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Entstellte Katze „Uschi“ aus Wurzen: Halter gibt Stellungnahme ab

Tierschutz Entstellte Katze „Uschi“ aus Wurzen: Halter gibt Stellungnahme ab

Im Fall der mutmaßlich ausgesetzten und von einem Tumor entstellten Katze aus Wurzen gibt es neue Erkenntnisse: Der Halter gab eine Stellungnahme bei der LVZ-Redaktion ab. Fest steht nun: Uschi, wie das Tier hieß, wurde nicht ausgesetzt, sondern bis zuletzt umsorgt. Tierheimleiterin Ursula Zirkenbach kritisiert das Verhalten des Besitzers dennoch.

Katze Uschi wurde wegen eines unheilbaren Tumors eingeschläfert.

Quelle: privat (Tilo Fischer)

Wurzen. Vergangene Woche sorgte der Fund einer entstellten Katze in Wurzen für Empörung: LVZ-Leser Tilo Fischer fand das einsame Tier auf der Straße und wandte sich ans Tierheim. Ein Arzt schläferte das Tier noch am selben Abend ein. Zuvor wurde geprüft, ob die Katze gechippt und registriert ist – Befund negativ. Dass es sich um eine Straßenkatze handelte, sei jedoch unwahrscheinlich, weshalb Fischer sowie eine Mitarbeiterin des Tierheims vermuteten, dass sie ausgesetzt wurde, weil der Halter die Kosten für Behandlung und Einschläferung sparen wollte.

Jetzt meldete sich der ehemalige Besitzer des Tieres. Er möchte nicht namentlich genannt werden. Demnach nahm er Uschi, wie die Katze hieß, vor neun Jahren aus dem Tierheim mit und bei sich auf. Mehrere Jahre lebte sie zunächst als Freigängerin auf einem Hof bei Dehnitz, später in Wurzen. „Bis letztes Jahr hatte sie keine nennenswerten Krankheiten – leider blieb das nicht so. Uschi bekam auf der Nase ein Geschwür“, erklärt der Mann. Nach zahlreichen Behandlungen bei mehreren Tierärzten mit Kosten in vierstelliger Höhe ging der Tumor zurück, wuchs jedoch schon bald wieder an.

Ein Anwohner fing die Freigängerin am 4. März dieses Jahres schon einmal ein und brachte sie ins Tierheim. Neun Tage und mehrere tierärztliche Untersuchungen später wurde sie dem Halter zurückgegeben. In den folgenden Monaten wuchs der Tumor weiter.

„Am 8. August wollte ich Uschi einschläfern lassen“, berichtet Uschis Herrchen. „Wie auch am Tag vorher ließ sie sich nicht einfangen. Als ob sie es ahnte... Ich fuhr nochmal zu ihrer Tierärztin und holte die Medikamente. Am Folgetag ging es ihr besser, sie wollte wieder fressen und so gab ich ihr auch ihre Medikamente.“ In der Tierklinik der Uni Leipzig bestätigte man dem Halter Uschis „relativ guten Zustand und sagte mir, dass ich ihr noch einen schönen Lebensabend machen soll, solange es ihr noch so gut geht“. Wenige Tage bevor die Katze von Tilo Fischer aufgelesen wurde, „wollte Uschi nichts mehr fressen, ließ sich nicht mehr einfangen und somit auch keine Medikamente mehr verabreichen“.

Unterlagen des Besitzers bestätigen zudem, dass Uschi trotz negativen Befundes gechippt und somit registriert war. Warum also wurde kein Chip gefunden? „Gut möglich, dass der Chip aufgrund des Tumors oder einer Verletzung verschoben wurde oder ,herausgefallen’ ist“, erklärt Tierheimleiterin Ursula Zirkenbach und verteidigt das Vorgehen ihrer Mitarbeiterin und des Tierarztes. „Wir sind verantwortlich dafür, dass ein Tier, das in unsere Obhut gelangt, versorgt oder im schlimmsten Fall eingeschläfert wird.“ Uschis Zustand habe keine andere Option zugelassen, als eine sofortige Einschläferung, wie auch der Arzt bestätigte. Zirkenbach kritisiert zudem, dass die Katze überhaupt noch Freigang bekam: „Kranke und medikamentös behandelte Katzen dürfen nicht in Freilauf gegeben werden. Der Halter muss sicherstellen, dass sie alle zwölf Stunden verfügbar ist, um die Medizin verabreichen zu können.“

Wie es mit der Anzeige, die Tilo Fischer erstattet hat, weitergeht, ist derzeit unklar. Der Halter hat die gleiche Stellungnahme bei der Polizei abgegeben, es werden wohl weitere Anhörungen folgen. Fest steht allerdings: Uschi wurde nicht ausgesetzt, sondern bis zuletzt von ihrem Halter geliebt und umsorgt. Erst aus der Zeitung hat er von ihrem Schicksal erfahren.

Von Christian Neffe

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