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Wurzen Erinnerungsorte für Macht und Pracht: Der Wurzener Dom und das Schloss Nischwitz
Region Wurzen Erinnerungsorte für Macht und Pracht: Der Wurzener Dom und das Schloss Nischwitz
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08:00 09.09.2017
Der Wurzener Dom beherbergt Schätze, die nicht so ohne weiteres zugänglich sind – außer zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag. Quelle: Klaus Peschel
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Wurzen/Thallwitz

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals ist von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter das Thema „Macht und Pracht“ gestellt worden. Dazu möchte der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein zusammen mit dem Wurzener Altdomherrn Horst Schulze am Sonntag den Dom St. Marien allen Interessierten öffnen und präsentieren.

Die Kirche ist im strengen Sinne eigentlich kein Dom oder Kathedrale, nicht das geistliche Zentrum eines Bistums gewesen, sondern war vor über 900 Jahren als eine Kollegiatstiftskirche geweiht worden. Ein „Kollegium“ von maximal elf Klerikern tat hier Dienst, und das vom Meißner Bischof Herwig begründete „Stift“ verwaltete auch den westlichsten Teil des Bistums, insbesondere auch sein weltliches Herrschaftsgebiet – das „Wurzener Land“. So standen auch die Kirche und das benachbarte Schloss symbolisch für die hier ausgeübte Macht.

Diese wie auch die in der Vergangenheit entfaltete Pracht unterlagen seit der Reformation einem einschneidenden Wandel. Etwa seit der Jahrtausendwende prangt die alte Kollegiatstiftskirche wieder auffällig als Denkmal in der Wurzener Stadtlandschaft.

Der Tag des offenen Denkmals gibt allen Besuchern Gelegenheit, mehr über die verwickelte Baugeschichte des heutigen Doms St. Marien, über das Domkapitel, seiner Arbeit in der Gegenwart und auch über Schätze zu erfahren, die der Dom beherbergt und die nicht so ohne weiteres zugänglich sind. Neben dem Kircheninnenraum werden auch die alte Bischofskapelle im Nordturm mit ihren spätgotischen Wandmalereien sowie erstmalig die so genannte Schusterloge und der neu eingerichtete „Nazarener-Raum“ im Stiftsarchiv zu besichtigen sein. In letzterem sind unter anderem neun Zeichnungen auf Kartons ausgestellt, Kopien von Gemälden eines Christus-Zyklusses, den 1820 der Dechant von Ampach in Rom bei den damals dort arbeitenden deutschen Malern – den „Nazarenern“ – in Auftrag gegeben hatte. Acht Gemälde befinden sich heute im Naumburger Dom; nur in Wurzen sind noch alle ursprünglichen Szenen vorhanden. Wie und warum sie nach Wurzen gekommen sind, auch darüber wird während der Führungen ab 12, 14 sowie 16 Uhr informiert.

Herzlich willkommen heißt es am 10. September ebenso in der Gemeinde Thallwitz. Denn das Schloss Nischwitz öffnet gleichfalls Tür und Tor für interessierte Besucher. „Ein besonderer Höhepunkt dieses Jahr ist eine Ausstellung von Gemälden gegenwärtiger Leipziger Maler, insbesondere der Neuen Leipziger Schule, die im grünen Salon präsentiert werden. Darunter befinden sich Werke von Michael Fischer-Art, Bruno Griesel, Mathias Perlet und Norbert Wagenbrett“, kündigt Kastellan Sven Schreiber an. Zu sehen sein wird auch eine Tafel mit dem berühmten Schwanenservice von Meissen und eine Neuerwerbung aus dem Kunsthandel, eine Sultane aus der Werkstatt des berühmten Leipziger Möbeltischlers Friedrich Gottlob Hoffmann von 1790. „Die vier Führungen beginnen ab 9 Uhr, erfolgen aller zwei Stunden und dauern etwas über eine Stunde. Die letze Führung findet 15 Uhr statt“, so Schreiber.

Den Denkmaltag in Nischwitz beschließt dann das Thomasius-Ensemble aus Leipzig ab 19 Uhr mit einem Konzert im Rokoko-Gartensaal des Schlosses. Es erklingen Werke für die ehemaligen „Brühl’schen Kapelle“.

Von Wolfgang Ebert/lvz

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