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Fesselndes Spiel mit Licht und Nebel in der Kirche Panitzsch zu sehen

Ausstellung von Katja Enders Fesselndes Spiel mit Licht und Nebel in der Kirche Panitzsch zu sehen

Ihre Landschaften zerfließen in Licht und Nebel. Sie scheinen im Banne eines flüchtigen Augenblicks, der sich für immer auf die Netzhaut brennt. Die Leipzigerin Katja Enders, Schülerin von Arno Rink und Wolfram Ebersbach, stellt seit Sonntag in der Panitzscher Kirche Gemälde und Grafiken aus.

Katja Enders vor ihrem Bild Waldsee.

Quelle: Ingrid Leps

Borsdorf/Panitzsch. Ihre Landschaften zerfließen in Licht und Nebel. Sie scheinen im Banne eines flüchtigen Augenblicks, der sich für immer auf die Netzhaut brennt. Buschwerk, Seen und Waldränder fordern den Betrachter auf, einzutauchen in Weite und Atmosphäre, sich treiben zu lassen in die Welt der eigenen Fantasie. Dabei ist Katja Enders diplomierte Textilgestalterin. In Schneeberg, an der Fachschule für Angewandte Kunst, hat die 46-Jährige sich bei Peter Schnürpel im Naturstudium mit der menschlichen Figur auseinandergesetzt.

Der profilierte Altenburger Professor übernahm es denn auch, zur Vernissage am Sonntag in der gut besuchten Panitzscher Kirche in die Arbeit der Leipzigerin einzuführen. Er machte kein Hehl daraus, dass er schon seinerzeit die Hoffnung gehegt hatte, Enders eines Tages als Malerin wiederzusehen. Er bekannte sich aber auch zu den Hemmungen und Zweifeln eines Mannes, der „selber im Glashaus sitzt“ und wollte seine Einführung bescheidenerweise eher als einen „Freundschaftsdienst“ verstanden wissen. Er hob hervor, dass Enders etwas zu sagen habe, jenseits der Beschreibbarkeit der Welt. Er verwies auf ihre verehrten Vorbilder William Turner und Caspar David Friedrich, Landschaftsmaler, die es meisterhaft verstanden, Grenzenlosigkeit und Atmosphärisches auszuspielen. Bei ihrem Anschlussstudium an der Leipziger Kunsthochschule habe Enders mit der Wahl ihrer Lehrer einen guten Griff getan. Arno Rink und Wolfram Ebersbach – der Wurzener war unter den Vernissage-Besuchern – hätten ihr viel Raum gegeben.

Zuvor hatte Pfarrer Reinhard Freier sein Publikum locker mit der „Genesis“ der Ausstellung vertraut gemacht – eine Geschichte, bei der kurioserweise zunächst ein klappernder Briefkastendeckel und schöne Beine eine Rolle spielten. Höher habe sein Herz geschlagen, als Enders Schnürpel als Laudator ins Spiel brachte, der vor fünf Jahren selbst in der Panitzscher Kirche ausgestellt habe. Ulrike Knauer sorgte auf ihrer Violine für Zwischentöne von Bach und Telemann, die mit dem Nuancenreichtum der Gemälde und Grafiken musikalisch korrespondierten.

Als eine Herausforderung, die sie glücklich gemeistert hat, erwies sich für Enders die Präsentation ihrer knapp vierzig Arbeiten im Kirchenschiff und auf der Empore. In ihren Malereien gelingt es ihr, Weite und Ruhe von Flussbiegung und Park, Weide und Röhricht auszuloten, ohne die Spannung des Bildaufbaus zu beschädigen. Im Spiel von Nebel und Licht, dem Auftauchen schemenhafter Silhouetten von Gebäuden und Bäumen manifestiert sich der Eindruck unspektakulärer aber dennoch fesselnder Landschaft.

Die anregende Auswahl runden Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle ab, alles Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren. Da gibt es mit Tusche lavierte Federzeichnungen, die in der Spontaneität und Frische beeindrucken, mit der Enders in Torgau unterwegs war – vor St. Marien etwa oder dem berühmten Denkmal, das an das Zusammentreffen der alliierten Truppen 1945 erinnert. Auch in den Aquarellen offenbart sich eine Unmittelbarkeit, wie sie sich nur bei der Arbeit unter freiem Himmel fügt.

Wie sagte doch Peter Schnürpel über die Arbeiten seiner ehemaligen Studentin: „Was sie zu zeigen hat, kann sich sehen lassen.“ Und er forderte die Betrachter auf, vor den Arbeiten Auge und Herz zu vertrauen.

Überfluss, Katja Enders, Malerei und Grafik, Kirche Panitzsch, läuft bis 30. September, geöffnet ist montags bis sonnabends in der Zeit von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Von Ingrid Leps

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