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Wurzen Enten treiben tot im Teich: Entsetzen in Großsteinberg
Region Wurzen Enten treiben tot im Teich: Entsetzen in Großsteinberg
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05:00 18.08.2017
Trauer in Großsteinberg: Betreuer Gerd Heinitz vermutet, dass seine gefiederten Lieblinge vergiftet wurden. Nur einige wenige Enten sind ihm geblieben. Er wird sie nun erst einmal in Sicherheit bringen. Quelle: Haig Latchinian
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Großsteinberg

Krimi am Oberteich: Erst wird die Entenmutter gestohlen, wenige Tage später treiben weitere Schnatterinchen tot im Wasser. Rätselraten im Schatten der mächtigen Friedenseiche, die einst für die Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg gepflanzt wurde.

Gerd Heinitz, Ur-Goßsteinberger, versteht die Welt nicht mehr: „Ich gehe davon aus, dass die Enten vergiftet wurden. Nein, so was gab es bei uns noch nie. Ich bin drauf und dran, alles hinzuschmeißen.“ Zumindest zog er vorerst die Notbremse: Alle Enten, die überlebt haben oder – wie in einem Falle – wieder aufgepäppelt werden konnten, sind umgehend an einen sicheren Ort gebracht worden.

Der 52-jährige selbstständige Handwerker ist der ehrenamtliche Betreuer von „Entenhausen“. Mit Hingabe kümmert er sich um Fische, Fontäne und vor allem ums liebe Federvieh. Die Fütterung sei dabei noch die leichteste Übung: Weil der seit 1936 von Natursteinmauern umfasste Teich das Wasser nicht mehr halten konnte, musste aufwendig abgedichtet werden. Damit nicht genug: Um die Fontäne wieder flott zu bekommen, machte sich der Einbau einer Pumpe erforderlich. Abgesehen davon wird der Teich jedes Jahr abgelassen, gereinigt und abgefischt: „Den Erlös aus dem Fischverkauf spenden wir zugunsten unserer Kindergärten“, sagt Heinitz. Unterstützt wird er von Ulrich Altner, der den Container für den Schlamm bereit stellt, von Jens Pein, der die Fische zu den Hälterbecken chauffiert, und von Hartmut Eichstädt, der das Entenhaus auf Vordermann brachte. Auch die anderen Helfer wie Reiner Kanitz, Iris Höfer, Reiner Fries und Armin Pöritz sind sprachlos. Niemand kann verstehen, weshalb ausgerechnet Enten den Frust mancher Leute ausbaden müssten.

Rolf Langhof, Ortschronist und Vorstand im Heimatverein, ist entsetzt: „Erst verschwindet die Zuchtente, dann wird der Nachwuchs vergiftet – die Grenze ist überschritten.“ Vor allem sei Großsteinberg im Mark getroffen: „Der Oberteich ist der letzte von einst fünf Teichen. Sie alle befanden sich auf dem Dorfanger, der jetzt Dorfstraße ist.“ Das freiwillige Engagement der Großsteinberger sei gar nicht hoch genug zu würdigen: „Herr Heinitz ist voll berufstätig und bürdet sich dennoch die Pflege und Unterhaltung des Teiches auf. Allein bis der Teich mit Brunnenwasser wieder voll gelaufen ist, dauert es eine Woche – das will gut beaufsichtigt sein.“ Laut Sylvia Schindler von der Gemeindeverwaltung dient der Oberteich gleichzeitig als Feuerlöschteich. Sie hofft, dass sich das Team um Gerd Heinitz bei allem verständlichen Schmerz zum Weitermachen durchringen kann. „Die Enten waren immer die große Attraktion im Dorf. Die Kindergartenkinder konnten es im Frühjahr immer kaum erwarten, dass die Enteneltern wieder ihre Behausung bezogen. Na und die geschlüpften Kleinen waren die absoluten Lieblinge ...“ Nein, die Gemeindeverwaltung allein könne eine derart liebevolle Fürsorge nie und nimmer leisten.

Gerd Heinitz ist ein Tierfreund, züchtet Zwerghühner und Fasane. Schon seine Eltern Werner und Ilse hatten Schweine, Ochsen und Hühner. „Als ich Kind war, kümmerte sich noch Heinz Mörtschin um die Enten auf dem Teich. All die Jahre war hier Wassergeflügel drauf und so soll, ja, muss es bleiben. Großsteinberg ohne Enten – undenkbar.“ Er müsse nun erst einmal für eine neue Mutter sorgen, zumindest in diesem Jahr werde er keine Schnatterinchen mehr auf den Teich lassen: „Ich trau’ es mir einfach nicht!“

Von Haig Latchinian

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