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Wurzen Erstmals Berufsmesse in Brandis
Region Wurzen Erstmals Berufsmesse in Brandis
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09:58 18.03.2010
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An insgesamt 15 Info-Ständen konnten die Schüler Fragen los werden. „Mit einem solchen Andrang hatten wir nicht gerechnet“, erklärte Oberfeldwebel Marcel Dietel. Fast den ganzen Vormittag herrschte bei der Bundeswehr Belagerungszustand. „Rund 60 Ausbildungsberufe können bei uns erlernt werden“, machte der 30-Jährige auf die enorme Vielfalt aufmerksam. „Die Jungs interessieren sich vor allem für Mechatroniker oder den Fluggerätemechaniker“, erläuterte Marcel Dietel. Aber auch für Mädchen könne eine Ausbildung bei der Armee eine Alternative sein. „Hier kommen zum Beispiel der Sanitätsdienst oder die Verwaltung in Frage.“ Er selbst habe über den Grundwehrdienst Geschmack an der Truppe gefunden, verriet der 30-Jährige. „Acht Jahre war ich dann bei den Gebirgsjägern und bin mittlerweile Berufssoldat.“ Dass nicht unbedingt der geradlinige Weg zum Traumjob führen muss – dafür war Lisa Bernhardt ein gutes Beispiel. Mit ihr konnten die Jugendlichen am Stand des Altenpflegeheimes in der Brandiser Bergstraße ins Gespräch kommen. „Nach meinem qualifizierten Hauptschulabschluss habe ich erst ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Heim in Engelsdorf absolviert“, berichtete die 20-jährige Borsdorferin. „Ich wollte mir sicher sein, dass der Umgang mit alten Menschen wirklich das ist, was ich machen möchte.“ Später folgte eine dreijährige Ausbildung zur Sozialassistentin, die mit dem Realschulabschluss endete. Seit vorigen September absolviert die 20-Jährige nun ihre Ausbildung zur gelernten Altenpflegerin, die weitere drei Jahre dauert. „Viele Interessenten haben allerdings falsche Vorstellungen von dem Beruf. Nur mit Omas spazierengehen – das ist es bei weitem nicht“, rückte die Borsdorferin fehlerhafte Ansichten gerade. Überhaupt mussten sich einige Schüler eingestehen, dass es mit dem Wunschberuf wohl doch nicht so einfach wird. „Wenn du in Betragen eine Vier hast, bist du als Friseuse nicht geeignet“, musste Friseurmeisterin Simone Linke aus Grimma eine 15-Jährige auf den Boden der Tatsachen zurückholen. „In Biologie, Chemie und Physik muss eine Zwei auf dem Zeugnis stehen. Das sorgt bei vielen Mädchen schon für große Augen.“ Zudem müsse man nicht nur körperlich fit sei, so Simone Linke, sondern auch ein Gespür für den Umgang mit Menschen haben. Als gute Möglichkeit sah Achtklässlerin Stefanie Beyer die gestrige Offerte an, sich über verschiedenste Branchen zu informieren. „Ich möchte auf jeden Fall etwas mit Menschen machen, da sind schon einige Angebote dabei, die mich interessieren.“ Auch örtliche Firmen begrüßten die Veranstaltung. „Für uns ist das eine gute Gelegenheit, auf uns als Ausbildungsbetrieb aufmerksam zu machen“, so Henrik Kolar aus Beucha. „Die Arbeit als Fahrzeuglackierer oder Karosseriebauer ist sehr vielfältig“, bestätigte auch Azubi Florian Schlafge (18). Ab nächstem Jahr sei wieder ein Ausbildungsplatz frei, verriet der Firmenchef. Sogar 20 freie Plätze – und das ab September 2010 – hatte die Telekom im Gepäck. „Das Berufsbild Kaufmann für Dialogmarketing ist noch weitgehend unbekannt“, gab Auszubildende Sandra Richter den Mittelschülern einen Geheimtipp. „Mit einem guten Realschulabschluss hat man hier gute Chancen.“ Und das Lehrlingsgeld sei auch nicht schlecht.

Simone Prenzel

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