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Wurzen Eltern protestieren gegen Zusammenlegung der fünften Klassen
Region Wurzen Eltern protestieren gegen Zusammenlegung der fünften Klassen
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20:01 22.05.2018
Die Pestalozzi-Oberschule in der August-Bebel-Straße: Weil hier der gesetzlich verankerte Klassenteiler um ein Schüler unterschritten wird, soll es ab dem neuen Schuljahr nur drei sechste Klassen geben. Quelle: Archiv
Wurzen

Eine Nachricht sorgt für Ärger. Anfang Mai verkündete Steffen Rößler, Leiter der Pestalozzi-Oberschule, eine Entscheidung, die Eltern bitter aufstößt. Demnach werden die bislang bestehenden vier 5. Klassen ab neuem Schuljahr zu drei 6. Klassen zusammengelegt. Grund dafür ist der im Schulgesetz verankerte Klassenteiler, den die Wurzener Bildungsstätte um ein Kind unterschreitet.

Offener Brief an Ministerpräsident Kretschmer

Für die Eltern der 83 Mädchen und Jungen wiegt das Urteil schwer. Sie fürchten um die Folgen, wenn nach den Sommerferien Klassen mit einer Stärke von 27 beziehungsweise 28 Kindern unterrichtet werden. Zu den Kritikern gehört Susanne Nöbel. Sie will kämpfen und mit ihr viele andere. Als erstes Zeichen des Protestes verfassten die Eltern einen offenen Brief. Die Adressaten: der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sowie Jörg Heynoldt, Leiter des Landesamtes für Schulen und Bildung, Standort Leipzig.

Im Schreiben aus Wurzen heißt es: „Wir können nicht glauben, dass die verantwortlichen Stellen in einer Zeit der Bildungsdiskussion in Sachsen so eine Entscheidung treffen können!“ Schließlich gehe es um Qualität auf hohem Niveau. Unterricht vermittele nicht nur Fachwissen, sondern zugleich Werte und Sozialkompetenz, fügen die Verfasser an und fragen sich nun: „Wie sollen diese Herausforderungen des Schulalltags mit solchen Klassenstärken umgesetzt werden? Wurzen ist ein sozialer Brennpunkt, viele Kinder der Oberschule und deren Familien haben vielfältige soziale und finanzielle Sorgen, die natürlich im Schulalltag zu spüren sind.“

Eltern erinnern Landesregierung an Bürgerdialog

Einige Zeilen weiter erinnern Nöbel und Nicole Freigang im Namen der Elternvertreter der 5. Klassen den Ministerpräsidenten nicht zuletzt an eine formulierte Position der sächsischen Staatskanzlei im Bericht über den Bürgerdialog – Bildung müsse der Schlüssel für eine gute Zukunft jedes Einzelnen und die Oberschule eine Talentschmiede für Fachkräfte sein. „Bitte nehmen Sie diese Aussage verantwortungsbewusst wahr!“ Unzumutbare Lernbedingungen, wie bald in der August-Bebel-Straße, seien nämlich ein „Schritt in die falsche Richtung“.

Für Nöbel stellt sich jedoch noch ein anderes Problem dar. Was passiert eigentlich, wenn Kinder von einer anderen Oberschule oder dem Lichtwergymnasium an die Pesta wechseln müssen? Vor einer ähnliche Situation stünden bereits die beiden nächstgelegenen Bildungsstätten in Trebsen und Lossatal. „Ist es tatsächlich gewollt, den Kindern und ihren Eltern dann stundenlange Schulwege womöglich bis nach Leipzig zuzumuten?“ Damit der Protest auf ein breites Echo stößt und vielleicht zum Erfolg führt, initiierte Nöbel neben dem offenen Brief eine Online-Petition, die innerhalb weniger Tage schon von fast 250 Personen unterzeichnet wurde.

Schulleiter Rößler zeigt Verständnis

Schulleiter Rößler jedenfalls versteht die Ängste und weiß sehr wohl um die Nachteile der Klassenzusammenlegung. Dass sich die Eltern nach seiner Information per offenen Brief und Petition mit aller Kraft dagegen wehren, hält er für ein demokratisches Recht. „Ich habe ihnen aber auch glasklar gesagt, dass Gesetze dazu da sind, eingehalten zu werden. Selbstverständlich wäre es mir lieber gewesen, wir hätten im neuen Schuljahr vier 6. Klassen behalten.“

www.openpetition.de/petition/online/nein-zur-klassenzusammenlegung-der-5-klassen-an-der-pestalozzi-oberschule-wurzen

Von Kai-Uwe Brandt

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