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Feldarbeit wie anno dazumal

Feldarbeit wie anno dazumal


Wurzen/Dehnitz. Hoch lebe der Fortschritt – vergesst aber nicht das Traditionelle. So könnte man die jüngste Aktion des Heimatvereins in Dehnitz interpretieren.

. Bewaffnet mit Sense und Wetzstein sowie mit Rechen und prall gefüllten Vesperkorb ging es in die Getreideernte, so wie es anno Dazumal Brauch und Sitte war.

Zum Glück hatte das Nemter Milch- und Landgut auf einem seiner Schläge hinter Dehnitz ein paar Ar Getreide stehen lassen – freilich war das so abgesprochen. Wie viel genau, vermochte keiner zu sagen.

Stattdessen war von Gertraud Lehne zu erfahren, dass ein Ar gleich Hundert Quadratmeter sind. Demnach hat ein Hektar hundert Ar. Aha, als Städter wieder etwas gelernt. Denn heutzutage wird ja alles nur in Superlativen gemessen und gesehen. Wie etwa jener Mähdrescher, der in Sichtweite mit seiner gigantischen Arbeitsbreite im Handumdrehen das Korn vom Halm holte. „Korn? Nee, das ist Weizen. Als Korn wird der Roggen bezeichnet", gab es die nächste Lektion von einer als Bäuerin verkleideten Dame. Und der Abtransport erfolgt dann wohl mit dem Korb auf dem Rücken von Martina Rehmetz? „Da würden wir ja nie fertig mit der Ernte. In dem Korb ist Malzkaffee, der im Heu gut eingepackt warm blieb und so mit aufs Feld genommen wurde. Das war so früher und heute machen wir das auch so."

Zur Feldmahlzeit gehört natürlich noch hausgemachter Kuchen. Doch halt – erst die Arbeit, das Getreide musste gehauen werden, und zwar mit einer Getreidesense. Die sei auch Rüstsense genannt worden, erklärte Friedrich Lehne sein Arbeitsgerät. Mit diesem konnte er die ersten Halme in feinster „Akkuratesse", wie er es formulierte, in Schwade legen. An seiner Seite spuckten gleich ein halbes Dutzend Männer in die Hände und schwangen die Sensen. Den Frauen oblag es nun, die Halme samt ausgereifter Blütenstände aufzunehmen und zu Garben zu binden. Für Herrmann Dopp, die Gelegenheit zu erläutern, dass die Garben mit den Ähren noch oben zu Hocken aufgestellt werden, die dem Laien eher als Getreidepuppen bekannt sind.

Wieso es überhaupt diesen Ernteeinsatz gab? „Damit man den Wert der Arbeit wieder zu schätzen weiß", sagt Vereinschefin Barbara Schneider. Zudem sollte man sich schon auf das Landeserntedankfest im September einstimmen.

Frank Schmidt

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