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Energiequelle Mulde

Energiequelle Mulde

Die Envia Therm GmbH mit Verwaltungssitz in Halle beabsichtigt den Bau eines Flusskraftwerkes am linken Muldeufer des Wurzener Wehrs. Noch bis zum 31. August liegen hierzu im Stadthaus die entsprechenden Unterlagen und Gutachten zur öffentlichen Einsichtnahme aus.

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Die Karte verdeutlicht den Standort des künftigen Wasserkraftwerkes.

Wurzen. Über Details des Projektes wie den möglichen Baustart oder die Höhe der Investitionssumme schweigt das 100-prozentige Tochterunternehmen der Envia Mitteldeutsche Energie AG jedoch mit Verweis auf das laufende Verfahren. Laut Bürgermeister Gerald Lehne (CDU), der sich mittlerweile in die zwei dicken Leitz-Ordner im Zimmer 227 des Bauamtes eingelesen hat, gehe die Initiative von Envia Therm bereits auf das Jahr 2009 zurück. Damals verpflichtete das Landratsamt den Energieversorger, eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen, wonach das Projekt auf mögliche Umweltauswirkungen untersucht werden muss. Nunmehr liegen alle notwendigen Expertisen vor, darunter Beurteilungen über Strömungsverhältnisse und Sedimentverschiebungen durch die Technische Universität Dresden. Demnach gebe es keinerlei Gründe, die dem Bau des Wasserkraftwerkes entgegenstehen, sagte Lehne. Allerdings ändere sich nach Einschätzung des Ingenieurbüros für Wasserbau in Dresden die Fließgeschwindigkeit an der Stelle.

Während der Fluss am Kraftwerk schnell wird, nimmt die Geschwindigkeit am rechten Ufer, in Höhe des Bootshauses, in Zukunft ab. Darüber hinaus würden die von der Mulde transportierten Sedimente umverteilt, könnten aber bei Hochwasser wieder ausgeglichen werden.

Die Wehranlage, die die Envia Therm für ihr Vorhaben nutzen will, liegt südlich der Eisenbahnbrücke, zwischen Bennewitz und Wurzen, und gehört dem Unternehmen. Errichtet wurde das sogenannte Einleitungsbauwerk in den Jahren 1924 bis 1927 für den früheren Mühlgraben und den knapp sechs Kilometer langen Triebkanal zum ehemaligen Wasserkraftwerk Canitz. 1972 kam es dann zur Stilllegung des Kanals und des Wasserkraftwerkes Canitz nach dem Dammbruch des Obergrabens. Zwischen 1978 bis 1985 erfolgte schließlich die Rekonstruktion des Wehrs und später die Erneuerung des Freifluters mit dem Bau eines 126 Meter langen und siebeneinhalb Meter breiten Betonriegels.

Für das neue Krafthaus möchte Envia Therm den vorhandenen Umflutkanal nutzen, in die eigentliche Wehrschwelle greift der Investor aber nicht ein. Den Strom erzeugen zwei Kaplanturbinen mit Kegelradgetriebe und einer Maximalleistung von je 550 Kilowatt. Die Durchlassmenge beträgt 25 Kubikmeter pro Sekunde bei einer Fallhöhe von 2,40 Meter. Der Mulde wieder zugeleitet werde das verwendete Wasser über einen 54 Meter langen Unterwasserkanal. Beim Baukörper, so die Fachleute, handelt es sich um ein überströmbares Turbinenhaus, das nicht höher ist als die derzeit vorhandene Betonmauer am Grundstücksrand. Insofern sei das Objekt von Schmölen aus aufgrund der Deiche und späteren Anpflanzungen nicht zu sehen. Kai-Uwe Brandt

Kai-Uwe Brandt

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