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Erstes Bürgermeister-Polo der Welt geht im Wurzener Land über die Bühne

Thallwitz Erstes Bürgermeister-Polo der Welt geht im Wurzener Land über die Bühne

Weltpremiere im kleinen Thallwitz: Erstmals startete dort beim Tag des Pferdes ein „Bürgermeister-Poloworkshop“. Doch nur einige Gemeindechefs trauten sich und philosophierten anschließend über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Spiel und Bürgermeisteramt.

Die bekannte britische Pferdesportart wird erstmals in Thallwitz ausprobiert – von Bürgermeistern.

Quelle: Frank Schmidt

Thallwitz.  Erstmals ist die Reitsportanlage an der Waldbühne in Thallwitz Austragungsort für ein „zu Pferde gespieltes Treibballspiel“ geworden. So wird die als Polo bekannte britische Pferdesportart im Duden definiert. Im gleichen Nachschlagewerk sucht man aber vergebens nach dem Begriff „Bürgermeister-Poloworkshop“. Dieses völlig neue Sportevent ist zum Zugpferd für den ebenfalls in Thallwitz veranstalteten „Tag des Pferdes“ gemacht worden.

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Erstmals ist die Reitsportanlage an der Waldbühne in Thallwitz Austragungsort für ein besonderes Polo-Spiel. Bürgermeister der Region sitzen fest im Sattel und testen die britische Pferdesportart, die im Wurzner Land etabliert werden soll.

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Die Idee dafür wurde in der Amtsstube von Thomas Pöge geboren. Obwohl der Gemeindechef auf Anraten seiner Ärzte nicht selbst aktiv im Sattel saß, galoppierte er verbal drauf los und schrieb in den offiziellen Einladungen vom „weltweit ersten Bürgermeister-Poloworkshop“. Klingt ganz schön hochtrabend. „Eigentlich ist es eine Idee von Laura und Lars Quiring gewesen, den Gründern der ersten Poloschule in Sachsen. Uns verbinden persönliche Kontakte und daher wusste ich, sie möchten der als gemeinhin elitär gesehenen Sportart zum Breitensport verhelfen und sie hier etablieren. Diesen Gedanken habe ich vor einem Jahr nur aufgegriffen“, sagte Pöge und freute sich, andere Amtskollegen als Mitstreiter - pardon, Mitreiter – gewonnen zu haben. Das sei also mitnichten ein „Schnellschuss“.

Apropos: Schnelles oder gar rasantes Reiten war nicht wirklich zu erwarten, wie Lars Quiring erklärte. „Unsere Teams bestehen aus je drei Spielern hoch zu Ross, denen ein Spielfeld von etwa 100 mal 60 Metern mit acht Meter breiten Toren zur Verfügung steht. Folglich wird hier ein sehr langsames Polo gespielt. Denn ein richtiges Polospielfeld ist mindestens dreimal so groß, für Teams mit sechs bis acht Spielern“, erklärte der 47-jährige Polo-Experte. Und er sagte auch, „dass Polo wirklich jeder spielen kann, ohne zuvor lange Jahre im Sattel gesessen zu haben. Denn die Pferde sind nur für diese Sportart ausgebildet worden und wissen genau, was sie machen müssen“, brachte Quiring die bewusst so formulierte Botschaft auf den Punkt.

Hier hätten also alle Bürgermeister mitspielen können, wenn sie denn gewollt oder gekonnt hätten. So aber stellten nur der Lossataler Uwe Weigelt und Doreen Lieder aus Machern im blauen Trikot ein Team und bekamen Verstärkung von Laura Quiring. Sie trabten gegen Bernd Laqua aus Bennewitz und Arno Jesse aus Brandis im roten Trikot an, verstärkt vom Freizeitreiter Thomas Müller. Die Quintessenz war, die Bürgermeister zeigten sich ausnahmslos sattelfest, sportiv gesehen.

Das beeindruckte unter den Besuchern auch Landrat Henry Graichen. „Ich habe zwar beim Training auf dem Holzpferd mitgemacht, aber mehr? Nee, nee, das ist schon ganz schön anspruchsvoll“, stellte er fest. „Das Pferd zu führen ist einfacher als eine Gemeinde“, war sich Doreen Lieder sicher. Weigelt sah es ähnlich: „Gemeinde oder Pferd, das sind zwei völlig verschieden Dinge.“ Aber: „Hier wie da muss man die Zügel fest in der Hand haben.“ Laqua erkannte weitere Parallelen: „Wie mit der Gemeinde muss man sich auch mit dem Pferd arrangieren.“ Und Jesse machte die Erfahrung, „dass man sich dabei selbst immer unter Kontrolle haben muss, sonst fällt man irgendwann runter.“ Kein Wunder, dass bei so vielen Schnittpunkten das Spiel 5:5 unentschieden endete.

Von Frank Schmidt

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