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Wurzen Feldarbeit wie in alten Zeiten – per Allgäuer Porsche über Körlitzer Felder
Region Wurzen Feldarbeit wie in alten Zeiten – per Allgäuer Porsche über Körlitzer Felder
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00:35 26.10.2015
Harte Arbeit auf dem Feld in Körlitz: Siegfried und Erika Lamprecht bringen auf herkömmliche Weise Futterrüben ein. Quelle: Frank Schmidt
Lossatal/Körlitz

"Einmal Landwirt, immer Landwirt. Und das mit Leib und Seele", antwortet Siegfried Lamprecht auf die Frage, warum er sich mit 78 Jahren diese schwere Arbeit noch immer aufbürdet und in scheinbar mühsamer Handarbeit die Futterrüben aus dem Boden zieht. Dann entfernt er mit einem kräftigen Spatenhieb das Kraut von den am Boden liegenden Futterrüben. "Das ist ja schon eine große Erleichterung. Erst haben wir jede Rübe einzeln aufgehoben und dann mit der Sichel das Blattwerk abgeschlagen", beschreibt der Rentner die einzelnen Handgriffe. Derweil bückt sich seine vier Jahre jüngere Frau wieder, um Walzen und Tonnen zu bewegen - mit bloßen Händen. Zum Verständnis sei gesagt, "Rote Walze" heißt die eine geerntete Sorte. "Und die da oben", Landwirt Lamprecht deutet mit einem Fingerzeig auf den Wagen, "das ist die so genannte Altenburger Tonne." Für die Lambrechts ist das ein Ritual. Buckel krumm machen, Rübe rausziehen und in Reihe und Glied ablegen, damit das Kraut mit dem Spaten abgetrennt werden kann, und dann wieder raus aus dem Kreuz, um die Frucht aufzuladen. Alles mit den Händen. Das russische Märchen vom Großvater und der großen Rübe, der er alleine nicht Herr wird, drängt sich irgendwie auf. Großmutter und Enkelkind sowie Hund und Katze müssen mit anpacken. Erst mit Hilfe der Maus gelingt das Tageswerk.

Von wegen Hauruck - Erika Lamprecht hat offenkundig leichtes Spiel, denn die Rüben sind kleiner als sonst. "Dieses Jahr fehlte der Regen, deshalb fällt die Ernte nur halb so gut aus wie andere Jahre. Dafür ist die Arbeit etwas leichter. Aber für unser Vieh, zwei Rinder und ein paar Hühner für den Eigenbedarf haben wir noch, reicht das", sagt Lamprecht, der sein Arbeitsleben in der LPG Wurzen Ost verbrachte. "Mais, Luzerne, Futtergras und Kartoffeln - alles haben wir dieses Jahr wieder geerntet. Auf etwa zehn Ar. Aber wer von euch Städtern weiß schon, dass das im Flächenmaß 1000 Quadratmeter sind", sagt der 78-Jährige mit einem verschmitztem Lächeln. "Das ist genug für uns. Was sollen wir in unserem Alter mit mehr Land und Arbeit", fügt seine Frau an, die als Physiotherapeutin beruflich fremd ging. Aber eine wohltuende Feierabendmassage für den Mann sei nicht mehr drin. "Bin ja selber kaputt auf den Knochen." Dennoch. "Wir machen das ja noch wirklich sehr gern, bis zum Umfallen", bekennen die beiden rüstigen Senioren.

Tatkräftige Hilfe bekommen sie vom übrigens vom einem deutlich jüngeren AP18. "Das steht für Allgäuer Porsche mit 18 PS", sagt der Besitzer stolz und schwört auf seinen Kleintraktor Baujahr 56.

Frank Schmidt

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