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Wurzen Erntekönigin Tina Kissmann sorgt für Präzision auf dem Acker im Muldental
Region Wurzen Erntekönigin Tina Kissmann sorgt für Präzision auf dem Acker im Muldental
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00:20 15.10.2017
Ein 250-PS-starker Motor treibt diesen Pflug an. Der Traktor ist mit der neuesten Software ausgestattet und fährt selbstständig. Quelle: hoffmann
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Machern/Gerichshain

Wenn Tina Kissmann über Land fährt, geht ihr Blick immer zu den Feldern. Sieht sie dann einen Traktor oder eine Landmaschine, beginnt sie zu lächeln. Diese PS-starken Fahrzeuge und deren technischer Fortschritt haben die junge Zschepplinerin schon immer fasziniert – wie auch die Landwirtschaft. Inzwischen arbeitet die 26-Jährige beim Landmaschinen-Vertrieb Deuben mit Sitz in Gerichshain. „Wir verkaufen Neutechnik, reparieren und warten diese in unserer hauseigenen Werkstatt. Zudem werden hier Agrar-Management-Systemlösungen für Traktoren und Landmaschinen zur Steigerung der Maschinen- und Betriebsleistung geschrieben“, berichtet Kissmann. Was viele nicht wissen, die modernen Traktoren fahren heute effizient und vollautomatisiert. Sie halten selbstständig die Furche und errechnen den Ertrag. „Mit dem Handy kann ich sehen, wo die Maschine gerade unterwegs ist und mit welcher Auslastung und kann sie eventuell optimieren.“ Präzisionslandwirtschaft lautet das Stichwort. Ohne modernste Technik geht gar nichts mehr. Kissmann installiert die Software für die Landmaschinen in der Region und ist Ansprechpartner bei Problemen. „Eine Herausforderung, ich lerne jeden Tag was dazu.“

Kissmann gehört zu einer neuen Generation in der Agrarwirtschaft. „Ich liebe den Beruf des Landwirtes. Es ist eine vielseitige, aber auch technisch und geistig eine anspruchsvolle Tätigkeit“, sagt die junge Frau. „Was viele nicht bedenken, wir sind diejenigen, die die Bevölkerung ernähren. Wir liefern dem Bäcker das Getreide für Brot und Brötchen, von uns kommt das Fleisch. Das ist für mich immer wieder ein besonderer Aspekt.“ Für die ehemalige sächsische Erntekönigin Tina Kissmann stand schon früh fest, welchen Berufsweg sie einschlagen wird. Und er sollte sie nicht aus ihrer Heimat fortbringen.

Nach ihrem Abitur mit Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften, nahm sie eine Ausbildung zur Landwirtin bei der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz auf. Nach der Ausbildung folgte das Studium der Agrarwissenschaften. „Die Ausbildung war das Beste, was ich machen konnte“, sagt sie heute. „Ich habe hier die Grundlagen der Ackerbewirtschaftung gelernt. Für mich war es immer toll zu sehen, wie das, was im Herbst ausgesät wird, im nächsten Jahr geerntet wird. Außerdem sind diese starken Fahrzeuge einfach ein Hingucker. Man muss sich bewusst sein, dass man da schon mal ein Gefährt mit einem Wert in Höhe eines luxuriösen Einfamilienhauses bewegt.“

Dennoch verhehlt sie nicht, dass der Beruf des Landwirts immer noch von Männern geprägt wird. „Als Frau musst du dich jeden Tag neu beweisen. Wen das nicht abschreckt, wer ein dickes Fell besitzt, naturverbunden ist und die Arbeit mit Tier und Maschine liebt, der wird auch mit Leib und Seele Landwirt sein“, betont sie. Auch nebenbei ist Tina Kissmann engagiert. Vor zwei Jahren hat sie gemeinsam mit der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz das Projekt „Moderne Landwirtschaft erleben, erkunden, erlernen“ angeschoben – mit dem Ziel, Kindern die Landwirtschaft aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen. Und vor einem Jahr entwarf sie witzige Werbesprüche, mit denen sie das Image der Landwirtschaft aufwerten möchte. „Wir wollen Aufmerksamkeit wecken, Vorurteile abbauen und zum Denken anregen“, sagt sie.

Von Nannette Hoffmann

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