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Erste Abiturienten verlassen Freies Gymnasium Borsdorf

Feierliche Abschlussfeier Erste Abiturienten verlassen Freies Gymnasium Borsdorf

Der erste Abitur-Jahrgang wurde am Freien Gymnasium Borsdorf feierlich verabschiedet. Die Schule in freier Trägeschaft war vor acht Jahren gestartet.

Grund zum Jubeln: Der erste Abiturjahrgang am Freien Gymnasium Borsdorf erhält seine Zeugnisse und lässt stolz die Hüte fliegen. Alle 24 Prüflinge haben das Abitur geschafft.

Quelle: Andreas Döring

Borsdorf. Auf Kommando flogen bei der Abschlussfeier am Freien Gymnasium Borsdorf die Hüte. Es war der erste Abiturjahrgang, der in der noch jungen Historie der Bildungsstätte feierlich verabschiedet wurde.

Vor acht Jahren ging das Gymnasium an den Start. Damals ein Experiment mit durchaus ungewissem Ausgang. Der erste Jahrgang war nicht nur für die Jugendlichen selbst eine Reifeprüfung, sondern auch für alle Lehrer, Eltern und die zahlreichen Wegbegleiter der Schule in privater Trägerschaft. „Eins zwei, drei!“ schallte es am Samstag über den Innenhof, Kameras klickten, lautstark krachten die Salven der Communalgarde. Bis das Barett, der traditionell viereckige Highschool-Hut, am Samstag auf den Köpfen der Absolventen thronte, galt es allerdings, etliche Hürden zu meistern.

„Vor zehn Jahren stand der Schulstandort Borsdorf durch die Schließung der Mittelschule vor dem Aus. Ein Ort mit weit über 8000 Einwohnern sollte in Zukunft nur Grundschulen als Bildungsangebote nach dem Kindergarten bieten“, blickte der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) in seinem Grußwort zurück. Nach umfangreichen Überlegungen sei damals der Gedanke gereift, ein Freies Gymnasium zu etablieren. Ein Träger, der eher mit Kitas und Senioren in Verbindung gebracht wird – die Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental – ließ sich mutig auf das Experiment ein. „Ohne die visionären Ideen der damaligen Akteure würde es das Gymnasium heute in der Form nicht geben und schon gar nicht zweizügig“, betonte Martin im Rahmen der feierlichen Abschlussfeier in der Aula. Schulleiterin Kai Hakl ließ ihren Gefühlen freien Lauf. „Ihr hattet es nicht immer leicht“, richtete sie persönliche Worte an den ersten Jahrgang. „Alles mussten wir an euch ausprobieren: Konzepte, Schulzeiten, sonstige Regeln.“ Aber dafür sei der erste Jahrgang allen auch besonders ans Herz gewachsen. Ein großes Lob zollte Hakl den Eltern: „Mit Ihnen hatten wir wahre Pioniere an unserer Seite: anspruchsvolle, immer loyale, unterstützende und mitdenkende Mitstreiter.“ Für die Volkssolidarität ergriff Klaus Bandekow, Vorstandsmitglied der VS Leipziger Land/Muldental, das Wort. Er würdige die Anstrengungen aller Beteiligten, die das Projekt begleiteten – von den ziemlich provisorischen Anfängen in vier Klassenräumen bis zu einer vollwertigen, „erwachsenen“ Schule. Zu den Gratulanten zählte auch Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth, die sich zugleich davon überzeugte, dass das Fördergeld des Landes für Erweiterung und Sanierung des Schulgebäudes in Borsdorf gut angelegt ist.

 Sie zählen zu den Besten

Sie zählen zu den Besten: Simon Lokaiczyk, der mit 1,5 abschloss, und Marie Zschiebsch, die einen Durchschnitt von 1,3 erreichte.

Quelle: Andreas Döring

Schulleiterin Kai Hakl bekannte eine gewisse Lust am Ausprobieren: „Wir wollten Schule nicht neu erfinden, aber dennoch die zwischen den Zeilen von Rechtsvorschriften versteckte Freiheit finden und ausloten.“ Das Ganze habe als Borsdorfer Modell inzwischen Erfolge gezeigt. Ein vertiefendes Methodentraining, Berufsorientierung und das Erlernen einer zweiten Fremdsprache bereits ab Klasse 5 zählen unter anderem zu den Borsdorfer Besonderheiten.

Geschafft haben das Abitur alle 24 Schüler. Allerdings war man mal mit rund 40 Mädchen und Jungen gestartet. Davon schafften es nicht alle in Borsdorf über die Ziellinie, einige hätten auch die Schule gewechselt oder eine Lehre begonnen. Ein Prozess, der aber auch in staatlichen Gymnasien zu beobachten sei, wie Kai Hakl anmerkte. Positiv wurde hervorgehen, dass zehn der Abiturienten auf ihrem Zeugnis eine Eins vorm Komma stehen haben. Der Durchschnitt lag bei 2,3. Die besten

 Der erste Abiturjahrgang am Freien Gymnasium Borsdorf erhält seine Zeugnisse

Der erste Abiturjahrgang am Freien Gymnasium Borsdorf erhält seine Zeugnisse. Zur Feier war auch Brunhild Kurth, sächsische Kultusministerin (2. v. li.) anwesend, rechts neben ihr Schulleiterin Kai Hakl.

Quelle: Andreas Döring

Abschlüsse erreichten Marie Zschiebsch (1,3) und Simon Lokaiczyk (1,5).

Von Simone Prenzel

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