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Familienunternehmen Graupner investiert 1,7 Millionen Euro in Brandiser VW-Autohaus

Erweiterungsbau im Gewerbegebiet Familienunternehmen Graupner investiert 1,7 Millionen Euro in Brandiser VW-Autohaus

Gebaggert wird auf dem Areal des VW-Autohauses Graupner im Gewerbegebiet Brandis schon eine Weile, noch diese Woche soll mit der wegen des schwierigen Untergrundes notwendigen Pfahlgründung begonnen werden. Gerade rechtzeitig erfolgte nun auch offiziell der erste Spatenstich zum geplanten Erweiterungsbau.

Ingo Graupner, Geschäftsführer des Autohauses Graupner im Brandiser Gewerbegebiet, erläutert den Erweiterungsbau anhand der Baupläne.

Quelle: Thomas Kube

Brandis. Gebaggert wird auf dem Areal des VW-Autohauses Graupner im Gewerbegebiet Brandis schon eine Weile, noch diese Woche soll mit der wegen des schwierigen Untergrundes notwendigen Pfahlgründung begonnen werden. Gerade rechtzeitig erfolgte nun auch offiziell der erste Spatenstich zum geplanten Erweiterungsbau. Zu diesem begrüßte Geschäftsführer Ingo Graupner, auch im Namen des abwesenden Seniors Gerd Graupner, nicht nur Bürgermeister Arno Jesse (SPD), sondern auch CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf und den Ortsverband der Borsdorfer CDU mit ihrem Vorsitzenden Rolf Rau und Bürgermeister Ludwig Martin, die das Autohaus aus diesem Anlass zum Startpunkt für ihre traditionelle Frühjahrsradtour gewählt hatten. Die führte anschließend weiter zur Sporthallenbaustelle und dem im Umbau befindlichen Bahnhof in Borsdorf.

„Mit dem einschließlich Ausrüstung 1,7 Millionen Euro teuren Neubau stehen wir vor der größten Investition seit mehr als 20 Jahren, je nach Rechenmodell vor der größten unserer über 50-jährigen Firmengeschichte“, sagte Graupner stolz. „Das ist auch der Grund, warum wir erstmals den ersten Spatenstich feiern.“ 1994, ein Jahr nach dem Vertrag mit Volkswagen, hatte sich der Wunsch nach einem „richtigen Autohaus“ erfüllt, schritt Graupner die Meilensteine ab, 1997 kam eine Karosserieabteilung hinzu. „Die großen wie kleinen Entwicklungsschritte kamen nicht von ungefähr“, betonte er, „sondern standen stets in Verbindung mit einer gestiegenen Nachfrage und damit verbundener Umsatzsteigerung, einer gewissen Unzufriedenheit mit der momentanen Situation und mit dem Wunsch zur Verbesserung unseres Service- und Verkaufsangebots.“

Auch jetzt sei man räumlich wieder einmal an Grenzen gestoßen, so Graupner. Habe sich sein Vater damals noch über die Forderung von VW nach einem mindestens 10 000 Quadratmeter großen Grundstück geärgert, ermöglicht es heute erneute Weiterentwicklung. Mit dem 1148 Quadratmeter großen Neubau, die bisherigen Gebäudeflächen betragen 2000 Quadratmeter, entstehe eine Waschanlage – „diesen Wunsch müssen wir uns endlich erfüllen“ – in Verbindung mit einer Fahrzeugaufbereitung inclusive Fotoplatz sowie zwei Büros für den Gebrauchtwagenverkauf. Geplant auch ein Arbeitsplatz zur Einstellung von Fahrwerk und Fahrerassistenzsystemen – „das ist praktisch unsere Vorbereitung für das zukünftige autonome Fahren“, erklärte Graupner. Zwei geräumige Arbeitsplätze für Nutzfahrzeuge bis 6,5 Tonnen, drei für PKW bis 3,5 Tonnen. Daneben entsteht ein Lager für 2400 Satz Räder, erweiterbar bis zu 2800 Satz „und sicher momentan das modernste in Deutschland“. Damit, ergänzte Lothar Israel, von Borgers Industriebau, einem der „deutschlandweit erfahrensten Autohausbauer“, der schon den Umbau 2006 für Graupner in der Hand hatte, verschwinden auch die Container, „bisher nicht unbedingt ein optisches Highlight im Gewerbegebiet“. Für die Mitarbeiter ist ein großer Pausenraum vorgesehen. Nicht zuletzt in deren Anzahl spiegele sich das stetige Wachstum des Hauses, meinte Graupner. „Waren anfangs bis zu 20 Mitarbeiter geplant, so waren vor zehn Jahren schon mehr als 40 beschäftigt, aktuell sind es 58.“

Stemmen wird das Familienunternehmen, das aus Autoverkauf, Ersatzteilen und Service einen jährlichen Umsatz von 19 Millionen Euro generiert, den Neubau, der bereits im November 2017 fertig sein soll, aus eigener Kraft und mit einem Kredit. VW steht lediglich bauberatend zur Seite. „Die Zinsen sind niedrig, also wann, wenn nicht jetzt“, sagt Graupner. Ein Risiko, gerade jetzt zu bauen, da VW im Abgasskandal steckt, sieht er nicht, zumal das Standbein Gebrauchtwagen mit dem Bau gestärkt werde. „Es gibt andere Faktoren, wie den wirtschaftlichen Aufschwung in der Region Leipzig, die uns mehr helfen, als uns der Skandal schadet.“

Bürgermeister Arno Jesse wünschte, bevor er mit zum Spaten griff, Glück und gutes Gelingen für die weitere Unternehmensentwicklung. „Ich freue mich als Bürgermeister, wenn Visionen wahr werden.“ Graupner lobte seinerseits die Unterstützung bei allen Behörden, von der Stadt Brandis bis zum Landratsamt. „Wir haben uns nie als Bittsteller gefühlt, sondern als Kunde, für den man gemeinsam nach einer Lösung sucht, so wie wir das auch jeden Tag tun.“ Trotzdem habe die Bürokratie auch diesmal überrascht. „Oder hätten Sie gedacht, dass wir für den Bau einer neuen Halle eine Genehmigung vom Denkmalamt brauchen?“

Auch Katharina Landgraf würdigte die Entwicklung der Firma. „Da war sicher viel Mut zum Risiko erforderlich, aber auch Gespür für die richtigen Partner.“ In dem Zusammenhang wünschte sie Graupner nicht nur weiterhin zufriedene Kunden, sondern auch, dass der Partner VW „wieder ins richtige Fahrwasser kommt“.

Von Ines Alekowa

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