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Ex-Sportlerheim in Hohburg wird Heim für Flüchtlingskinder

Lossatal Ex-Sportlerheim in Hohburg wird Heim für Flüchtlingskinder

Mit einem ambitionierten Abendprogramm beendete der Gemeinderat Lossatal diese Woche das parlamentarische Jahr. Zur Tagesordnung gehörten neben der ersten Lesung des Haushaltes für 2016 und der Änderung der Straßenreinigungssatzung auch der Verkauf des ehemaligen Sportlerheimes in Hohburg.

Kulturhaus „Zur Hohburger Schweiz“: Die Gemeinde schloss jetzt einen Mietvertrag mit dem DRK ab. Der Wohlfahrtsverband will die obere Hoteletage für die Unterbringung von 24 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nutzen.

Quelle: Frank Schmidt,

Lossatal. Mit einer ambitionierten Tagesordnung beendete diese Woche der Lossataler Gemeinderat das parlamentarische Jahr in der Falkenhainer Oberschule. So standen unter anderem auf dem Sitzungsprogramm der Volksvertreter die erste Lesung des Haushaltes für 2016, der Verkauf des früheren Sportlerheimes in Hohburg an die DRK Humanitäre Nothilfe im Muldental gGmbH sowie die Änderung der Straßenreinigungssatzung.

Doch zunächst informierte Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) die Mandatsträger über eine Eilentscheidung, die er ohne Zustimmung des Rates treffen musste. Denn damit Fördergelder für den Ausbau der Hoteletage des Kulturhauses „Zur Hohburger Schweiz“ fließen, musste der Rathauschef bis Ende November den Mietvertrag mit dem DRK-Kreisverband Muldental abschließen. Wie berichtet, ist in der kommunalen Immobilie die Unterbringung von 24 sogenannten unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern angedacht – in Trägerschaft des Wohlfahrtsverbandes. Das Umbauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von 500 000 Euro beinhaltet Dach, Fassade, Terrasse und einen Außenlift sowie die Hoteletage. Innen werkeln bereits die Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebes Lossatal. Wann es außen los geht, stehe noch nicht fest. Laut Leiter Gerhard Winkelmann können aber bei alledem die Säle des Hauses weiterhin für Feiern oder andere Anlässe genutzt werden.

Rathaus und DRK jedenfalls einigten sich auf eine Monatsmiete in Höhe von 5500 Euro – fünf Euro pro Quadratmeter plus 3,50 Euro Betriebskostenpauschale. Weigelt zufolge erhält die Gemeinde für das aktuelle Vorhaben eine 90-prozentige Förderung.

Dass die mittlerweile drei Jahre alte Flächengemeinde Lossatal mit ihren 17 Ortsteilen trotz allgemein schwieriger Finanzlage über einen soliden Haushalt verfügt und auch nächstes Jahr wieder investiert, erfuhren die Räte im Anschluss von Norman Gebhardt. Der Kämmerer erläuterte ihnen zur ersten Lesung den Etatentwurf 2016 im Detail und zog am Ende das Fazit: „Die Liquidität der Gemeindekasse ist im gesamten Finanzzeitraum gegeben.“ Bis zur Beschlussfassung des Zahlenpapiers voraussichtlich Mitte Februar erhalten die Ortschaftsräte nunmehr Gelegenheit, sich bis zum 3. Februar darüber zu äußern.

Mit dem einstimmigen Votum der Kommunalpolitiker hat die DRK Humanitäre Nothilfe im Muldental gGmbH für den Kaufpreis von 130.000 Euro ein 2924 Quadratmeter großes Grundstück in Hohburg erworben. Auf dem Areal, An der Rodelbahn 9, wurde Anfang der 60er-Jahre ein Gebäude errichtet, das erst als Sportlerheim diente, später als Mietobjekt für Familienfeiern und ähnliches. Das Haus mit vier Schlafräumen, einem Aufenthaltsraum, Sanitärtrakt und Küche im Erd- und Obergeschoss besitzt eine Nutzfläche von 210 Quadratmetern. Während der 90er-Jahre erfolgte eine Modernisierung darunter der Elektro- und Sanitäranlage und Fenster sowie der Einbau einer Ölheizung.

Im Juni 2014 verständigte sich der Betriebsausschuss erstmals zum Verkauf. Grund: mangelnde Nutzungsnachfrage. Daher bot Lossatal das Anwesen im März dieses Jahres und ein zweites Mal im Juli auf dem Immobilienmarkt an. Ohne Erfolg. Zwar gab es mehrere Anfragen, sie scheiterten jedoch stets am Preis. Den will allerdings das DRK zahlen. Die gemeinnützige GmbH des Roten Kreuzes beabsichtige hier nach dem Umbau unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterzubringen, so Weigelt.

Gleich mehrere Absätze der 2013 verabschiedeten Straßenreinigungssatzung änderte die Verwaltung wegen diverser Kritiken von Mitgliedern des Gemeinderates sowie von Bürgern. So sei laut Renate Born vom Sachgebiet Ordnung und Sicherheit beispielsweise im Paragraf 2 der Absatz Gehwege überarbeitet worden, um damit die Rechte und Pflichten klarer zu definieren. Das neue Statut tritt zum 1. Januar in Kraft und erhielt 15 von 17 Stimmen.

Von Kai-Uwe Brandt

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