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Wurzen Ende der Schlaglochpiste nicht in Sicht: In Machern reicht das Geld nur für halbe Straßen
Region Wurzen Ende der Schlaglochpiste nicht in Sicht: In Machern reicht das Geld nur für halbe Straßen
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00:33 08.10.2015
Hauseigentümer in der Macherner Tiergartensiedlung schlagen Alarm: Anita Zehm, Diana Thor, Hans-Werner Bärsch, Helga Göllnitz und René Arnold (von rechts) sind stinksauer über den katastrophalen Zustand der Straßen in ihrem Wohngebiet. Quelle: Thomas Kube
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Machern

„Wir möchten wenigstens den Zustand wie vor der Verlegung der Leitungen wieder vorfinden“, fordert Hans-Werner Bärsch im Namen von rund 40 Betroffenen. „Bei Regen ist die Straße ohne Gummistiefel kaum begehbar, bei Frost gefrieren die Pfützen zu spiegelglatten Eisflächen, und im Sommer sind durch eine starke Staubentwicklung Fassaden, Zäune und Autos permanent verschmutzt“, so die Anwohner von Weißackerweg und Schwarzem Weg. Ältere Bürger könnten nicht einmal einen Rollator auf der Straße benutzen. „Keine Macherner Straße“, redet Bärsch Klartext, „ist so schlecht wie unsere.“

Es ist nicht der erste Versuch, auf die Misere aufmerksam zu machen. Mit ihrem Hilferuf wandten sich die Siedler schon mehrfach an die Politik. Bereits seit 2009 fordern die Anwohner, dass Schlaglöcher verfüllt werden und sie endlich wieder auf ordentlichen Wegen zu ihren Häusern gelangen. Die christdemokratische Landtagsabgeordnete Hannelore Dietzschold wurde schon bemüht. Finanzminister Georg Unland und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) bekamen ebenfalls Post. „Im August 2014 hat der damalige vom Landratsamt eingesetzte Beauftragte Andreas Dietze die Maßnahme für eine Leader-Förderung beantragt“, hoffte Bärsch zwischenzeitlich auf Besserung. „In Gesprächen mit Bürgermeisterin Doreen Lieder kam aber später zum Ausdruck, dass wohl erst nach Bezahlung der Macherner Schulden eine grundhafte Instandsetzung möglich ist.“ Die Anwohner wollen sich dennoch nicht mehr in Geduld üben: „Wir sind Bürger, die Grundsteuern zahlen, und Bürger, die wählen. Wir sind nicht gewillt zu warten, bis Machern mal keine Schulden mehr zahlen muss.“ Zudem würden gerade in der betroffenen Siedlung viele ehrenamtlich engagierte Macherner wohnen. „Wir räumen den Wald auf, pflanzen Pflaumenbäume, hängen Nistkästen auf. Ist da ein Entgegenkommen der Kommune zu viel verlangt?“

Mit Blick auf das aktuelle Zinstief lautet ihr konkreter Vorschlag: Bei der Landesdirektion eine Reduzierung der Tilgung beantragen, um erst einmal die Straßen auf Vordermann zu bringen. „Denn wir wissen, dass die Kommune von den derzeit niedrigen Zinsen profitiert“, erklärt Bärsch. Gemeinderat Michael Bachmann (SPD) hatte zu bedenken gegeben, dass der Zustand auch durch lasche Kontrollen der Bauverwaltung begünstigt worden sei. Rathauschefin Doreen Lieder (parteilos) versprach den Anwohnern, ihr Anliegen ernst zu nehmen: „Der Gemeinderat muss sich dazu eine Meinung bilden.“  Auf Vorschlag der Bürger soll jetzt eine Arbeitsgruppe mit Sachverständigen gebildet werden.

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