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Entscheidung über Chef der Wurzener Land-Werke bleibt aus

Dämpfer für Oberbürgermeister Entscheidung über Chef der Wurzener Land-Werke bleibt aus

Die Bemühungen zur Gründung der Wurzener Land-Werke haben einen Dämpfer bekommen. Der in einer extra anberaumten Stadtratsitzung von der Wurzener Verwaltung eingebrachte Beschlussantrag zur Bestellung eines Interimsgeschäftsführers wurde von Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) zurückgezogen.

Diffuser Horizont: Die Gründung der Wurzener Land-Werke haben einen Dämpfer bekommen.

Quelle: Frank Schmidt

Wurzen. Die Bemühungen zur Gründung der Wurzener Land-Werke haben einen Dämpfer bekommen. Der in einer extra anberaumten Stadtratsitzung von der Wurzener Verwaltung eingebrachte Beschlussantrag zur Bestellung eines Interimsgeschäftsführers wurde von Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) zurückgezogen. In einer teils kontroversen Diskussion kritisierte vor allem die CDU-Fraktion zunächst das Prozedere der kurzfristigen Abstimmung und im weiteren Verlauf die Konditionen für das Honorar des designierten Geschäftsführers.

Rückblende: Am 20 Juni votierten die Parlamente der Großen Kreisstadt Wurzen sowie der Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal für die Gründung der Wurzener Land-Werke GmbH (LVZ berichtete). Und auf der Gründungsversammlung, die am 17. November stattfinden soll, muss von den vier Kommunen als Gesellschafter der Wurzener Land-Werke ein Geschäftsführer bestellt werden. Das ist Voraussetzung, um das Unternehmen als Gesellschaft eintragen zu lassen und handlungsfähig zu machen. Die Wahl fiel auf Robert Krock von der SNPC, ein auf die Märkte der Daseinsvorsorge und Energiewirtschaft fokussiertes Beratungsunternehmen mit Sitz in Berlin.

Der 44-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur war bis 2000 bei der Bewag Berlin im Bereich Wirtschaftsentwicklung tätig und übte danach Beratungsdienste aus. Der verheiratete Vater von zwei Kindern ist seit 2005 Partner bei SNPC. Die Energiewirtschaft gehört unter anderem zu seinen Spezialgebieten, was ihn für die Gesellschafter fachlich kompetent macht.

Dennoch müssen die Parlamente der vier beteiligten Kommunen diese Personalie abnicken. Eine weitere Voraussetzung ist ein Stammkapital von 100 000 Euro, die von den vier Gesellschaftern, sprich Kommunen, quasi als Startkapital in die Gesellschaft eingebracht werden. Ein Viertel der Summe, konkret 25 500 Euro plus Mehrwertsteuer sind für SNPC-Beratungsleistungen fest eingeplant.

In der Diskussion erhitzten sich die Gemüter der Parlamentarier an der Tatsache, über einen unbekannten Funktionsträger abstimmen zu müssen, der nicht anwesend war. „Der Tagessatz für den Interimsgeschäftsführer, so entnehme ich der Beschlussvorlage, soll 1700 Euro plus Mehrwertsteuer betragen. Dafür kann man erwarten, dass sich Herr Krock mal persönlich vorstellt“, gab Matthias Rieder (CDU) dem Oberbürgermeister eine Kröte zu schlucken. „Wir sitzen in sechs Wochen hier und beraten über den Haushalt. Dann diskutieren und feilschen wir wieder um 500 Euro. Da fehlt es an Zuschüssen für Schulbücher und für Kultur, oder es wird doppelt nachgefragt, ob der Aufsatz für den Rasentraktor unbedingt sein muss. Und hier sind wir einfach unsensibel geworden, was die Größenordnungen angeht“, legte er mit seiner Kritik nach. „Das kann man eben nicht mehr unter der Kategorie laufen lassen: Das ist eben so. Nein, das ist unanständig“, sagte Rieder.

Seine Worte blieben nicht ohne Echo: Mit seinem Plädoyer drang er fraktionsübergreifend in die Köpfe der anderen Stadträte. Obgleich Heinz Reichert (SPD) kein Problem damit hatte, dass Krock nicht persönlich anwesend war, sah er die Verhältnismäßigkeiten ebenso wenig gewahrt wie Thomas Zittier. Als Mandatsträger der Bürger für Wurzen (UVW) „kann ich unter diesen Umständen dem Beschluss nicht zustimmen“, sagte er. Deshalb sah sich das Stadtoberhaupt gezwungen, den von seiner Verwaltung eingebrachten Beschlussantrag zurückzuziehen und kam damit einer Abstimmungsniederlage zuvor.

Von Frank Schmidt

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