte für hausgemachtes Eis sind geheim

Rezende Pedro im Eiscafé Venezia in Colditz hat nach dem Vorbild von After Eight einen Eisbecher kreiert. Quelle: Frank Schmidt

35 verschiedene Sorte werden im Eiscafé Venezia auf dem Colditzer Markt angeboten. Aber hier sind, wie übrigens in allen Eiscafés, die ihre Leckereien selbst herstellen, die Rezepte dafür topsecret, also streng geheim. Oft ist das selbst gemachte Eis im Eiscafé aber weniger süß als das aus der Kühltruhe im Supermarkt.

„Ohne Zucker geht es gar nicht, das dürfte auch dem gesundheitsbewusstesten Eisesser klar sein. Aber wir reduzieren den Zucker schon und halten uns da nicht an die Grundrezepturen“, versichert Sylke Dervishaj-Voigt im Eiscafé „Zum alten Zollhaus“ in Machern, die stets 24 Sorten vorhält, aber weit mehr herstellen kann und deshalb öfter das tägliche Angebot wechselt.

Jens Hennig vom Backhaus Hennig kann mit seinen beiden Eismaschinen in einer Stunde 280 Liter Eis herstellen. „An einem Wochenende gehen dann auch gerne mal 1000 Liter über die Theke, rechnet man unsere elf eisverkaufenden Filialen zusammen“, erzählt er. Im gesamten Landkreis bewirtschaftet der Unternehmen, der seinen Betrieb in Zwenkau hat, Filialen. Gerade experimentieren er und sein Team mit Quarkeissorten oder mit der Zugabe von griechischem Joghurt.

Jedes Jahr neue Sorten

Optische Täuschung: Für Axel Wegner darf die Erfrischung ruhig etwas größer ausfallen. Quelle: Frank Schmidt

Für die Kunden muss man sich etwas einfallen lassen: Seit zwölf Jahren hat Pablo Zanni sein Eiscafé Doimo unweit des Marktplatzes in Borna. Seine Sorten wechselt er ständig. Die Klassiker gibt es jeden Tag, erzählt er, dazu ist ihm Abwechslung wichtig. Joghurteis werde immer beliebter, und die erfrischende Sorte Wassermelone. Jedes Jahr überrascht er Eisliebhaber außerdem mit neuen Sorten, diesen Sommer gibt es an der Theke schokoladigen Zuwachs, nämlich Twix und Nutella.

Schaut man sich in den Eisdielen in der Region um, werden in dieser Saison mit Litchi, Ingwer, Sanddorn-Holunder, Popcorn und Lakritz sowie Vanille-Feige, Hagebutte, Schoko-Rotwein, Pina Colada und Mohn-Marzipan auch exotische Eiswünsche erfüllt. „In diesem Jahr geht Mango besonders gut“, sagt Anke Mühlner im Eisgarten Trebsen und bekommt diese Aussage prompt von ihren Kundinnen Celin und Nelly bestätigt. Die beiden Mädchen haben sich gerade genau dafür entschieden.

„Wir würden viel lieber noch mehr experimentieren“, sagt Jens Hennig. Leider finden in seiner Theke nur zwölf Sorten Platz. Und Geschmacksrichtungen wie Erdbeer-Rosmarin oder Himbeer-Balsamico blieben an der Theke eben auch eher Randerscheinungen und lohnten nicht wirklich. Pistazie hat Hennig seit kurzem neu im Sortiment: „Das ist ein ganz feines, teures Eis“, sagt er.

Die Klassiker bleiben am beliebtesten

Justine kredenzt im Eiscafé Capri Grimma den klassischen Erdbeer-Eisbecher ohne Schlagsahne. Quelle: Frank Schmidt

Trotz aller exotischen Experimente bleiben einige Klassiker doch die meistverkauften Sorten: „Erdbeere, Vanille und Schokolade verkaufen sich am besten“, sagt Pablo Zanni von der Eisdiele Doimo. Das bestätigt auch Eva-Maria Sedlaczek, Kundin im Eisgarten Trebsen: „Bei mir kommen nur Schoko und Vanille in die Tüte“, lacht sie. Von exotischem Eis wollte die 66-jährige Seniorin nichts wissen.

Nur im Eiscafé „Zum alten Zollhaus“ in Machern gibt es dann doch noch Unterschiede, wenn es um die beliebtesten Eissorten geht. „Bei Kindern ist es Grüner Apfel und Wassermelone, bei Erwachsenen das Mozarteis, eine Mischung aus Schokolade, Marzipan und Pistazie“, sagt Sylke Dervishaj-Voigt.

Eisbecher können nicht kreativ genug sein

Bei den Eisbechern mögen es die Bornaer gern fruchtig: Erdbeere und Waldfrucht werden gerne genommen, sagt Pablo Zanni, zumindest bei diesen Temperaturen. Schokoladenbecher seien eher im Winter beliebt. Dabei schleckt das Auge immer mit und der Kreativität der Kreationen ist keine Grenze gesetzt. Aus über 30 verschiedenen Sorten Eis können im Capri bis zu hundert verschiedene Eisbecher gezaubert werden. Schon die Namen sind alles andere als langweilig: Ameisen-Becher, Kuh-Nigunde, Mohr im Hemd, Drachenauge, Bratwurst-Teller oder Leipziger Allerlei.

In einer Eisdiele muss man zwar deutlich tiefer in die Tasche greifen als im Supermarkt. Eisbecher unter fünf Euro sind Schnäppchen. Für das Gros der feinen, erfrischenden Kreationen müssen mindestens sechs bis sieben Euro berappt werden. Nach oben gibt er freilich keine Grenzen. Dafür bekommt man Qualität, wird von den Betreibern diverser Eiscafés versichert.

Das sagen die Kunden:

Für Eva-Maria Sedlaczek kommen nur Vanille und Schoko in die Eistüte. Quelle: Frank Schmidt

Julia Bröhl-Grossert und ihre Oma kommen regelmäßig ins Eiscafé Doimo. „Mindestens ein Mal pro Woche“, sagt die Enkelin. Gerade haben beide einen sommerlichen Eisbecher vor sich stehen, Bröhl-Grossert einen Joghurtbecher, ihre Oma einen klassischen Erdbeerbecher. „Hauptsache fruchtig“, sind sie sich einig. „Sehr lecker“ sei das Eis hier, deswegen seien sie auch so gerne Gast.

Ein Trugschluss ist es allerdings, dass die anhaltenden tropischen Temperaturen den Eiskonsum beflügeln. „Ganz im Gegenteil, bei diesen heißen Temperaturen von über 30 Grad bleiben die Kunden aus“, haben Jadwiga und Rezende Pedro im Venezia längst die Erfahrung gemacht. Optimal wären Außentemperaturen um die 25 Grad. „Was darüber liegt, bringt das Eisgeschäft ins Wanken“, bestätigt auch Sylke Dervishaj-Voigt im Eiscafé „Zum alten Zollhaus“ in Machern.

Dieser Hinweis muss noch sein: Weil die meisten Eisdielen am Wochenende durchgehend geöffnet sind, legen einige von ihnen meist montags einen Ruhetag ein.

Von Sophie Aschenbrenner und Frank Schmidt

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